​Ab dem 31. Januar ist England nicht mehr in der Europäischen Union. Das hat auch Folgen für die englische ​Premier League. Denn ab dem sogenannten Brexit wird es, englischen Sportjuristen zufolge, den englischen Klubs nicht mehr möglich sein, minderjährige Spieler unter Vertrag zu nehmen, was in den letzten Jahren allgemeiner Usus auf der Insel war.


So zumindest berichtet es der englische The Telegraph unter Berufung auf Sportjuristen. Demzufolge hätten die Klubs nur noch drei Tage Zeit, die Talente dieser Fußball-Welt, die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht haben, unter Vertrag zu nehmen. Wobei es auch Stimmen gibt, vornehmlich innerhalb der Klubs selbst, die dieses Verbot der Verpfllichtung Nicht-Volljähriger nicht sehen. Doch die Anwälte warnen.


Nur noch drei Tage?


So sagte z.B. Jake Cohen der Zeitung: "Ich würde den Klubs raten, dass sie, wenn sie einen entsprechenden Spieler auserkoren haben und alle Konditionen stimmen, lieber jetzt den Abzug betätigen, statt das Risiko eines Konfliktes mit der FIFA einzugehen. Vor allem, wenn es keine klare Regelung gibt." 


Ähnlich sieht es Cohens Kollege Owen Jones, der erklärte: "Nach meiner Überzeugung ist dieses Winter-Transferfenster die letzte Möglichkeit, 16- oder 17-jährige Spieler unter Vertrag nehmen zu können. Es sei denn, es würde sich etwas an den aktuellen FIFA-Bestimmungen ändern." 


Die aktuellen Bestimmungen der FIFA sehen vor, dass es jedem Spieler unter 18 Jahren untersagt ist, den Klub zu wechseln, außer er wechselt zwischen zwei Klubs innerhalb der EU oder der Europäischen Wirtschaftszone. Ab dem 31. Januar ist England aus beiden dieser Blöcke raus.


Die Klubs wiederum berufen sich auf die bis zum Ende des Jahres 2020 währende Übergangs-Periode und interpretieren sie derart, dass auch noch nach dem 31. Januar Transfers von minderjährigen Spielern nach England getätigt werden dürfen.


Beide zitierten Anwälte haben diesbezüglich aber ihre Vorbehalte. Berühmte Beispiele für Transfers von nicht-volljährigen Spielern in der jüngeren Vergangenheit waren ​Paul Pogba, Cesc Fabregas oder Héctor Bellerin.


Das Kalkül ist logisch: Solange ein Spieler noch am Anfang seiner vielversprechenden Karriere steht, ist er natürlich preiswerter zu haben, als wenn er schon einige Jahre auf hohem Niveau sein Können gezeigt hat.