Die Ruhe vor dem Sturm? Hasan Salihamidzic hat in diesem Winter kein großes Interesse an der Transfermarkt-Safari - und befindet sich so in einer Zwickmühle. Der Kader muss kurzfristig verstärkt werden, die Pläne für den Sommer stehen aber im Vordergrund. Und für die braucht es vor allem eines: Ein großes Budget. So ist der aktuelle Stand bei Sané, Havertz, Coutinho und Co.


Hasan Salihamidzic befindet sich dieser Tage im Blickpunkt. Der Sportdirektor des ​FC Bayern ist auf der Suche nach Verstärkungen für den recht dünn besetzten Kader. ​Mit Alvaro Odriozola ist der gesuchte Rechtsverteidiger bereits gefunden. Im besten Fall soll jetzt noch ein Offensivspieler kommen.


Das Budget des Rekordmeisters ist dabei prall gefüllt. Im Sommer bewilligte der Aufsichtsrat 200 Millionen Euro für Neuzugänge. Auch durch die Verletzung von Leroy Sané gab Brazzo abzüglich der Einnahmen durch Spielerverkäufe nur deren 90 Millionen Euro aus. Die 110 Millionen Euro Differenz stünden in diesem Winter zur Verfügung.


Zurückhaltung im Winter für die Sommer-Transferziele


Salihamidzic will das Geld aber lieber nicht ausgeben. Der Bald-Sportvorstand weiß, dass im Winter kostspielige Transfers bevorstehen, für die er viel Geld in die Hand nehmen muss. Was in dieser Saison gespart wurde, könnte somit im kommenden Sommer als Extra-Budget zur Verfügung stehen. Der Name Leroy Sané ist dabei allgegenwärtig.


Nach seinem Berater-Wechsel zu LIAN Sports müssen die Bayern wieder neu verhandeln. Der Deal ist nach Informationen des kicker und von Sport1 noch längst nicht fix - die Wahrscheinlichkeit, dass Sané in München aufschlägt, ist dennoch sehr groß. Zum einen haben Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Salihamidzic schon Kontakt zu LIAN Sports aufgenommen, zum anderen hat auch Hans-Dieter Flick bereits mit Sané gesprochen und sich zu seiner Verletzung erkundigt. Öffentlich wollen die Bosse aber weiter die Füße still halten.


Hinter den Kulissen geht es also weiter darum, die Ablöse so gering wie möglich zu halten. Und darum, mit dem neuen Beraterteam den Vertrag für Sané auszuhandeln. Dieser wird wenig überraschend langfristig ausgelegt (2024 -2025). Sané wird einer der Topverdiener im Team werden.


Der Havertz-Transfer und seine Auswirkungen


Mit Kai Havertz steht auch schon längst das zweite große Transferziel des Sommers fest. Der 20-Jährige dürfte einen noch größeren Betrag des Transferbudgets schlucken. Leverkusen soll 130 Millionen Euro aufrufen, berichtet die Sportbild. In München rechnet man sich gute Chancen auf den Zuschlag aus, ​auch wenn die Konkurrenz ungleich größer sein dürfte als bei Sané. Havertz selbst soll sich eine Zusammenarbeit mit Flick vorstellen können.


Mit dem Duo würde man auch der Hoeneß-Vision vom "FC Deutschland" gerecht werden. Salihamidzic will diese Vision fortführen, gibt aber auch zu bedenken, dass die Globalisierung des Fußball einen internationalen Transfermarkt geschaffen habe "auf dem alle europäischen Spitzenklubs konkurrieren". Die deutschen Nationalspieler beobachte man aber "aufmerksam".

FBL-FRIENDLY-GER-RUS

Neben Sané und Havertz denkt man bei diesen Worten auch an Lukas Klostermann, der hinten rechts eine langfristige Lösung sein könnte. Hier ist der Konjunktiv aber sehr groß: Das Offensiv-Duo wird wohl mindestens 200 Millionen Euro verschlingen - die Frage bleibt, wieviel Geld dann noch für weitere Transfers zur Verfügung steht.


Ausgeschlossen wäre mit einem Doppelschlag bei Sané und Havertz die feste Verpflichtung von Philippe Coutinho. Der Brasilianer würde 120 Millionen Euro kosten. Bis Mitte Mai hat der FCB Zeit, die Kaufoption zu ziehen. Ähnliches gilt für Ivan Perisic, der sich zumindest kleine Chancen ausrechnen kann, als Back-up gehalten zu werden. Der Kroate würde wohl 20 Millionen Euro kosten.


Um beim Vorgehen der beiden Leihgaben schnell Klarheit zu schaffen, sollte man bei Sané und Havertz so schnell wie möglich vorankommen. Sind die Deals bis Mai noch nicht sicher, droht ein erneuter Drahtseilakt, den Salihamidzic unbedingt verhindern sollte.


Darum waren Werner und Haaland keine Optionen


Klarheit herrschte unter den Bayern-Bossen dagegen relativ schnell bei den Personalien Timo Werner und Erling Haaland. Letzterer wurde schon seit geraumer Zeit beobachten, ersterer vergangenen Sommer intensiv mit einem Wechsel nach München in Verbindung gebracht.

Erling Haaland

Beide kamen aus einem Grund nicht: Robert Lewandowski. Mit der bayerisch-polnischen Tormaschine sieht man sich über die kommenden Jahre so gut aufgestellt, dass es keinen weiteren Stürmer braucht, der lediglich als Back-up fungiert. Haaland hätte unter diesen Umständen einen Wechsel zum FCB ohnehin nicht in Betracht gezogen.