Seit Wochen und Monaten wird über die Zukunft des FC Bayern spekuliert. Einige Transfers sind in Planung, viele Vertragsverlängerungen sind offen und auch die Trainerfrage ist noch zu beantworten. Der Sommer wird heiß erwartet, in einigen Monaten ist die sportliche Führung wieder gefordert. Wie könnte ein sehr guter Transfersommer aus Münchner Sicht aussehen?


Viele Transfers braucht es nicht unbedingt, nachdem bereits in den vergangenen Monaten eine Umstrukturierung stattfand. Seit Joshua Kimmich wieder im Mittelfeld spielt, herrscht dort ein Überangebot, weshalb die Zentrale vermutlich wieder ausgedünnt wird. Und auch mit der Verpflichtung eines Rechtsverteidigers, der langfristig bleiben wird, wird die Defensive extrem variabel. Mit Niklas Süle, Lucas Hernandez, Benjamin Pavard, Jerome Boateng, Javi Martinez und David Alaba sind Sorgen eigentlich ausgeschlossen.


Die Streichkandidaten


Allerdings dürfte entweder Boateng oder Martinez die Segel streichen. Viel wird von der Trainerfrage abhängen, denn für beide Akteure ist Spielpraxis und Vertrauen enorm wichtig. Nachdem Boateng im Sommer 2018 ein Wechsel verwehrt wurde, könnte der Weltmeister von 2014 gehen - allerdings schätzt Hans-Dieter Flick seine Qualitäten, zudem beeindruckte Boateng mit seiner Form zu Jahresbeginn.

Jerome Boateng,Javi Martinez

      Sowohl Jerome Boateng als auch Javi Martinez könnten den FC Bayern im Sommer verlassen. Womöglich verabschieden sich sogar beide


Martinez dagegen fällt mit einem Muskelbündelriss verletzt aus und könnte das Kapitel FC Bayern nach acht Jahren beenden. Vorstellbar wäre eine Rückkehr in seine spanische Heimat, womöglich zu Ex-Verein Athletic Bilbao, der ihn im Sommer 2012 wider Willen nach München ziehen lassen musste. Ein weiterer Streichkandidat ist Corentin Tolisso, wie Sport Bild kürzlich berichtete. Der Franzose ist aktuell nur Außenseiter, der verheerende Kreuzbandriss aus der vergangenen Saison macht ihm zu schaffen. Weder an Kimmich oder Thiago, noch an Leon Goretzka oder Thomas Müller führt derzeit ein Weg vorbei.


Während also Martinez und Tolisso den FC Bayern verlassen dürften, könnte auch die Zeit von Philippe Coutinho bald wieder abgelaufen sein. Die Leihgabe des FC Barcelona soll sich in der bayrischen Landeshauptstadt wohlfühlen, doch der Preis ist auch in Anbetracht der angeblichen Senkung auf 80 Millionen Euro zu hoch für einen Spieler, der als Weltstar angekündigt wurde, sich jedoch nur als Mitläufer präsentiert. Seinen einzigen Galaauftritt erlebte Coutinho beim 6:1 über Werder Bremen, abseits davon war zu wenig zu sehen, um sich nachhaltig für den FC Bayern zu empfehlen.


Welche Spieler kommen könnten


Ivan Perisic könnte wegen seines erschwinglichen Preises bleiben, wäre dann allerdings wohl nur Nummer vier auf den Außenbahnen. Denn ein weiterer Flügelflitzer soll in jedem Fall kommen. Im Optimalfall einigen sich die Münchner mit Manchester City auf einen Transfer von Leroy Sané, der im vergangenen Jahr noch wegen der Kreuzbandverletzung geplatzt war. Der deutsche Nationalspieler ist in seiner Entwicklung ein paar Schritte weiter als Kingsley Coman, der in seiner letzten Aktion noch zu häufig die falsche Entscheidung trifft. Auch ist er weniger verletzungsanfällig als der Franzose, weshalb die künftige Flügelzange Sané / Gnabry heißen könnte.

Leroy Sané

Weil eine Verpflichtung von Jadon Sancho unrealistisch ist, gibt es in dieser Preiskategorie keine bessere Alternative als Leroy Sané


Ein weiterer Transfer mit Weitblick wäre die Verpflichtung von Kai Havertz. Der 20-Jährige hat nicht die beste Hinrunde seiner jungen Karriere hinter sich, ist langfristig gesehen aber das größte Talent des deutschen Fußballs. Havertz kann auf der Zehn und dem rechten Flügel eingesetzt werden, besitzt dem Vernehmen nach allerdings ein teures Preisschild von 130 Millionen Euro und hat das Interesse vieler Klubs auf sich gezogen. Mit Havertz, Müller und Goretzka kämen dann allein drei Spieler für die Position im offensiven Mittelfeld in Frage; dem FC Bayern ging es schon schlechter.

Sergino Dest

 Rechtsverteidiger mit Zukunft: Kommt Sergino Dest?


Als Rechtsverteidiger dürfte Sergino Dest womöglich seine Zelte in München aufschlagen. Der 19-Jährige macht bei Ajax Amsterdam mit seinen Offensivqualitäten mächtig Dampf, tanzte beim Länderspiel zwischen den USA und Kanada sogar Alphonso Davies aus. Genauso gut beherrscht Dest aber auch das Verteidigen, wie er in bislang 28 Pflichtspielen für Ajax unter Beweis gestellt hat. Aufgrund seines jungen Alters von 19 Jahren, gepaart mit dem extremen Potenzial, passt er perfekt in das Beuteschema von Hasan Salihamidzic.


Flick muss bleiben 


Die wichtigste Baustelle ist allerdings der Trainerposten. Da kann es nach aktuellem Stand nur eine Lösung geben: Hansi Flick! Den Aufstieg vom Co- zum Cheftrainer hat er mit seiner authentischen und zielstrebigen Art gemeistert, dank seiner Arbeit ist außerdem wieder eine klare Handschrift auf dem Platz zu erkennen. Seit der Winterpause hat Flick sein Profil enorm geschärft, gibt eine sehr gute Figur in der ersten Reihe ab. Diese Entwicklung war nicht unbedingt zu erwarten, gerade nach der komplizierten Zeit unter Niko Kovac.


Flick ist ein Siegertyp, der das Maximum erreichen will - Oliver Kahn dürfte diese Eigenschaft ganz besonders gefallen. Zudem wird er von der Mannschaft geschätzt; nicht unwichtig für die Vertragsgespräche mit den Akteuren, deren Arbeitspapier Stand jetzt im Sommer 2021 ausläuft. Eine Trennung nach der Saison wäre eine große Überraschung.


Folge 90min auch in den sozialen Netzwerken:

Instagram @90min _de

Facebook @90minGerman

Twitter @90min_DE