Der BVB hat einen neuen Publikumsliebling: Erling Haaland hat sich nicht nur wegen seiner traumhaften Torquote in die schwarz-gelben Herzen geballert. Vor allem sein Ehrgeiz und Wille verzückt das Dortmunder Publikum und bedient dabei eine spezielle Sehnsucht im Ruhrpott.


Mit sieben Toren und einer Vorlage startete Erling Haaland seine Karriere in Schwarz-Gelb. Der 19-jährige Norweger ist beim ​BVB eingeschlagen wie nie zuvor ein Stürmer in der Bundesliga. Der entstandene Haaland-Hype war eine logische Folge - und er ist real. Ein torloses Spiel gegen Leverkusen ließ er einen Treffer beim 4:0-Sieg in Frankfurt folgen. 


Mit seinen Leistungen im Januar konnte es dann auch nur einen logischen Rookie des Monats geben. Für Haaland eine nette Auszeichnung, aber nur eine Randnotiz auf seinem ehrgeizigen Weg. Im Gespräch mit bundesliga.com wird deutlich, wie ehrgeizig der junge Norweger ist, für den der Begriff 'Shootingstar' eigentlich noch viel zu kurz greift.


"Mein Traum ist es, einer der besten der Welt zu werden"


"Ich habe immer zu mir gesagt, mein Traum ist es, einer der besten Spieler der Welt zu werden. Ich wusste als ich jung war, dass ich gut bin. Aber es ist ein langer Weg", erklärte Haaland. "Als ich meinen ersten Profi-Vertrag in Bryne unterschrieb, dachte ich, 'das ist eine gute Sache'. Aber auf der anderen Seite ist es nichts im Vergleich zu anderen. Auch als ich in Salzburg anfing zu treffen. I schaue zu Kylian Mbappé, er trifft, netzt in der Ligue 1 ein. Man kann immer noch ein höheres Level erreichen im Fußball. Meine ganzes Leben hatte ich sehr hohe Ziele."


Eine Anekdote von BVB-Keeper Roman Bürki passt zum ehrgeizigen Haaland wie die Faust aufs Auge. Der Schweizer erklärte, dass er immer einer der ersten sei vor dem Training. Doch wenn er im Trainingsgeländer in Brackel ankomme, ist einer immer schon da: Erling Haaland. Selbst wenn es mal einen freien Tag gibt, sei Haaland dort. Was er dann mache? Er lasse sich behandeln oder mache individuelles Training.


Haaland der besessene Arbeiter


Haaland will so hoch hinaus wie möglich. Auf Anhieb hat er es in Dortmund zum Publikumsliebling geschafft. Denn der Norweger bedient schon in seinem Teenageralter etwas, auf das die Fans begierig gewartet haben: Er ist immer hoch-motiviert, super-ehrgeizig und zeigt seine Siegermentalität schon allein mit seinen Gesten auf dem Platz. Ein Ruhrpott-Kämpfer aus Norwegen sozusagen, der mit seiner wahnwitzigen Torquote dem ganzen die Krone aufsetzt.


Fast ist man gewillt, ihn mit einem Cristiano Ronaldo zu vergleichen. Der Portugiese beeindruckt seit Jahren mit einer Arbeitsmoral, die wohl auch auf Haaland zutreffend ist. Den Status eines Ronaldos muss er sich natürlich noch erarbeiten - und auch die Hoffnungen bei einem 19-Jährigen sollten vielleicht auch noch nicht ins Unermessliche steigen. Doch fragt man Haaland, so scheint es, als pralle der ganze Hype und der damit einhergehende Druck einfach an ihm ab:


Ob es hart sei, mit dem Hype um ihn in den letzten Monaten umzugehen, wurde er gefragt. "Nein, es ist leicht. Warum auch nicht?", antwortete er ganz cool. Haaland scheinen die Superlative um seine Person nicht zu stören - und sich davon vor allem nicht stoppen zu lassen. Begierig arbeitet er einfach weiter. Und dabei hat er natürlich auch den Erfolg des Teams im Blick.


Haaland fordert immer das Maximum von sich und den Kollegen


An einer Erklärung, warum sich der BVB so häufig die Butter vom Brot nimmt und viele Gegentore kassiert, versucht er sich zumindest: "Es ist schwer zu sagen, weil wir so ein gutes Team sind. Vielleicht ist das der schwerste Part: Das Maximum aus dem ganzen Team herauszuholen, für jeden Spieler 90 Minuten auf dem höchsten Level zu spielen." 

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-FRANKFURT

​Das 4:0 gegen Frankfurt am Freitag liefert zu Haalands These zumindest gute Anhaltspunkte: Der BVB war extrem darauf bedacht, immer voll fokussiert in jede Situation zu gehen. Heraus kam ein sehr stabiles Gebilde, dass die Eintracht gar nicht erst in die gefährlichen Räume kommen ließ. ​Es könnte eine Art 'Role Model' gewesen sein, wie der BVB nicht nur spektakulär, sondern vor allem auch erfolgreich spielen kann. Erling Haaland und auch Emre Can dürften für diese Spielweise entscheidende Eckpfeiler sein. Noch aber ist Schwarz-Gelb den Beweis schuldig, dass man dies so konstant abrufen kann. Am Dienstag im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen PSG folgt der nächste, ganz schwere Prüfstein.


Im Offensivspiel besitzt Dortmund genug Qualität, um immer in der Lage zu sein, zu treffen. Die Anpassung an seine neuen Mitspieler war für Haaland ohnehin ein Leichtes: "Ich bin seit einem Monat hier, aber wenn mein Team so gut ist, ist es leicht, zusammen mit ihnen Chancen zu erspielen, eben weil sie so gut sind. Ab der ersten Sekunde als ich mit Jadon [Sancho], Marco [Reus], Thorgan [Hazard] gespielt habe, es hat sofort Klick gemacht - so ist es einfach mit Weltklassespielern".


Man mag mit dem verpönten Begriff 'Mentalität' umgehen, wie man will. Dass Haaland diese vom Zeh bis in die Haarspitzen besitzt, kann man aber einfach nicht leugnen. Haaland hat das Potenzial, den BVB mit seinem Feuereifer neu zu entfachen. Und dafür sollten ihn die Fans in Schwarz-Gelb am meisten lieben!


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