​Am 7. März 2008 gewann ​Borussia Mönchengladbach letztmalig beim ​FC Augsburg - mit 2:0 durch die Tore von Rob Friend und Sascha Rösler. Es war der 23. Spieltag der Saison 2007/08 in der ​2. Bundesliga, an deren Ende die Borussia zum bisher letzten Mal in die deutsche Eliteklasse aufstieg. Seitdem die Augsburger im Jahr 2011 in die ​1. Bundesliga folgten - wie die Borussia drei Jahre zuvor mit Jos Luhakay als Trainer - konnten die Gladbacher kein einziges Spiel in Augsburg für sich entscheiden. Dies änderte sich nun am 24. Spieltag der laufenden Saison, da man trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit einer starken zweiten Halbzeit für einen 3:2-Auswärtssieg sorgen konnte. 


Marco Rose hat mit seiner Mannschaft das geschafft, was Lucien Favre, Andre Schubert und Dieter Hecking zuvor nicht gelingen sollte - ein Gladbacher Sieg in Augsburg. Durch einen von Kapitän Lars Stindl geschnürten Doppelpack und einem Tor von Ramy Bensebaini stand am Ende ein verdientes 3:2 auf der Anzeigetafel. Die klare Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte war vor allem einem Einwechselspieler zuzuschreiben und auch wenn der FC Augsburg kurz vor Schluss noch beinahe ausgeglichen hätte, sollte dieses Mal der Bann gebrochen werden - wenn auch unnötigerweise sehr knapp.


Magerkost in Halbzeit eins

Im Vergleich zum unglücklichen Unentschieden gegen die ​TSG Hoffenheim​ stand neben dem endlich wieder einsatzfähigen Ramy Bensebaini auch überraschend Tobias Strobl auf dem Feld - Alassane Plea und Oscar Wendt mussten dafür auf die Bank. Rose ließ Strobl und Zakaria sich vor einer Viererkette den Spielaufbau teilen und vertraute in der Sturmspitze auf Lars Stindl. 

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Auch Florian Neuhaus konnte in der ersten Hälfte kaum glänzen


In der ersten Halbzeit griff der Plan nicht wirklich und die Zuschauer sahen ein sehr zähes Spiel. Lediglich die beiden Gelben Karten für Bensebaini und Lichtsteiner, die sich eine Art Privatduell lieferten, sowie die Slapstick-Einlage von Jonas Hofmann vor dem leeren Augsburger Kasten in der 42. Minute, sorgten für ein wenig Aufregung. Mit einem folgerichtigen 0:0 ging es in die Kabinen.  


Plea bringt Schwung in die Partie

Augsburgs Trainer Martin Schmidt brachte zur zweiten Hälfte Framberger für den Gelb-Rot gefährdeten Lichtsteiner und  Marco Rose ersetzte den wenig auffälligen Marcus Thuram durch Alassane Plea. Zudem stellten die Gladbacher defensiv auf eine Dreierkette um und zogen damit die beiden Außenverteidiger Bensebaini und Lainer weiter nach vorne - mit Erfolg. 


Der sofort heiße Plea nahm rechts im Strafraum eine schöne Weiterleitung von Hofmann auf und fand mit seiner Flanke Stindl, welcher von zwei Verteidigern und Torwart Koubek nicht an einer gedankenschnellen Ablage auf den starken Bensebaini gehindert werden konnte - der Algerier verwandelte mit ein bisschen Glück zum 1:0 für Gladbach.

Ramy Bensebaini

Traf zum 1:0: Ramy Bensebaini


Während sich vor allem Torwart Koubek in dieser Szene einen erneuten Patzer ankreiden lassen musste, stand nur vier Minuten später sein Kollege Eduard Löwen im Mittelpunkt der  FCA-Fehlerkette. Nach einem Augsburger Einwurf ließ sich Löwen den Ball vom bis dahin eher unglücklich agierenden Tobias Strobl abnehmen und die Kugel landete wieder bei Plea, der nach einem  kurzen Wackler gegen Gouweleeuw den völlig freien Stindl bediente, der mit der Innenseite sicher verwandelte.


Augsburg kommt zurück - Gladbach verpasst die Entscheidung

​Wiederum nur vier Minuten später machte Löwen seinen Patzer vor dem 0:2 vergessen, als er eine schöne Flanke vom zu offenen Framberger an Yann Sommer vorbei zum Anschlusstreffer einköpfte. Strobl verlor Löwen vorher kurz aus den Augen und Matthias Ginter kam einen Schritt zu spät. Nachdem Plea in der 62. Minute per Kopf nur die Latte traf, schnürte Stindl zehn Minuten vor Schluss seinen Doppelpack.

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 Erzielte mit einer tollen Aktion das 3:1: Lars Stindl


Nachdem der eingewechselte Christoph Kramer den Ball zu Stefan Lainer gespielt hatte, fand der Österreicher mit seiner scharfen Hereingabe Stindl, der sich mit einer tollen Pirouette um Framberger wickelte und das Spielgerät im Fallen zum 3:1 einnetzte. Alfred Finnbogason verkürzte abermals vier Minuten später viel zu leicht auf 2:3 und bei den Fohlen begann das große Zittern.


Weder der sehr pomadig wirkende Breel Embolo, der für Stindl in die Partie kam, noch der unglücklich agierende Jonas Hofmann konnten frei vor Koubek den Sack zumachen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hätte sich dieser Chancenwucher wie schon gegen Hoffenheim beinahe gerächt, doch Finnbogason verpasste einen Freistoß von Philipp Max hauchzart, so dass der Bundesliga-Premierensieg für die Borussia in Augsburg kurz danach perfekt war.


Zwei brisante Heimspiele vor der Brust   

Den Erfolg verdiente sich Borussia Mönchengladbach vor allem über eine klare Steigerung in der zweiten Hälfte und mehr über den Kampf, als über spielerische Elemente. Die im Saisonendspurt immens wichtigen drei Auswärtspunkte kann die Borussia nun in zwei aufeinander folgenden ​Heimspielen vergolden. 

Stefan Lainer,Jadon Sancho

Zum dritten Mal kommt es in dieser Saison zum Borussen-Duell


Doch diese Aufgaben werden alles andere als leicht. Am kommenden Samstagabend empfängt Gladbach den Tabellennachbarn ​Borussia Dortmund zum dritten Vergleich in dieser Saison, am darauffolgenden Mittwoch geht es in das Nachholspiel gegen den momentan in starker Form befindlichen ​1. FC Köln. Neben der sportlichen Brisanz wird gerade das Borussen-Duell im Hinblick auf die ​aktuellen Fanproteste sehr wahrscheinlich ein heißer Tanz.