Nach dem Rassismus-Eklat im DFB-Pokalspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Hertha BSC hat der DFB Stellung bezogen. Wie der Verband mitteilte, hat der Kontrollausschuss Ermittlungen eingeleitet. 


Während der zweiten Halbzeit des Pokalspiels soll Hertha-Innenverteidiger Jordan Torunarigha von einigen Schalker Fans rassistisch beleidigt worden sein, wie Trainer Jürgen Klinsmann und Mannschaftskapitän Niklas Stark nach der Partie erklärten. "Es gab rassistische Beleidigungen von der Tribüne. Jordan ist ein emotionaler Spieler. Wenn so etwas passiert, wäre ich wahrscheinlich auch ausgerastet. Sowas geht nicht. Das ist menschlich ganz abstoßend", wird Stark von der Süddeutschen Zeitung zitiert.


In der Regel erfolgt beim Verdacht auf rassistische Äußerungen eine Durchsage des Stadionsprechers. Dass diese ausblieb, war laut Sportbuzzer der Tatsache geschuldet, dass Schiedsrichter Harm Osmers erst nach dem Ende der regulären Spielzeit von Michael Preetz über den Vorfall informiert worden sei. Der Geschäftsführer der Berliner Hertha erklärte in einer auf der Vereinswebsite veröffentlichten Stellungnahme:


"Ich habe vor Beginn der Verlängerung zunächst mit Jordan gesprochen und im Anschluss sowohl den vierten Offiziellen sowie den Schiedsrichter über den Vorfall informiert - mit der Bitte versehen, unseren Spieler zu schützen. Zudem war ich nach dem Spiel in der Kabine nochmals mit dem Schiedsrichtergespann im Austausch."

"Wir verurteilen jegliche Form von Rassismus auf das Schärfste! Rassistische Beleidigungen sind in jedem Stadion ebenso wie in jeder anderen Situation des Lebens zu verurteilen. Jordan Torunarigha wurde als Spieler unserer Mannschaft, Teil von Hertha BSC und Mitglied unserer Gesellschaft rassistisch beleidigt. Uns alle hat dieser Vorfall sehr getroffen und wir stehen geschlossen hinter unserem Spieler", so Preetz weiter.


DFB-Kontrollausschuss ermittelt


Mittlerweile hat sich auch der Deutsche Fußball-Bund eingeschaltet, auf Twitter kündigte der Verband Ermittlungen an. Preetz sagt dem DFB die volle Unterstützung zu: "Hertha BSC und Jordan Torunarigha werden schriftlich dazu Stellung nehmen und damit die Ermittlungen des Kontrollausschusses des DFB unterstützen." 

Auch die Verantwortlichen des FC Schalke zeigten noch am Dienstagabend klare Kante. "Da gibt es null Toleranz. Mir fehlt jegliches Verständnis für Vollidioten dieser Art. Wir werden alles dafür tun, dass wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ausfindig machen und mit Konsequenzen belegen", sagte Sportvorstand Jochen Schneider. Trainer David Wagner habe die Rufe am Spielfeldrand nicht vernommen, entschuldigte sich dennoch für den Vorfall. "So was gehört sich nicht. In England wird derjenige sofort gepackt und dann raus", so der ehemalige Cheftrainer von Huddersfield Town.