Kaum ein Thema ist so präsent wie das Coronavirus (COVID19), welches Ende letzten Jahres in China ausbrach und seitdem die Welt in Atem hält. Seit wenigen Wochen verlagert sich die Viruserkrankung immer weiter nach Europa. Auch in Deutschland steckten sich bereits über 100 Personen mit der Lungenkrankheit an.


Die Folgen waren vielerorts Hamsterkäufe und durch Medien suggerierte Panik. In der Schweiz und in ​Italien wurden vorbeugend sogar einige Fußballspiele abgesagt oder verlegt. Im deutschen Fußball waren die Auswirkungen des Coronavirus' noch nicht in diesem Ausmaß zu spüren - bis jetzt! In Leipzig hat es nun offenbar den ersten Zwischenfall gegeben. 


Eine Gruppe von circa 20 Japanern sei während der Partie zwischen ​RB Leipzig und ​Bayer Leverkusen am 24. Spieltag der ​1. Bundesliga des Stadions verwiesen worden, so die Onlineplattform ​rblive.de, die sich auf einige Tweets von empörten Fans und Betroffenen bezieht.


Demnach habe das Sicherheitspersonal die Gruppe in der 10. Spielminute gebeten, das Stadion unverzüglich zu verlassen und diese anschließend aus dem Stadion eskortiert. Als Begründung habe man den Verdacht einer möglichen Erkrankung mit dem Coronavirus genannt.


Der Eintritt in die RedBull-Arena sei ohne Probleme verlaufen, so der Betroffene Fan Taichi Hayashikawa, der vorerst uneingeschränkt im Stadion Platz nahm. "Wie auch immer, nachdem das Spiel begann, sagte mir ein Security-Mitarbeiter in der RedBull-Arena, dass ich mit dem Coronavirus infiziert sein könnte, weil ich Japaner bin. Innerhalb der ersten zehn Minuten des Spiels wurde ich rausgeworfen", so Hayashikawa, der das Vorgehen des Sicherheitsdienstes schilderte.


Komplette Reisegruppe ausgeschlossen


Auch andere Betroffene meldeten sich zu Wort und zeigten sich sehr traurig über das Agieren von RB Leipzig.  Eine extra angereiste Reisegruppe aus Japan war vor Ort und wollte das Spiel am Sonntagnachmittag genießen, aber auch sie durften nur die ersten Minuten schauen, bevor der Sicherheitsdienst eingriff und die Gruppe mit zehn Mitarbeitern aus dem Leipziger Stadion führte.

Zwar habe sich die Security für das Vorgehen entschuldigt, ein Mitglied dieser Gruppe, Takeshi Yamakado zeigte sich dennoch betroffen. "Es ist niemandes Schuld. Aber es ist zu traurig, das Stadion bei begeisternder Atmosphäre verlassen zu müssen", wird Yamakado auf dem Portal rblive.de zitiert.


Wohl habe der Reiseleiter versucht zu vermitteln, jedoch erfolglos. Ob es eine Erstattung der Kosten gibt, bleibt fraglich, auch auf ein offizielles Statement von RasenBallsport Leipzig wird zur Stunde gewartet.


Choreo offenbart Widerspruch 

RB Leipzig kündigte an, aufgrund der Gefahr durch den hochansteckenden Coronavirus reagieren zu wollen, was sich allerdings vorerst auf die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln beschränken sollte. Dass derart drastische Maßnahmen vorgenommen werden und Fans aus Asien ausgeschlossen werden, wurde vom Verein nicht kommuniziert.


Kurz vor Anpfiff der Partie wurde in der Leipziger Fankurve eine Choreographie mit dem Motto "Peace, Love and Rasenball" präsentiert, die auf fairen Umgang und gegen Hass und Vorurteile anspielen sollte. Der Rausschmiss der Fans aus Japan offenbart nun einige Fragen und auch das Motto der Choreo wurde durch diesen vorsorglichen Ausschluss der Fans, ohne konkrete Beweise und offenbar lediglich hinsichtlich der asiatischen Herkunft der Personen begründet, über den Haufen geworfen.