​Hertha BSC hat noch einmal auf dem ​Transfermarkt zugeschlagen und Lucas Tousart verpflichtet. Mit einer Ablösesumme von 25 Millionen Euro wird der 22-Jährige der neue Rekordtransfer der Alten Dame - eine Verstärkung (geschweige denn Topverpflichtung) ist er aber nicht.


Granit Xhaka, Mario Götze, Julian Draxler, Emre Can: Das ist nur eine kleine Auswahl der Spieler, die in diesem Winter mit einem Wechsel zu ​Hertha BSC in Verbindung gebracht wurden. Die Fans der Berliner gerieten angesichts dieser Namen ins Schwärmen, dürften am Ende allerdings ein wenig enttäuscht sein, denn von den genannten Stars konnte die Hertha keinen einzigen an Land ziehen.


Hertha BSC gibt (zu) viel Geld für Tousart aus


Das bedeutet aber nicht, dass die Berliner - dank Großinvestor Lars Windhorst - nicht tief in die Tasche griffen. Im Gegenteil: ​Kurz vor dem Ende der Transferperiode machte der BSC den Transfer von Lucas Tousart perfekt. Stolze 25 Millionen Euro kostet der französischen Mittelfeldspieler, der noch bis Saisonende bei Olympique Lyon verweilen und erst zur neuen Spielzeit zur Hertha stoßen wird.

Der Name von Tousart dürfte dem allgemeinen Bundesligafan zwar ein Begriff sein, doch genauer haben sich wohl nur die wenigsten mit dem 22-Jährigen befasst. Ist der Mittelfeldspieler, der noch auf sein Debüt für die französische A-Nationalmannschaft wartet, das viele Geld wirklich wert? Oder hat die Hertha zu viel für ihren Neuzugang bezahlt?


Um diese Fragen zu klären, haben wir uns mit ​Matthieu Taubmann, Redakteur von 90min Frankreich, unterhalten. Seine Meinung über Herthas Rekordtransfer fällt deutlich aus: "Meiner Meinung nach hat Hertha zu viel für ihn bezahlt. Er ist jung und hat sicherlich Talent, aber er passt nicht wirklich in die ​Bundesliga. Tousart wäre in der Premier League besser aufgehoben."


Tousart: Schlechtes Passspiel, keine Technik


Laut Matthieus Einschätzung käme Tousart das körperbetonte Spiel auf der Insel eher gelegen, denn der Franzose ist eher der Typ 'klassischer Zerstörer': "Er ist sehr gut darin, seine Gegenspieler zu decken und zu verteidigen. Aber er kann keine Angriffe einleiten, das Passspiel zählt nicht zu seinen Stärken. Zudem ist er technisch sehr limitiert." 


Zumindest sei Tousarts Einstellung hervorzuheben, da er "ein Fighter" ist und den Gegner stets hart bearbeitet.

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Tousart ist der Mann fürs Grobe



Dazu passt: In 155 Spielen für Olympique Lyon kommt Tousart lediglich auf fünf eigene Treffer und sechs Vorlagen - große Torgefahr strahlt der Mittelfeldspieler nicht aus. Wunderdinge dürfen die Hertha-Fans vom Neuzugang somit nicht erwarten, sollten eher die Hoffnungen an Tousart herunter schrauben. 25 Millionen Euro hin oder her.


Der Transfer von Tousart gibt berechtigen Grund zur Annahme, dass die Hertha-Bosse nach den Absagen von Xhaka, Draxler und Co. unbedingt noch einen Neuzugang präsentieren wollten, der "von einem Champions-League-Klub" kommt und "bereits international erfahren" (O-Ton Michael Preetz) ist. Er wird den Fans zwar als Toptransfer verkauft - faktisch ist er das aber nicht. Extrem fraglich, ob er die hohe Ablösesumme jemals rechtfertigen wird.