Noch kein Jahr ist Jochen Schneider als Sportvorstand bei ​Schalke 04 im Amt, und doch hat er schon viel verändert und bewirkt. Im Sommer wartet eine neue Herausforderung auf den 49-Jährigen: Die Qualität des Kaders muss erhöht werden. Im Zuge dessen will er keine Leistungsträger abgeben und u. a. "mehrheitlich jüngere Spieler" verpflichten.


Als Nachfolger von Christian Heidel kann Jochen Schneider bislang auf eine persönlich sehr gute Bilanz zurückblicken. Im nächsten Monat jährt sich sein Amtsantritt zum ersten Mal; seitdem hat er bereits viel unternommen, um Schalke zu professionalisieren, den Verein zu festigen und ihn mittel- wie langfristig auf gesunde Beine zu stellen. 


Schneiders Ziel für den Sommer: "Die Qualität des Kaders erhöhen"


In den vergangenen Transferphasen im Sommer und im Winter hat er - den Möglichkeiten entsprechend - den Kader verbessert und ihn breiter aufgestellt - in Absprache mit Trainer David Wagner und Kaderplaner Michael Reschke. Am Ende der aktuellen Saison, die in der Gänze bislang deutlich besser und erfolgreicher verläuft, als man das erwartet hat, steht mit der nächsten Sommerpause eine weitere Herausforderung an. 


Gegenüber der Sport Bild sprach Schneider über die Planungen: "Das Ziel muss sein, dass wir uns in der Spitze verbessern, dass wir die Qualität des Kaders erhöhen."

Suat Serdar

Leistungsträger wie Suat Serdar wird Schalke im Sommer nicht abgeben



Ein erster Schritt soll das Halten von Leistungsträgern sein. Trotz etwaiger Angebote plane S04, Spieler wie Suat Serdar, Amine Harit oder ​Ozan Kabak definitiv zu behalten. Auch wenn das ein vergleichsweise eher kleines wirtschaftliches Minus für das Gesamt-Jahr 2019 bedeuten würde. 


"Die Leistungsträger werden nicht abgegeben, wir wollen die Mannschaft zusammenhalten und sie verbessern", erklärte Schneider. Möglich ist das, weil Spieler wie Kabak oder Harit mit langfristigen Verträgen ausgestattet sind - die Ausstiegsklauseln, die wohl bei ca. 45 bzw. 60 Millionen Euro liegen sollen, greifen auch erst ab 2021. Mit Serdar sollen zudem ​Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung laufen. 


Für einen Verein wie Schalke ist es neben einem qualitativ starken Kader wichtig, auch Spielerwerte zu schaffen, um in Zukunft größere Transfereinnahmen generieren zu können. Das weiß natürlich auch Schneider: "Das geht nur, wenn man mehrheitlich jüngere Spieler holt." Auch wenn man nicht die besten finanziellen Möglichkeiten hat, um auf dem Transfermarkt tätig zu werden, gebe es "kein Klagen", schließlich seien die "wirtschaftlichen Möglichkeiten nach wie vor sehr gut".


Auch Leihgeschäfte als Teil der Schalke-Planung: Kenny soll bleiben


Der Sportvorstand weiter: "Dennoch müssen wir einen Spagat hinbekommen und eventuell auch die eine oder andere Leihe tätigen." Dabei wäre das von Michael Reschke etablierte Netzwerk "unheimlich wertvoll". Mit Leihspielern wie Jonjoe Kenny, Juan Miranda oder auch Jean-Clair Todibo hat Königsblau bisher gute Erfahrungen gemacht. Sie stabilisieren den Kader, geben dem Trainer weitere Möglichkeiten, und sind mit ihrer jeweiligen Qualität wertvoll. 


Bei Kenny prüfe man laut Sport Bild weiterhin, die Leihe in ein langfristiges Engagement umzuwandeln. Sollte man die geforderte Summe des FC Everton nicht zahlen können, sei eine erneute Leihe das Ziel. Bei Todibo (trotz Kaufoption für 25 Millionen Euro) und Miranda prüfe man ebenfalls eine weitere Leihe über den Sommer hinaus. 

FBL-GER-BUNDESLIGA-SCHALKE-KENNY

Jonjoe Kenny soll - wenn möglich - über den Sommer beim S04 bleiben



Neben den weiteren Handlungen rund um den Kader, wie etwa die Einstellung des Integrationsbeauftragten Massimo Mariotti oder eines Sportpsychologen, wird die Mannschaft die größte Herausforderung für Jochen Schneider bleiben. Den Kader (den Möglichkeiten entsprechend) punktuell zu verbessern, während man die wichtigen finanziellen Werte entwickelt, wird auch im Sommer nicht gerade einfach. 


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