​Fortuna Düsseldorf musste sich am gestrigen Sonntag Bayer 04 Leverkusen mit 0:3 geschlagen geben und hat weiterhin die rote Laterne der Bundesliga inne. Vor wenigen Monaten noch von ganz Deutschland gefeiert, muss sich mittlerweile auch Cheftrainer ​Friedhelm Funkel immer größerer Kritik stellen. Manager Lutz Pfannenstiel setzt seinem Coach aber (noch) nicht die Pistole auf die Brust und will der Trainerlegende den ein oder anderen Last-Minute-Transfer zur Verfügung stellen.​


15 Punkte nach 19 Ligaspielen. Nur ein Sieg aus den letzten neun Spielen. Da bleiben Fragen, ob Funkel noch der richtige Mann für die Düsseldorfer ist, bei allem zurecht aufgebrachten Respekt nicht aus. Das weiß auch Sportdirektor ​Lutz Pfannenstiel und reagierte im Umfeld der Partie gegen die Werkself gelassen auf die Fragen der anwesenden Journalisten. "Ein Ultimatum für den Trainer", so der 46-Jährige laut dem kicker, gäbe es aber definitiv nicht.


Pfannenstiel stärkt Funkel (vorerst) den Rücken


Hoffnung macht den Düsseldorfern, dass die aktuelle sportliche Lage zwar besorgniserregend, aber bei weitem noch nicht aussichtslos ist. Tabellennachbar ​SC Paderborn hat aktuell lediglich wegen des besseren Torverhältnisses die Nase vorn und selbst der Abstand zum 15. Tabellenplatz beträgt lediglich drei Punkte. Auch in der Vorsaison hatten die Düsseldorfer lange ihre liebe Müh und Not gehabt, konnten von Funkel im Saisonverlauf aber erfolgreich wach geküsst werden. Nach Ansicht von Pfannenstiel könnte dies auch in diesem Jahr gelingen, zumal die Fortuna gegen Leverkusen phasenweise durchaus hatte mithalten können: "Wenn Trainerteam und Mannschaft das gemeinsam hinkriegen, dann gibt es keinen Grund, irgendetwas zu ändern."

Lutz Pfannenstiel

Schon alleine die Tatsache, dass die Düsseldorfer in fünf der letzen sechs Partien ohne eigenen Torerfolg geblieben sind, gibt jedoch Hinweise darauf, dass Wiederauferstehungen im Fußball nicht einfach so reproduzierbar sind. Das Standing von Funkel ist zuletzt immer mehr ins Wanken geraten. Eine Weiterentwicklung der Mannschaft ist bereits seit Monaten nicht mehr auszumachen und auch die Nibelungentreue des Trainers gegenüber formschwachen Lieblingen wie Oliver Fink wird immer kritischer beäugt. Einen kleinen Fingerzeig in Richtung der Mannschaft und somit auch in Richtung des Trainers konnte sich Pfannenstiel daher doch nicht verkneifen: "Wenn wir es nicht schaffen, Paderborn hinter uns zu halten, haben wir den Klassenerhalt auch nicht verdient."


Pfannenstiel plant weiteren Transfer


Zugute halten muss man Funkel bei aller berechtigten Kritik aber, dass dem Coach mit Kevin Stöger und der klaren Nummer Eins Zack Steffen zwei wichtige Säulen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stehen. Bereits der personelle Aderlass im vergangenen Sommer inklusive der Abgänge von Dodi Lukebakio und Benito Raman konnte nicht aufgefangen werden. In der aktuellen Transferperiode konnten die Düsseldorfer nun zumindest ​S​teven Skrzybski auf Leihbasis vom FC Schalke 04 loseisen. Geht es nach Pfannenstiel, soll sich in den Tagen bis zum Ende der Transferperiode am kommenden Freitag noch weitaus mehr tun.


Die bisherige Saisonbilanz der Fortuna:

Siege​Remis​Niederlagen​​ToreGegentore​
Bundesliga​​4​3​12​18​40
​DFB-Pokal​2​-​-​5​2
​Insgesamt​6​3​12​23​42

Bereits vor der Partie gegen die Werkself kündigte Pfannenstiel gegenüber Sky an, dem Trainer noch "mehr Material geben" zu wollen. Auf konkrete Namen wollte der Kaderplaner dabei aber nicht eingehen. Wie der kicker berichtet, sollen es die Rheinländer vor allem auf einen neuen Achter abgesehen haben. Um als Soforthilfe dienlich zu sein, soll der potenzielle Neuzugang bereits ausreichend Bundesligaerfahrung mitbringen. Da das Wintertransferfenster viele Tücken in sich birgt, rechnet Pfannenstiel damit, dass sich die Verhandlungen wohl "bis zum Ende der Transferphase" hinziehen werden.