​Etwas unbeabsichtigt steht aktuell Markus Schubert im Fokus der Medien. Der Ersatzkeeper von ​Schalke 04 absolvierte am 15. Spieltag aufgrund einer Roten Karte ​des (damaligen) Kapitäns Alexander Nübel seine ersten Bundesligaminuten und darf sich inzwischen berechtigte Hoffnungen machen, auch längerfristig das Gelsenkirchener Tor zu hüten. Im Interview mit der hauseigenen Medienabteilung spricht Schubert über seine ersten Einsätze für S04, sein Verhältnis zu den Torwartkollegen und seine bisherige Zeit beim Verein.


Erst vergangenen Sommer wechselte Schubert vom Zweitligisten Dynamo Dresden in den Ruhrpott. Der U21-Nationalmannschaftskeeper wurde als Nummer Zwei hinter Stammtorwart Nübel verpflichtet. Doch inzwischen scheint sich das Blatt in der Hierarchie gewendet zu haben. Nicht nur betrieb Schubert mächtig Eigenwerbung, nachdem er in den vergangenen beiden Partien gute Leistungen zeigte, ​auch spielt ihm das Wechseltheater um Alexander Nübel in die Karten.


Trotz guter Leistungen: Schubert bleibt auf dem Boden


Im Interview gibt sich Schubert allerdings gewohnt unaufgeregt. Auf den Moment, bei Schalke im Tor zu stehen, habe er sich lange vorbereitet. Im Moment seiner Einwechslung sei er "total fokussiert" gewesen und habe sich geschworen, der Mannschaft zu helfen, so der 21-Jährige. Über das Lob von Familie, Freunde und Mannschaft nach dem Pflichtspieldebüt habe er sich zwar gefreut, allerdings "weiß [ich] das Ganze aber richtig einzuordnen und hebe jetzt nicht ab, nur weil mir der eine oder andere auf die Schulter geklopft hat."


Inzwischen stand Schubert in den vergangenen beiden Partien über die volle Spieldauer auf dem Platz und auch in den kommenden Aufeinandertreffen gegen ​Borussia Mönchengladbach und ​Bayern München ist der Neuzugang gesetzt. "Das sind zwei richtig geile Spiele", so Schubert über die Duelle. "Ich habe richtig Lust darauf, diese beiden Aufgaben anzugehen und hoffe, dass wir so viele Punkte wie möglich holen."


Alexander Nuebel,Markus Schubert

Nübel (l.) oder Schubert - wer hütet in der Rückrunde das Schalker Tor?


Ab dem 20. Spieltag kehrt Nübel allerdings wieder in das Tor zurück - so war zumindest wohl der Plan auf Schalke. Die Zukunftsentscheidung des 23-Jährigen, ab kommenden Sommer für Bayern München aufzulaufen, könnte nun jedoch Folgen auf der Torwartposition haben. Schubert könnte trotz der theoretischen Rückkehr Nübels weiterhin zwischen den Pfosten stehen. "Das wird man sehen", äußert sich der Torwart selbst über die Spekulationen. Sein Fokus läge primär auf dem Rückrundenstart, über alles Weitere "mache ich mir aktuell ehrlich gesagt noch überhaupt keine Gedanken."


Schubert: "Alex ist ein super Typ"


Das Verhältnis unter den Kollegen sei allerdings unbelastet. Zwar habe Schubert auch erst durch die Medien von dem Wechsel Nübels erfahren, doch beide verstehen sich "sehr gut" miteinander. Sowieso schwärmt die Schalker Nummer 23 vom Torwartteam: "Alex ist ein super Typ, gleiches gilt auch für Michael Langer und unseren Torwart-Trainer Simon Henzler, der einen großen Anteil daran hatte, dass ich mich für Schalke entschieden habe." Schubert spüre jeden Tag, dass er besser werde.


Zwar geht mit Nübel im kommenden Sommer ein Keeper, mit Ralf Fährmann kehrt jedoch ein alter Bekannter zurück. Der ehemalige Stammtorwart der Königsblauen will nach einjähriger Leihe bei Norwich City wieder auf Schalke angreifen. "Ich habe ihn kennengelernt, als er vor einiger Zeit seine Reha auf Schalke absolviert hat. Die Chemie zwischen uns hat sofort gestimmt. Der erste Eindruck war überragend. Und er ist ein richtiger Schrank", so Schubert über den 31-Jährigen, mit dem er sich in der kommenden Saison wohl duellieren wird.


Ralf Faehrmann


Aus der Ruhe bringt das Schubert nicht: "Ich mache mich nicht verrückt, das ist mein Naturell." Seine Eltern haben ihm gerieten, authentisch zu bleiben. "Das beherzige ich. Wenn ich eine Rolle spielen oder mich verstellen müsste, würde ich mich nicht wohlfühlen."


Zufriedenheit mit bisheriger Saison und Trainingslager


Nach einem halben Jahr Schalke 04 zieht Schubert ingesamt ein sehr positives Fazit. Die Eingewöhnungszeit beim neuen Verein habe nicht lange gedauert, "die Jungs haben mich vom ersten Tag an super aufgenommen." Nachdem er inzwischen auch eine eigene Wohnung habe, sei er "endgültig in Gelsenkirchen angekommen."


Und auch das Schalker Winter-Trainingslager in Spanien schließt Schubert positiv ab. "Wir haben gut gearbeitet. […] Die Bedingungen in Spanien waren top, das Hotel war gut. Wir hatten alles, was wir brauchen." Nun sollen die kommenden Trainingstage bis zum nächsten Wochenende genutzt werden, "bevor es gegen Mönchengladbach um die Wurst geht."