​Marco Reus (30) gilt bei ​Borussia Dortmund eigentlich als Führungsspieler. Er ist Kapitän der Mannschaft und für gewöhnlich auch einer der Leistungsträger im Team. So auch am vergangenen Freitag beim 5:1-Kantersieg gegen den 1.FC Köln. Doch im Umfeld soll es erste zarte Zweifel an dem Offensivspieler geben.


So zumindest berichtet es die WAZ. Demnach sollen einige im Klub bereits angedeutet haben, zumindest gelegentlich, dass der Spieler mittlerweile zu langsam sei und als Führungsspieler auch deshalb nichts tauge, weil er dafür "insgesamt zu zurückhaltend" auftrete. 


Nun muss man nicht unbedingt ein Lautsprecher sein, um auf dem Platz eine Leadership-Rolle (wie es heute so schön neu-deutsch heißt) auszufüllen. Zinédine Zidane oder Lionel Messi sind dafür die besten Beispiele. Wobei der Vergleich vielleicht ein wenig hinkt... Borussias Sportdirektor Michael Zorc ließ sich diesbezüglich gar nicht erst aus der Reserve locken. "Dass Marco diese Fähigkeiten hat", so Zorc, "daran besteht überhaupt kein Zweifel."


Fußballerisch ist Reus über jeden Zweifel erhaben


Rein fußballerisch kann man Zorc natürlich nur beipflichten. Und das sollte auch das Hauptkriterium sein, nach dem ein Spieler bewertet wird. Zu langsam erschien er den meisten der 80.000 Zuschauer am vergangenen Freitag im Signal-Iduna-Park nämlich eher nicht. Im Gegenteil - dadurch, dass die Kölner sehr optimistisch verteidigten, eröffneten sich hinter ihren Reihen immer wieder freie Räume. Die Reus dann mit seinen Sprints besetzte. "Das klappt nicht", so Zorc weiter, "wenn der Gegner am Sechzehnmeterraum parkt."

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Hier bejubelt Marco Reus seinen Treffer zum 2:0 gegen den 1.FC Köln in der 29. Minute


Doch am Freitag habe Reus diese Lücken in der Kölner Hintermannschaft erkannt - und genutzt. "Das hat Marco zum Beispiel sehr gut gemacht."


Über seine Führungsqualitäten indes kann man streiten. Muss man aber nicht, da man in Mats Hummels ja schon einen Spieler im Kader hat, der die notwendige Erfahrung, Qualität und - ganz wichtig - natürliche Autorität mitbringt, um die Mannschaft zu führen. Solange Reus weiterhin für Tore sorgt, ist diese Debatte eigentlich recht sinnbefreit.