​​Mit der U19 des DFB wird Youssoufa Moukoko bald eine ganz neue Bühne kriegen. Nationaltrainer Guido Streichsbier will den 15-Jährigen vor zu großen Erwartungen schützen - und damit einen "zweiten Fall Arp" verhindern.


Zweieinhalb Jahre lang lief Youssoufa Moukoko nicht mehr für die deutschen U-Auswahlen auf. Zum Schutz des Spielers, der in seinem zarten Alter bereits (zu) viele Schlagzeilen schreibt. Dass er aktuell - mit 15 Jahren - die U19-Bundesliga kurz und klein schießt, gießt Öl in das Feuer um seinen Hype. Auch seine ​Nominierung für die U19-Auswahl wirft das Scheinwerferlicht noch mehr auf ihn.


Guido Streichsbier, Nationaltrainer der U19, warnt vor zu viel Aufmerksamkeit und Erwartungshaltung für und an den 15-Jährigen. "Uns geht es nicht um Schlagzeilen, sondern rein um die Entwicklung von Spielern und Teams. Die Nationalmannschaft ist das Höchste, das ein U-Spieler erreichen kann. Wir freuen uns, dass Youssoufa dabei ist. Nun wünsche ich uns allen – sowohl den sportlich Verantwortlichen als auch der Öffentlichkeit und den Medien, dass wir die Gabe entwickeln, den Rucksack für den Jungen so leicht wie möglich zu halten", verriet Streichsbier der ​Bild


Arp-Fiasko soll sich bei Moukoko nicht wiederholen


Streichsbier verwies vor allem auf ein anderes Talent, das dem Hype um seine Person nicht mehr gewachsen war: "Wir müssen aufpassen, dass es sich bei Youssoufa nicht so entwickelt wie einst bei Fiete Arp. Daher stimmen wir uns auch eng mit dem BVB ab, wir haben generell eine Verantwortung für all unsere Talente. Bei Fiete wurde die Erwartungshaltung bundesweit so schnell so groß, dass ein gerade 17-Jähriger den HSV plötzlich alleine tragen sollte. Das geht nicht – und da sind wir alle gefordert."

Jann-Fiete Arp

Fiete Arp, mittlerweile 20 Jahre alt, steht beim FC Bayern unter Vertrag, findet beim Rekordmeister aber überhaupt nicht in die Spur. Moukoko wird in seinen jungen Jahren eine ähnliche, wenn nicht größere Aufmerksamkeit zuteil. Da ist nun Fingerspitzengefühl gefragt. "Bei so einem jungen Spieler ist Sensibilität gefordert", so Streichsbier, der die Maßnahme des DFB, Moukoko eine Zeit lang nicht zu nominieren, gut heißt: "Gemeinsam mit dem BVB haben wir das richtige Maß gefunden, die Zusammenarbeit ist sehr gut. Es bringt doch nichts, wenn wir einen damals 12-jährigen auf Teufel komm raus verheizen. Da hat keiner was von – weder der Verein noch der Verband und erst recht nicht der Spieler. Im Nachhinein hat sich der Schritt ausgezahlt."


Moukoko beim BVB in guten Händen


Beim ​BVB wähnt Streichsbier seinen Youngster Moukoko indes in den besten Händen: "Der BVB hat in den vergangenen Jahren ein sehr gutes Gespür für Youssoufa bewiesen, hat ihn trotz aller Umstände gemeinsam mit seiner Familie und seinem Berater sehr behütet aufgebaut. Lars Ricken, heutiger Nachwuchsleiter beim BVB, hat einen solch steilen und frühen Karrierestart selber durchgemacht. Er weiß, wie es ist, als junger Spieler quasi hochgeschossen zu werden – und danach auch mal eine Leistung-Delle zu durchlaufen. Michael Zorc ist ein Kind der Bundesliga, hat schon unzählige Teenager zu Profis gemacht. Und Lucien Favre ist einfach extrem erfahren. Youssoufa ist gut aufgehoben und total klar."