​Die Trainersuche bei ​Hertha BSC läuft seit dem unrühmlichen Abgang von Jürgen Klinsmann auf Hochtouren. Nachdem der ehemalige Hertha-Profi und Ex-Trainer von ​Eintracht Frankfurt und dem ​FC Bayern, Niko Kovac, wohl kein Interesse am Trainerposten hat, steht das Management um Michael Preetz vor einer schwierigen Aufgabe: Wer füllt die Lücke, die Klinsmann hinterlassen hat, und wird damit der Nachfolger des momentanen Interims-Coaches Alexander Nouri? 


Die Sport Bild verkündete am Mittwoch, Niko Kovac schließe "ein Engagement jetzt oder zur neuen Saison momentan aus". Dies verwundert wenig, da der heiße Stuhl auf der Berliner Trainerbank bei sofortigem Einstieg als Übungsleiter durch die Tabellensituation und den wirr zusammengestellten Kader nicht kühler wird. 


Eine Zusage für die nächste Spielzeit ist riskant, da sich der selbsternannte Big-City-Club trotz des Sieges beim ​SC Paderborn noch nicht komplett aller Abstiegssorgen entledigt hat. Kovac hat durch seine internationale Reputation sicher wesentlich erfolgsversprechendere Anstellungen im Blick, so dass die Sport Bild drei weitere Kandidaten ausgemacht haben will. 


Gerardo Seoane (Young Boys Bern)

Gerardo Seoane

Der 41-jährige Schweizer Gerardo Seoane galt schon vor einem Jahr als Kandidat für die Nachfolge von Pal Dardai auf der Berliner Trainerbank, doch er wollte nach einer überragenden Saison mit den Young Boys Bern als Schweizer Meister in der ​Champions League antreten. Man schied in der Qualifikation allerdings unglücklich gegen Roter Stern Belgrad aus und musste in die Europa League - dort fehlte dann ein Tor bei den Rangers aus Glasgow für das Überstehen der Gruppenphase. 


Der momentane Meisterschaftskampf in der Super League mit dem punktgleichen Tabellenführer FC St. Gallen spricht gegen einen abrupten Vereinswechsel von Seoane - er wird die Young Boys nicht für das Wagnis in Berlin hängen lassen. Als ausgewiesener Entwickler gerade von jungen Spielern bietet er sich auch eher als Lösung für die nächste Spielzeit an.


Roger Schmidt (vereinslos)

Roger Schmidt

Der aus der Bundesliga durch sein dreijähriges Engagement bei ​Bayer Leverkusen bekannte Roger Schmidt nimmt sich gerade eine Auszeit und wäre somit sofort verfügbar. Ob der eigenwillige 52-Jährige jedoch sein Sabbat-Jahr für die Übernahme des Traineramtes bei der Hertha beenden will und wie er mit dem ebenfalls sehr verkopften Michael Preetz harmonieren würde, ist fraglich. Allerdings könnte der zuletzt in China angestellte Schmidt die Aufgabe in Berlin auch als Chance sehen, sich auf dem europäischen Markt zurück zu melden.


Bruno Labbadia (vereinslos) 

Bruno Labbadia

Wenn irgendwann in den letzten Jahren ein Posten in der Liga frei wurde, war der Name des Fachmanns für schwierige Lagen nicht weit. Der 54-jährige Bruno Labbadia könnte sofort übernehmen und den Verantwortlichen Zeit verschaffen, eine Perspektiv-Lösung zu finden, denn Labbadia ist bekannt für seine relativ kurze Schaffensdauer. 


Zudem wurde Preetz auf der Pressekonferenz kurz nach dem Klinsmann-Rücktritt zu Labbadia befragt - sinngemäß: "Ein Big-City-Club wird doch nicht einen wie Labbadia holen." Daraufhin lobte Preetz den ewigen Feuerwehrmann als "ausgewiesenen Experten" und bezeichnete die Frage als "dispektierlich". Ein Dementi klingt anders.