​Werder Bremen hat ein Sturmproblem. Alle Angreifer des SVW haben mit einer erschreckenden Formkrise zu kämpfen. Davon betroffen ist auch Johannes Eggestein. Dem zuletzt komplett aussortierten Nachwuchsstar sollte Trainer Florian Kohfeldt wieder das Vertrauen schenken.


Johannes Eggestein erlebte einen katastrophalen Start ins neue Jahr. In der Rückrunde kam der 21-Jährige noch nicht einmal für Werder zum Einsatz. Was extrem schade ist, wenn man seine Klasse und Perspektive bedenkt. Doch allemal berechtigt aufgrund seiner unterirdischen Leistungen zum Ende der Hinrunde.


Eggestein lieferte einfach nicht mehr ab. Nach ausbleibenden Startelfeinsätzen kam er überwiegend als Joker zum Einsatz, wirkte dann aber mehr wie ein Fremdkörper als ein Antreiber. Nur ein Treffer steht für ihn in dieser Saison überhaupt zu Buche. Im Vergleich zu den Vorjahren machte das so hochgelobte Talent einen großen Rückschritt.


Eggestein vermisst seine Komfortzone


Doch die immensen Probleme des Youngsters sind zu großen Teilen hausgemacht. Vor Jahren kam die Idee auf, den gelernten Mittelstürmer zu einem ballstarken Flügelspieler umzufunktionieren. Dies gelang auf Dauer ebenso wenig wie der Plan, Eggestein im Mittelfeld zu etablieren. 


Der Angreifer, der vor nicht allzu langer Zeit noch die U19-Bundesliga​ in ihre Einzelteile zerlegte, fühlte sich auf diesen Positionen nicht wohl. Plötzlich war all sein Talent verschwunden. Seine größte Stärke, die gnadenlose Effizienz, büßte er schon vor langer Zeit ein. Doch Werder hatte nie den Bedarf nach einer Sturmspitze wie Eggestein. 

Andreas Ulmer,Maximilian Eggestein

Als Mittelstürmer erzielte Eggestein in 79 U17- und U19-Ligaspielen 80 Tore



Mit Max Kruse oder den im Sommer verpflichteten Niclas Füllkrug musste man über den 21-Jährigen als Nachfolger eines Markus Rosenberg oder Miroslav Klose gar nicht erst nachdenken. Doch zum aktuellen Zeitpunkt ist Kruse weg und Füllkrug verletzt. Auch die anderen Angreifer stecken in einem tiefen Loch. 


Kohfeldt und das kalte Wasser


Nun bietet sich nicht nur für Eggestein eine große Chance. Trainer Kohfeldt hat es gerne, junge Spieler etwas überraschend ins kalte Wasser zu werfen. Zwar ist der Angreifer kein Neuling, doch ein Startelfeinsatz in der Sturmspitze wäre aktuell wie eine Premiere. ​Da Davie Selke ohnehin gelbgesperrt fehlt, würde der Übungsleiter mit Eggestein keinen Platz wegnehmen.

Johannes Eggestein

Eggestein ist Kapitän bei der U21-Nationalmannschaft, aber Bankdrücker bei Werder



Und dass der 21-Jährige die Qualität hat, ist unumstritten. Die U21-Nationalmannschaft führt er als Kapitän an - unter anderem auch als zentraler Angreifer. Ein Einsatz gegen ​Leipzig wäre ein starkes Zeichen an die Konkurrenz, sowie den Glauben an Eggesteins Zukunft. Denn Bremen ist auf Spieler wie ihn angewiesen, die nichts anderes als die Werder-Philosophie kennen und alles für ihren Verein geben würden. 


Auch nach schwachen Leistungen sollte Jojo immer im Hinterkopf von Kohfeldt sein. Ob es für den Youngster wirklich reicht, bleibt abzuwarten. Doch die Vorstellung des Erfolgs ist viel zu schön, um nichts zu riskieren.