Die Freistellung von Trainer Friedhelm Funkel war ebenso überraschend wie fragwürdig. Nicht nur die Fans von ​Fortuna Düsseldorf bescheinigen ihrem Verein ein unwürdiges Vor- und Umgehen mit dem 66-jährigen Fußball-Lehrer. Die Bild protokolliert die seltsamen Entscheidungen. 


Am Mittwochmorgen machte die Nachricht die Runde, dass Friedhelm Funkel als Düsseldorf-Coach freigestellt wurde. Überrascht mussten zahlreiche Fußball- und Fortuna-Fans diese Meldung seitens der Bild hinnehmen - schließlich hatten Vereinsverantwortliche vor wenigen Tagen noch erklärt, dass der Trainer nicht zur Disposition stehe. Hinzu kam die Vertragsverlängerung kurz vor Weihnachten. Ein Beweis der Treue in sportlich schwierigen Zeiten. 


Funkel-Entlassung zog sich 24 Stunden hin: Unwürdiges Vorgehen der Fortuna


Dass diese Meldungen stimmten und sie so seltsam wie überraschend waren, lag vor allem an dem unwürdigen Vorgehen seitens des Fortuna-Vorstands. Wenn man vorher eindeutig betont, man wolle gemeinsam weiterarbeiten und es gebe erst gar keine Diskussionsgrundlagen, ist die Freistellung auch im so extrem schnelllebigen Fußball-Geschäft ein schmales Brett. 


Die Bild berichtet zudem, man habe bereits über den Dienstag "konkrete Hinweise" bezüglich der Entlassung erhalten. Funkel, der zu diesem Zeitpunkt nichtsahnend beim Mittagessen sitzt, glaubt an eine Ente. Am Abend wird er einen Auftritt bei der Wahl zu Düsseldorfs "Sportler des Jahres" haben - dort gewinnt er den Titel "Trainer des Jahres". Er glaubt weiterhin nicht an die Berichte: "Die schmeißen mich doch nicht raus und lassen mich dann unwissend auf die Ehrung [...] gehen. So etwas traue ich keinem zu."

Friedhelm Funkel

Am Ende wird sich der 66-Jährige korrigiert wissen. Während er noch am Vorabend darüber sinniert, dass er trotz zahlreicher Erfahrungen im Fußball-Business so etwas nicht für möglich hält, wird er am Mittwochmorgen noch während der Fahrt zum Trainingsgelände von Sportvorstand Lutz Pfannenstiel angerufen. Obwohl er nicht abnimmt, weiß er sofort was Sache ist ("Ich bin keine 20 mehr"). Das Gespräch mit dem Vorstand verläuft kurzlebig, wenig später verabschiedet sich Funkel mitsamt einiger Tränen von der vermutlich ungläubigen Mannschaft. Seine Trainer-Karriere sieht er damit endgültig als abgeschlossen an. 


Ein Tages-Protokoll, was wie eine Farce ausschaut. Vereine, die überleben und beständig sein wollen, benötigen pure Professionalität. Was sich Düsseldorf mit der Entlassung an sich, aber vor allem mit dem vorigen Vorgehen geleistet hat, ist schon fast abenteuerlich.


Pfannenstiels Instagram-Account wurde gehackt


In diesem Zusammenhang machte auf den sozialen Netzwerken auch ein geleakter Chatverlauf die Runde, in dem unter dem Instagram-Account von Pfannenstiel u.a. gegen Funkel geledert wurde.

Die Agentur des Sportvorstands meldete sich am Mittwochabend zu Wort und teilte mit, dass der Account von Pfannenstiel gehackt wurde. Der Gesprächsverlauf ist somit zwar echt, stammt aber nicht von Pfannenstiel, sondern von einem "Fan", der sich einen dummen "Scherz" erlaubt hat. Der "Scherz" wird aber wohl Konsequenzen für ihn haben - zurecht.