Aufgrund der immer größer werdenden Kritik an Alexander Nübel sah sich Berater Stefan Backs dazu gezwungen, den Transfer seines Klienten zum FC Bayern München zu verteidigen. Mit Blick auf die angebliche Vertragsklausel, die dem 23-Jährigen Pflichtspieleinsätze garantieren soll, ließ Backs Raum für Spekulationen offen.


Der Tenor von TV-Experten wird eindeutiger, auch beim DFB schimmert Kritik durch. Alexander Nübel, heißt es, habe mit dem bevorstehenden Wechsel zu den Bayern seinem Geldbeutel einen großen Gefallen getan, nicht aber seiner sportlichen Entwicklung. 


Schon am Sonntag sah sich Backs dazu gezwungen, sich bei den Verantwortlichen des Sport1-Doppelpass zu melden. Während einer Werbepause war auf Youtube zu hören, wie Moderator Thomas Helmer davon berichtete, ​Backs habe sich daran gestört, dass Nübel als "geldgeil" bezeichnet worden sei. Und auch Peter Neururer, seinerseits Gast im WDR2 Podcast 'Einfach Fußball', ist der Ansicht, Nübel sei "sportlich der am schlechtesten beratene Spieler Deutschlands" (zitiert via kicker).


Backs wehrt sich


Inwieweit sich der FC Bayern mit der Verpflichtung des U21-Nationaltorhüters - auch mit Blick auf die geplante Vertragsverlängerung mit ​Manuel Neuer - verpokert hat, wird sich in den kommenden Monaten inklusive dem Beginn der Vorbereitung auf die Saison 2020/21 zeigen. Aber, wie Backs betont, zumindest in der Theorie soll der Rekordmeister den vielversprechendsten Karriereplan vorgelegt haben. Auf Nachfrage des Sport-Informations-Dienst (SID) erklärte er: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich zu Vertragsinhalten nicht äußern werde. Aber es dürfte jedem klar sein, dass Bayern München auch dazu ein schlüssiges Konzept vorgelegt hat, sonst hätte Alex nicht zugesagt."

Das von Sport1 und der Abendzeitung München gestreute Gerücht, ​Nübel seien Pflichtspieleinsätze vertraglich zugesichert worden, lässt Backs weiter im Raum stehen. Auch Hasan Salihamidzic wollte sich nicht zu Vertragsdetails äußern. Der Sportdirektor aber weiß, dass Manuel Neuer nicht dazu bereit ist, auch nur auf ein Spiel zu verzichten. Umso bemühter war er im Versuch zu beschwichtigen und erklärte während des Aufenthalts in Doha, Neuer sei die Nummer eins und Nübel müsse sich hinten anstellen. 


Auch Löw wundert sich


Ein Szenario, das in den Augen von Joachim Löw vermieden werden sollte: "Grundsätzlich bin ich ein Befürworter davon, dass junge Spieler so viele Spielanteile wie möglich bekommen. So können sie sich besser entwickeln", sagte der Bundestrainer beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball-Liga (DFL). "Wenn ein Spieler mit 20, 21 Jahren zwei oder drei Jahre auf der Bank sitzt, weiß ich nicht, ob das nützlich ist."