Einen Tag nach den Vorkommnissen im Bundesligaspiel zwischen 1899 Hoffenheim und Bayern München hat sich Bayern-Präsident Herbert Hainer mit einer Stellungnahme an Fans und Mitglieder gewandt. Der 65-Jährige kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und forderte dazu auf, "entschlossen" gegen Diffamierungen jeglicher Art zu handeln.


"Wir alle beim FC Bayern sind auch heute noch fassungslos über die gestrigen Vorfälle in Hoffenheim. Wir schämen uns für das Verhalten einiger weniger sogenannter 'Fans' in der Kurve des FC Bayern während des Spiels", so Hainer in dem auf der Vereinswebsite veröffentlichten Statement. "Dietmar Hopp wurde von ein paar Chaoten per Spruchband aufs Übelste beleidigt. Er wurde diffamiert, aus der Distanz, anonym, namenlos, feige. Die Geschehnisse gestern waren ein absoluter Tiefpunkt." 


Hainer erinnert an die Werte des FC Bayern, der am 27. Februar seinen 120. Geburtstag feierte.  "Verantwortung, Toleranz und Respekt" wolle man "auch weiterhin hochhalten", für Diffamierungen gebe es beim Rekordmeister keinen Platz. "Wir lassen nicht zu, dass unser Verein von einigen Wenigen beschädigt wird. Von Personen, denen es nicht um den Fußball und den FC Bayern geht, sondern um ihre Selbstdarstellung auf einer Bühne, die ihnen nicht gehört." 


Der Klubpräsident fordert dazu auf, "entschlossen zu handeln. Rassismus, Ausgrenzung, Beleidigungen und Diskriminierungen jeglicher Art und egal gegen wen, damit muss nun Schluss sein." Erfreut zeigt er sich über die Reaktionen der Fans im Netz, die überwiegend ihren Zuspruch zum Ausdruck brachten. "Unsere Fans", so Hainer, "stehen zusammen, der Fußball steht zusammen gegen Hass, gegen Intoleranz, gegen Diffamierungen."

Dietmar Hopp,Karl-Heinz Rummenigge

Auch lobte er beide Mannschaften für die "beeindruckende Aktion" nach der zweiten Unterbrechung. Alle Spieler versammelten sich im Mittelkreis und spielten sich den Ball in den letzten Minuten demonstrativ hin und her. "Es war ein starkes Zeichen. Fußball muss für Miteinander statt Gegeneinander stehen, Solidarität ist das richtige Zeichen gegen Ausgrenzung und Anfeindung." 


Zum Abschluss kündigte Hainer an, gegen die für das Spruchbanner verantwortlichen Personen vorzugehen, um weitere Aktionen in Zukunft verhindern zu wollen. "Wir werden alle Optionen prüfen, mit denen wir verhindern können, dass sich so eine unwürdige Aktion wie gestern in Hoffenheim wiederholt. Wir werden außerdem alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um gegen diejenigen konsequent vorzugehen, die den FC Bayern und den gesamten deutschen Fußball in Misskredit gebracht und unsere Werte mit Füßen getreten haben. Wir wissen um unsere Verantwortung für den FC Bayern. Daher steht für uns schon heute fest: so darf es nicht weitergehen!"