In einem Interview mit der Funke Mediengruppe hat sich Lucien Favre über Erling Haaland und Emre Can geäußert. Darin erklärte der BVB-Trainer, wieso Haaland nicht immer von Anfang an spielt und warum Can so wertvoll für das Dortmunder Mittelfeld ist.


​Borussia Dortmund sehnt sich wieder nach einem großen Titel​, das war den Verantwortlichen schon in der vergangenen Saison anzumerken. Nach der verspielten Meisterschaft und der turbulenten Hinrunde in dieser Saison legte der Klub im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt nach und verpflichtete mit Erling Haaland und Emre Can die erhofften Mosaiksteine, die den letzten Schritt zum Erfolg verbildlichen sollen.


Die ersten Schritte in der zweiten Saisonhälfte sehen vielversprechend aus. Dortmund gewann wettbewerbsübergreifend sieben von neun Partien, kassierte in vier der letzten fünf Bundesligaspiele kein Gegentor. Haaland benötigte für seine ersten zwölf Pflichtspieltore gerade einmal 556 Spielminuten, kommt jedoch nicht immer von Anfang an zum Zug. Aufgrund seiner energischen Spielweise will Favre dem Teenager und seinem Körper Zeit geben, sich zu erholen (zitiert via WAZ): "Er ist erst 19 Jahre alt – und hat viel gespielt, sich dabei verausgabt, viel Energie verloren. Das hat man zwischendurch gemerkt."

Erling Haaland

Im Sturmlauf hat Erling Haaland die Herzen der BVB-Fans erobert



Haaland besitze eine hohe Spielintelligenz, müsse sich im Kombinationsspiel allerdings steigern: "Wir wissen, dass seine Stärke die Läufe in die Tiefe sind. Er beschleunigt, bremst, beschleunigt wieder – dadurch zögern die Innenverteidiger und können ihm im entscheidenden Moment oft nicht folgen. Trotzdem muss er weiter lernen. Er muss sich manchmal noch besser zwischen den Linien bewegen, die Bälle fordern und sich dann aufdrehen." Zwar hatte man auch vor Haaland "selten Probleme, Torchancen zu kreieren", so Favre, mit dem robusten Norweger habe man allerdings wieder "einen Zielspieler" für die Hereingaben von außen. 


Favre über Can: "Er strahlt Ruhe aus"


Auch Emre Can ist voll eingeschlagen. Der deutsche Nationalspieler überzeugt im zentralen Mittelfeld an der Seite von Axel Witsel, dabei war er ursprünglich für die Dreierkette eingeplant. Wegen der zwischenzeitlichen Verletzung von Julian Brandt wurde Can jedoch ins Mittelfeld vorgezogen und Lukasz Piszczek in der Abwehr eingesetzt. "Man sieht seine Erfahrung. Er strahlt Ruhe aus. Er verteidigt gut, er gewinnt seine Zweikämpfe", lobt Favre den Neuzugang von Juventus Turin. "Er kann das Spiel beschleunigen, für mich ist das obligatorisch für einen Mittelfeldspieler." Die geringe Spielpraxis sei ihm allerdings anzumerken: "Manchmal fehlt ihm noch ein wenig der Rhythmus", so Favre, der insgesamt zufrieden mit dem Winter-Duo ist.