Die Bundesligasaison 2019/20 ist von Spannung in allen Tabellenregionen geprägt, sowohl im Keller als auch auf den Spitzenplätzen geht es eng zu. Gleich vier Mannschaften kämpfen in unmittelbarer Schlagdistanz um die Tabellenführung, dahinter lauern zwei Verfolger mit Außenseiterchancen. 90min wirft nach dem 19. Spieltag einen Blick auf das Formbarometer an der Spitze: Welcher Klub hat zum aktuellen Zeitpunkt die besten Chancen auf den Titel? Unser Meisterschalen-Power-Ranking:


Platz 1: FC Bayern München

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Der ​FC Bayern spielt wieder 'Bayern-like' - für die Konkurrenz ist das kein gutes Zeichen. Strauchelten die Münchner noch in der Vorweihnachtszeit, so demonstrierten sie in den ersten beiden Hinrundenspielen wieder einmal eindrucksvoll ihre Klasse. Mit 9:0 Toren startete die Elf von Hans-Dieter Flick in die Rückrunde, ließ sowohl gegen Hertha BSC als auch gegen Schalke 04 im eigenen Strafraum kaum etwas anbrennen und präsentierte auf dem Weg nach vorne wieder ansehnlichen Kombinationsfußball. 


Sollte die Dominanz auch in den kommenden Wochen anhalten, wird der Titel auf kurz oder lang wieder nur über die Bayern gehen, die unbedingt die achte Meisterschaft in Folge feiern wollen.


Platz 2: RB Leipzig

Timo Werner

Wieder einmal kritisierte ​RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann seine Spieler in aller Öffentlichkeit. Wie schon nach der Niederlage gegen den SC Freiburg im Oktober sah er sich nach dem 0:2 bei Eintracht Frankfurt dazu gezwungen, der Mannschaft den Ehrgeiz und die Qualitäten einer Spitzenmannschaft abzusprechen.


Das war nach den ersten 45 Minuten in der Commerzbank-Arena wenig verwunderlich. Leipzig dominierte das Spiel nach Belieben, kam aber nicht zu klaren Torchancen; und sah vor dem eigenen Tor überhaupt nicht gut aus, als die Eintracht kurz nach dem Seitenwechsel plötzlich in Führung ging und in den Schlussminuten den Deckel drauf machte. 


Mit Dani Olmo haben sich die Sachsen offensiv noch einmal verstärkt, der Spanier konkurriert künftig mit Marcel Sabitzer, Emil Forsberg und Christopher Nkunku auf den Außenbahnen. Neben Top-Torschütze Timo Werner hat sich Patrik Schick etabliert, alternativ steht Nagelsmann noch immer Yussuf Poulsen zur Verfügung. Sorgen bereiten zwar die Ausfälle in der Defensive - unabhängig davon ist aber zu jeder Zeit mit Leipzig zu rechnen.


Platz 3: Borussia Dortmund

Jadon Sancho

5:3 gegen Augsburg, 5:1 gegen Köln - torreich, turbulent, im ersten Heimspiel des neuen Kalenderjahres aber souverän und letztendlich auch erfolgreich ist ​Borussia Dortmund in die zweite Saisonhälfte gestartet. Mit Erling Haaland haben die Verantwortlichen den gewünschten Stürmer im Winter verpflichten können, übereinstimmenden Medienberichten zufolge bahnt sich auch der Transfer von Emre Can an. Dortmund will um jeden Preis um Titel mitspielen, erhöht dafür auch die Ausgaben auf dem Transfermarkt. 


Die Mannschaft besitzt schon jetzt ein hohes Niveau, hat aber mit sich selbst zu kämpfen. Immer wieder schleichen sich eklatante Abwehrfehler ein, gegen den FC Augsburg geriet man zwischenzeitlich sogar in einen 1:3-Rückstand. Solange die Konstanz fehlt, wird der BVB immer wieder Rückschläge erleiden. Bekommt Lucien Favre die Probleme seiner Mannschaft aber in den Griff, ist mit Schwarz-Gelb auf jeden Fall zu rechnen.


Platz 4: Borussia Mönchengladbach

Alassane Plea

In den vergangenen Pflichtspielen hat ​Borussia Mönchengladbach zu spüren bekommen, dass sich die Gegner immer besser auf die Spielweise unter Marco Rose einstellen. Lag die Fohlenelf zwischenzeitlich an der Tabellenspitze, so betrug der Rückstand auf Leipzig vor dem 19. Spieltag fünf Punkte. Dieser ist dank des 3:1-Erfolgs über Mainz 05 wieder auf zwei Zähler geschmolzen, die Niederlage auf Schalke war allerdings ein weiterer Rückschlag im Kampf um die Schale.


Auch im weiteren Verlauf der Saison wird nicht alles reibungslos verlaufen, nichtsdestotrotz bleibt Gladbach einer der Kandidaten auf die Meisterschaft. Sollten die Aussichten schwinden, dürfte sich der Blick auf die Qualifikation für die Champions League richten. Auch der Kampf um einen der begehrten Plätze für die Königsklasse ist eng, ein Erfolg dieser Größenordnung ist dieser Truppe aber durchaus zuzutrauen. 


Platz 5: Bayer Leverkusen

Lucas Alario ,

An guten Tagen kann ​Bayer Leverkusen jedem Gegner gefährlich werden, doch dann gibt es Tage, da scheitert die talentierte Werkself an sich selbst. Der Start in die Rückrunde ist mit zwei Siegen über den SC Paderborn (4:1) und Fortuna Düsseldorf (3:0) gelungen, allerdings darf sich Leverkusen eher zum Verfolgerfeld als zu den direkten Titelkandidaten zählen. 


Die Champions-League-Ränge haben Peter Bosz und die Seinen aber fest im Blick, Borussia Dortmund ist gerade einmal zwei Punkte entfernt. Bei einer plötzlichen Siegesserie ist womöglich sogar mehr drin, danach sieht es Stand jetzt aber nicht aus.


Platz 6: FC Schalke 04

Suat Serdar

Mit sieben Punkten Rückstand auf Leipzig belegt ​Schalke 04 den sechsten Tabellenplatz, die Meisterschaft ist für Mannschaft, Verein und Fans aber nicht das Wichtigste. Unter David Wagner macht Schalke wieder Spaß - und das ist die Hauptsache. 


Anders als noch vor einem Jahr ist die Mannschaft wieder eine Einheit, die unangenehm zu bespielen ist. Auf dem Platz stehen elf Malocher, die über 90 Minuten pressen, Tempo auf den Platz bringen und mit Amine Harit einen enorm wichtigen Kreativposten auf der Zehn besitzen. Wenn Schalke weiter konstant punktet, ist ein Platz im Europapokal auf jeden Fall drin, auf die Meisterschaft muss der Klub mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aber noch ein wenig länger warten.


Das 90min Schalenbarometer:


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