Den 22. Spieltag schlossen am Sonntagabend der ​1. FSV Mainz 05 und ​Schalke 04 mit ​einem torlosen Unentschieden ab. Vor allem für Königsblau ist das Ergebnis - besonders in Anbetracht der erfolgreichen Hinrunde - ein weiterer Tiefschlag. Die zudem nun wiederholt schwache und sehr unkreative Leistung rückt weiter in den Vordergrund.


Das 0:0 ist für den Tabellenfünfzehnten aus Mainz deutlich angenehmer als für Schalke 04. Blickt man jedoch auf das Spiel und dessen Verlauf, so hätten die im Karnevalstrikot aufspielenden Nullfünfer die drei Punkte wohl eher verdient gehabt. Fast doppelt so viele Schüsse (15:8), mehr Schüsse auf das Tor, deutlich mehr Szenen innerhalb des gegnerischen Strafraums und spürbar mehr Zug in den (Offensiv-)Aktionen waren bei den Rheinhessen zu verzeichnen.

Jean-Claire Todibo

Jean-Clair Todibo spielte insgesamt souverän, musste jedoch angeschlagen raus


Für S04 war es ein weiterer Schritt nach unten, das muss man so klar formulieren. Nach einer erfolgreichen Hinrunde, in der man oftmals durch Mut, Gier und mehreren Toren Punkte holen konnte, bleibt man seit dem 18. Spieltag weiterhin sieglos. In den drei Ligaspielen nach dem 2:0-Sieg gegen ​Mönchengladbach hat man gegen (direkte) Abstiegskandidaten keinen Sieg holen und lediglich ein Tor erzielen können. 


Eine Statistik, die am Ende ausdrückt, was man in den letzten Spielen zu Gesicht bekommen hat: Kaum Kreativität, kaum Geschwindigkeit und extrem wenig klare Torchancen. Zudem besonders auffällig: Anstatt von Beginn an auf Sieg zu spielen, fokussiert man sich mittlerweile primär auf das Verhindern einer Niederlage. Das ist zweifelsohne nicht das, was David Wagner ursprünglich und über weite Teile der bisherigen Saison predigte. 


Schalke bleibt in der Offensive harmlos

Auch am Sonntagabend konnte man dieser Beurteilung folgen. Zwei Chancen hatte Schalke, ein Tor zu erzielen. Mainz hingegen war deutlich gefährlicher und hatte bei einem Lattentreffer sowie bei einer Rettungstat von Rückkehrer Jonjoe Kenny etwas Pech. Wenn man international spielen möchte, oder gar die ​Champions League als Ziel hat (Aussagen mancher Spieler, beispielsweise Amine Harit), darf man sich so etwas nicht mehrmals erlauben. 


Natürlich braucht man auch nicht alles schlecht zu reden. Mit Suat Serdar fehlt ein enorm wichtiger Akteur auf dem Platz, vier Niederlagen nach 22 Spieltagen sind zudem an sich ein guter Wert (nur die aktuelle Top 3 hat ebenfalls weniger als fünf). Trotzdem darf und sollte man auf die aktuellen Probleme hinweisen. Wagner setzte erneut auf das 4-4-2 mit Raute, womit man - bis auf die Hinrunden-Partie gegen ​RB Leipzig - nie wirklich beständig erfolgreich spielte. Die Besetzung blieb ebenfalls fast identisch, vor allem in der vermeintlichen Offensive. Der schon vor zwei Wochen ​geforderte und oft zitierte "Plan B" wird immer dringender benötigt. Das in der Hinrunde bewährte 4-2-3-1 könnte Flexibilität und mehr Möglichkeiten im Spiel nach vorne bringen.

David Wagner

Steckt mit seiner Mannschaft im Formtief: David Wagner


In der Begegnung gegen Mainz "rauschte" das Geschehen quasi am zentralen S04-Mittelfeld vorbei: Alessandro Schöpf, der lediglich einen von zwölf Zweikämpfen gewonnen hat, und Weston McKennie blieben größtenteils unsichtbar. Amine Harit litt erneut am fehlenden Tatendrang, die Offensive schien von der Defensive abgekoppelt zu sein. Omar Mascarell musste sich erneut zwischen die Innenverteidiger fallen lassen, und schon fehlten die Anspielstationen im Mittelfeld. 


Das Resultat: Erneut hohe, lange und ungefährliche Bälle, die über Harit und Co. hinweg und direkt in die Füße der Gastgeber flogen. Das kann und darf nicht der Anspruch sein, und sowas sollte auch angesprochen werden, besonders intern. Tritt man am kommenden Wochenende erneut so auf, wird man von Leipzig vorgeführt. Eine Trendwende muss her: Derzeit steht ein Sieg in den letzten sieben Ligaspielen.