​​Werder Bremen steckt bis zum Hals im Abstiegskampf. Während die Mannschaft versucht das Ruder herumzureißen, laufen im Hintergrund bereits erste Planungen für das Horror-Szenario 2. Bundesliga.


Die sportliche Situation bei Werder Bremen ist desaströs. In der ​Bundesliga kommt die Elf von Trainer Florian Kohfeldt nicht in Fahrt und verlor acht der letzten neun Partien. Auf dem vorletzten Tabellenplatz wird es für die Norddeutschen bereits so richtig ungemütlich.


Einige Wochen hat Werder noch Zeit, die Krise halbwegs glimpflich abzuwenden. Gelingt dies nicht, muss Bremen ab Mai tatsächlich für die ​zweite Bundesliga planen. Der erste Abstieg seit 1980 hätte für den gesamten Verein weitreichende Konsequenzen. In der Führungsetage laufen die Vorbereitungen für den Ernstfall.


Werder drohen immense finanzielle Einbußen


"Eine solche Situation kann man planerisch vorbereiten, und das gehört zu unserem Job. Dennoch bin ich weiterhin überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen“,​ so Werders Finanzvorstand Klaus Filbry in der SportBild. Wie das konkret aussehen würde, ist bereits bekannt. Den Mannschaftsetat müssten die Grün-Weißen von 55 Millionen Euro auf etwa 30 Millionen herunterschrauben.


Die Kürzungen gehen natürlich mit den enormen Einbußen des Abstiegs einher. Etliche Werbe- und Sponsorengelder würden prompt wegfallen. Was bleibt, sind die Spieler - zumindest auf dem Papier. Der langfristige Vertrag eines jeden Profis ist auch für die zweite Liga gültig. Allerdings reduziert sich das Gehalt bei den meisten Werderaner damit um 20 bis 40 Prozent.

SV Werder Bremen v Borussia Dortmund - DFB Cup

Werder müsste auf viele Einnahmen verzichten - auch die Fans würden weniger Geld einbringen



Selbiges gilt für Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann. Technisch gesehen ist Bremen also bereits jetzt für das Unterhaus vorbereitet. Die Zahlen lesen sich dennoch erschreckend. Ganze 45 Millionen Euro würden den Norddeutschen im kommenden Jahr weniger zur Verfügung stehen. Eine solche Diskrepanz ist nur schwer zu meistern.


Leihspieler-Verträge würden erlöschen


Vorgesorgt haben die Bremer aber an anderer Stelle. Bei den Leihverträgen mit Leonardo Bittencourt, Ömer Toprak und Davie Selke wurde ein Abstiegsfall bereits bedacht. Für das Trio dürften in den kommenden Jahren ​mehr als 20 Millionen Euro anfallen. Doch bei einem verpassten Klassenerhalt ist der SVW nicht zu einem Kauf verpflichtet. 

Leonardo Bittencourt

Den ausgeliehenen Leonardo Bittencourt müsste Werder für Liga Zwei nicht verpflichten



Die Verträge von Sebastian Langkamp und Nuri Sahin würden nicht verlängert werden, Michael Lang kehrt ebenfalls zurück. Dennoch werden sich auch andere Stars nach neuen Vereinen umschauen. Der erfahrene Davy Klaassen und der umworbene Milot Rashica sind erste Verkaufskandidaten. Auf die Verkäufe wäre der Traditionsverein ohnehin dringend angewiesen.


Zumindest das Personal um Mannschaftsstab und Betreuung soll weiterhin eine Zukunft haben. Dieser Umstand könnte sich ohne direkten Wiederaufstieg aber auch schnell ändern. Auf Werder warten also große Herausforderungen, die existenzielle Konsequenzen haben könnten. Die Mannschaft sollte es gar nicht erst so weit kommen lassen.