​Nach einer aus persönlicher Hinsicht absolut enttäuschenden Hinrunde kokettiert ​Jerome Boateng bereits seit geraumer Zeit mit einem Abgang vom ​FC Bayern München. Mit dem AC Mailand hat sich unlängst ein neuer Bewerber für den erfahrenen Innenverteidiger herauskristallisiert. Gleich mehrere Faktoren lassen aber Zweifel daran aufkommen, dass ein Deal im Laufe der Wintertransferperiode tatsächlich zustande kommen wird.


Bereits am vergangenen Wochenende hatte calciomercato.com über ein Interesse der Rossoneri an Boateng berichtet. Den Ausführungen der italienischen Journalisten zufolge, war es dabei jedoch noch zu keinen konkreteren Gesprächen gekommen. Auch Sky bestätigte nun, dass die Kaderplaner des italienischen Traditionsverein beim FC Bayern angeklopft und eine Verfügbarkeit von Boateng erfragt haben.


Zu hohe Gehaltsforderungen


Aus beiden Berichten geht jedoch hervor, dass Milan bereits in erster Distanz, nämlich beim direkten Austausch mit dem Spieler selbst, über unterschiedliche Vorstellungen gestolpert ist. Obwohl Boateng nunmehr seit einiger Zeit nicht mehr konstant auf höchstem Niveau performt, sollen die Gehaltsvorstellungen des 31-jährigen Abwehrspielers noch immer weltmeisterlich sein. Da die Mailänder jedoch parallel ​unmittelbar vor einer Verpflichtung von Simon Kjaer von Atalanta Bergamo stehen und die Vereinskasse bereits durch eine Transferoffensive im Sommer belastet wurde, sollen die von Boateng in den Raum gestellten Summen für Unbehagen gesorgt haben.

Jerome Boateng

Als womöglich etwas kostengünstigere Variante erwägen die Milan-Bosse daher stattdessen einen Vorstoß in Richtung ​Andreasen Christensen. Der ehemalige Gladbacher spielt beim FC Chelsea aktuell kaum eine Rolle und soll daher, wie auch Boateng, ein Kandidat für eine Leihe mit anschließender Kaufoption sein. Blues-Coach Frank Lampard machte zuletzt jedoch deutlich, dass man den Dänen im Winter nicht abgeben wolle. Ein Boateng-Wechsel nach Italien erscheint dennoch - Stand jetzt - ziemlich unwahrscheinlich. 


Dünne Personaldecke in München


Neben dem AC Mailand wurde zuletzt auch der ​FC Arsenal als potenzieller Boateng-Abnehmer gehandelt. Die Gunners sollen bereits vor Wochen ihr Interesse an dem Routinier hinterlegt haben und wären aus finanzieller Sicht wohl definitiv in der Lage einen Wintertransfer zu stemmen. Dass sich bislang aus den Avancen des englischen Hauptstadtklubs nichts Konkretes ergeben hat, dürfte vor allem daran liegen, dass die Bayern eine Trennung von Boateng zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht erst ernsthaft in Erwägung ziehen. Grund hierfür, ist die ​angespannte Personalsituation an der Säbener Straße.


Das Spielerprofil von Jerome Boateng:

​PositionIV​
​Alter​31
​Marktwert​15 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2021
​FCB-Spiele​301
​FCB-Scorerpunkte​30


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Mit Lucas Hernandez, Niklas Süle und Javi Martinez stehen Cheftrainer Hansi Flick aktuell gleich drei zentrale Defensivspieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Boateng ohne akute Not vorzeitig aus seinem bis zum Sommer 2021 gültigen Vertag freizugeben, nur um die ohnehin pralle Vereinskasse aufzupolieren und einen potenziellen Störenfried loszuwerden, erscheint angesichts der ambitionierten Saisonziele des deutschen Rekordmeisters kaum vorstellbar. 


Sollte sich keine Verpflichtung eines neuen Innenverteidigers abzeichnen, wäre Boateng also gut beraten, seine volle Konzentration lieber auf seine Trainingsleistungen legen und die Abwesenheit seiner angeschlagenen Teamkollegen dafür zu nutzen, um sich in der Gunst seines Trainers nach oben zu spielen. Eine starke Rückrunde könnte ihm schließlich auch im kommenden Sommer bei der Suche nach einer neuen Aufgabe zum Vorteil gereichen.