Trotz zuletzt geringer Einsatzzeiten ist und bleibt Ahmed Kutucu einer der großen Hoffnungsträger beim ​FC Schalke 04. Als gebürtiger Gelsenkirchener identifiziert er sich voll und ganz mit dem Verein, sieht ihn für sich auch nicht als Durchgangsstation, "weil ich Schalke lebe". Zudem lebt er noch immer ganz bescheiden bei seinen Eltern - Bodenhaftung, auch dank Norbert Elgert.


Ob Schalke durch die vielen, oftmals schmerzhaften Abgänge wichtiger Spieler eine Durchgangsstation sei, wurde Ahmed Kutucu im ​Interview mit Sportbuzzer gefragt. Seine klare Antwort: "Für mich nicht! Ich bin hier, ich will hier spielen - weil ich Schalke lebe." Worte, die jedem S04-Fan gefallen dürften. Sie sehen in Kutucu das junge Eigengewächs, durch das und mit dem man über Jahre hinweg viel Spaß und Erfolg haben kann. Er sieht im Verein nicht nur einen Arbeitgeber, sondern sein Zuhause.


Kutucu: Durch Heimat und Kindheit sehr bodenständig


Gelsenkirchen-Bismack, der Stadtteil, in dem der 19-Jährige groß geworden ist, ist "für viele Menschen vielleicht nicht die schönste Gegend, aber jetzt auch kein 'Ghetto'", erklärte er. Für ihn ist es aber seine Heimat. Dort wohnt er auch noch immer bei seinen Eltern - trotz Profivertrag und eigenem Geld. 


Von der Gegend und seiner Familie weiß er zu schwärmen: "Ich lebe genau so wie vorher auch. Natürlich kommen auch mal Kids an und wollen ein Autogramm. [...] Egal ob Profi oder Bergbauarbeiter wie mein Vater bis zu seiner Rente - in Bismarck wird jeder gleich behandelt." Schließlich sei es dort auch überhaupt nicht möglich, die Bodenhaftung zu verlieren. 

Ahmed Kutucu

In seiner Kindheit habe man "schon auf das Geld geachtet", ein Grund mehr, wieso er seine aktuelle Situation wertschätzt: "Nicht jedes Mal, wenn ich neue Fußballschuhe wollte, habe ich auch welche bekommen. Ich saß dann in meinem Zimmer und habe geheult, aber so hat man auch gelernt, mit Geld umzugehen." 


Auch die Kämpfer- und Malochermentalität, die auf Schalke noch immer hoch angesehen wird, führt er auf seine Heimat zurück. "Aufgegeben? Niemals!", weder beim Bolzen auf der Straße, noch für Schalke.


Elgert beeinflusste auch Kutucus Laufbahn: "Er ist schon eine Art Vaterfigur"


Ein großer Teil seiner bisherigen Laufbahn ist Schalkes U19-Coach Norbert Elgert zu verdanken. Er hat schon zahlreiche Weltstars und Weltmeister "geschmiedet", wie man beim S04 sagt. "Er macht den Unterschied aus", weiß auch Kutucu. Schließlich habe er auch ihn durch seine "harte, aber herzliche Herangehensweise" auf das Profi-Geschäft vorbereitet. 

Norbert Elgert

Wichtig dabei sei, dass Elgert auch jüngere Spieler mit "unangenehmen Themen und Fehlern" konfrontiere - andererseits habe er stets ein offenes Ohr: "Er ist schon eine Art Vaterfigur." Auch er lege viel Wert auf Bodenständigkeit. "'Ahmed, achte auf dein Geld, morgen kann es vorbei sein', meinte er mal zu mir", erinnerte sich der junge Offensivspieler.


Weshalb mit Alexander Nübel erneut ein Leistungsträger den Verein verließe, weiß Kutucu im Übrigen nicht. Allerdings habe "jeder Fußball unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen, was die eigene Karriere anbelangt". Trotz des aktuell nur bis 2022 datierten Vertrags von Kutucu dürften sich die Fans bei dieser Einstellung und diesen Worten wohl in Sicherheit wiegen, dass man gemeinsam noch einige Jahre in Königsblau verbringen kann. Das Nachwuchstalent scheint sich einen regelrechten S04-Plan zurechtgelegt zu haben.


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