​Die Winterpause wird dem ​SV Werder Bremen enorm gut getan haben. In der Krise kam die Auszeit zu einem günstigen Zeitpunkt, um sich neu zu ordnen und einige Baustellen abzuarbeiten. Die Mannschaft wurde von Trainer Florian Kohfeldt genau unter die Lupe genommen, dabei stellten sich so manche Gewinner und Verlierer der Vorbereitung heraus.


Gewinner: Josh Sargent

Josh Sargent

Die Spätphase der Hinrunde verpasste Josh Sargent ​aufgrund eines Muskelfaserrisses. Die guten Eindrücke der ersten Wochen konnte er somit kaum noch bestätigen, kämpfte allerdings intensiv an seiner Rückkehr. Für das Trainingslager auf Mallorca war er wieder eine Option und erlebte keinen Rückfall.


Für die Mannschaft machte er sich sofort wertvoll. Die Trainingsleistungen stimmten, der Einsatz des US-Amerikaners war vorbildlich. Dazu gelang ihm beim Test gegen ​Hannover 96 ein Doppelpack, der seine überaus positive Wintervorbereitung abrundete. Mit dem formschwachen Yuya Osako und den fehlenden Alternativen im Sturm könnte der 19-Jährige in der Rückrunde zu einem entscheidenden Faktor werden.


Verlierer: Johannes Eggestein

Johannes Eggestein

In Zeiten der Personalnot hofften die Verantwortlichen in vielen Phasen auf Johannes Eggestein. Der Youngster ist im Prinzip dazu prädestiniert, seine Stärken im Angriff​ stets ausspielen zu können. Allerdings waren seine Positionen in der ersten Saisonhälfte nahezu ständig besetzt, so stand der 21-Jährige seit dem fünften Spieltag nur noch ein einziges Mal in der Startelf.


Auf Mallorca wollte "Jojo" den Frust abschütteln und sich durch Power und Einsatz in den Vordergrund spielen. Gelungen ist ihm das allerdings nicht, in beiden Testspielen kam er nur über die Hälfte der Distanz zum Einsatz und hinterließ keine bleibenden Eindruck. Mit der aufkommenden Konkurrenz durch Benjamin Goller muss sich Eggestein also weiter gedulden.


Gewinner: Ömer Toprak

Oemer Toprak

Ein komplett überzeugender Faktor war Ömer Toprak im Trainingslager nicht unbedingt.​ Doch der Innenverteidiger blieb vor allem verletzungsfrei, was ihm endlich die erhoffte Spielpraxis mit der Mannschaft gewährleistete. Seine bisherigen Leistungen waren von der fehlenden Abstimmung geprägt, dies sollte sich nach der Pause ändern.


Die Eindrücke in der von Florian Kohfeldt angewendeten Dreierkette waren positiv, wenn auch nicht perfekt. Doch nicht nur die Fans dürften nun darauf hoffen, dass der teure Leihspieler endlich einschlägt. Der Start dazu ist gemacht, jetzt kommt es ganz auf die Konstanz und Belastbarkeit von Toprak an.


Verlierer: Michael Lang

Michael Lang

Der Ausfall von Theodor Gebre Selassie kurz vor der Winterpause schmerzte bei den Bremern gewaltig. Mit Michael Lang musste der Kandidat nachrücken, der in seinen bisherigen Einsätzen nicht die beste Figur abgab. Beim Endspurt enttäuschte der Schweizer weiterhin, erhoffte sich im Trainingslager allerdings einen Auftrieb.


Dieser blieb vorerst aus, denn neben ausbleibenden Lichtblicken zog sich Lang zudem eine Muskelverletzung zu und wird vermutlich einige Wochen pausieren müssen. Den Rechtsverteidiger erwischt es zum schlimmsten Zeitpunkt, nicht nur Werder, sondern der Profi selbst werden dadurch zurückgeworfen. Die langfristige Perspektive bei den Norddeutschen scheint für den Leihspieler äußerst schlecht zu sein.


Gewinner: Maximilian Eggestein

Maximilian Eggestein

Im Gegensatz zu seinem Bruder verkraftete Maximilian Eggestein die ​Bundesliga-Auszeit besser,​ konnte sich zudem seit langem richtig auskurieren. Dass der Youngster eine dringende Pause nötig hatte, war ihm anzumerken, nach der kleinen Erholungspause startete er auf Mallorca voll durch. 


Durch gute Trainingsleistungen stellte er seine Unverzichtbarkeit wieder unter Beweis, sammelte beim Test gegen Monza mit einem Traumtor zudem einiges an Selbstvertrauen. Genau dieses könnte ihn nun wieder die Topform zurückbringen. Die guten Ansätze in der Winterpause muss Eggestein allerdings ebenfalls in der Liga unterstreichen. In den unruhigen Gewässern ist Bremen auf seinen kühlen Kopf dringend angewiesen.


Verlierer: Philipp Bargfrede

Philipp Bargfrede

Werders Abräumer gehört zu den verletzungsanfälligsten Profis der Liga. Deswegen sollte ihm die Pause gut zu stehen kommen und das langsame Heranführen an die Mannschaft möglich machen. Der Plan ging nicht auf, denn schon seit dem Test gegen den italienischen Drittligisten war der 30-Jährige nicht mehr in einer optimalen Verfassung.


Aus dem Spiel nahm Bargfrede eine Wadenblessur mit, die ihn noch für einige Wochen außer Gefecht setzen wird. Obwohl Bremen jetzt auf den Mittelfeldprofi gesetzt hatte, steht er nicht zur Verfügung und erlebt den nächsten seiner vielen Rückschläge. Ein weiteres Mal muss er sich zurückkämpfen, hat seinen Status als verlässlicher Leistungsträger längst verloren.