Den Informationen der Bild-Zeitung zufolge wird VfL Osnabrücks Abwehr-Talent ​Felix Agu im Sommer ablösefrei zum ​SV Werder Bremen wechseln. Das 20-jährige Ausnahmetalent der Lila-Weißen möchte sich einer neuen Herausforderung in der ​Bundesliga stellen. Dem Vernehmen nach wird sich der U21-Nationalspieler den Grün-Weißen nur im Falle eines Klassenerhalts anschließen. 


​Die Deichstube widerspricht dieser Aussage und berichtet von einem möglichen Transfer bereits im Winterfenster. Demnach liegt es nun an den Bremer Verantwortlichen, ob der Deal schon früher zustande kommt - der Klassenerhalt habe für Agu doch nicht oberste Priorität. Der Haken daran: Der SV Werder müsste in diesem Transferfenster noch eine Ablösesumme an den ​VfL Osnabrück zahlen. Im Sommer hingegen könnte Agu aufgrund seines auslaufenden Arbeitspapiers ablösefrei an die Weser wechseln. 


​Nach der Oberschenkelverletzung des 33-jährigen Rechtsverteidigers Theodor Gebre Selassie (Rückkehr Ende Januar), dessen Amt Agu langfristig gesehen womöglich beerben wird, könnte Cheftrainer Florian Kohfeldt den Youngster sehr gut als Backup-Spieler gebrauchen. Zudem ist auch Linksverteidiger Ludwig Augustinsson nach seinem Muskelfaserriss noch nicht wieder bei 100 Prozent. Agu, der auf beiden Abwehrseiten agieren kann, würde frischen Wind in den Kader bringen. 

Felix Agu

U21-Nationalspieler Felix Agu wird von Thomas Eichin beraten

​Beraten wird der Youngster übrigens von Thomas Eichin, der von 2013 bis 2016 als Manager beim SVW fungierte. Eichins guter Draht zu seinem Ex-Klub dürfte sicherlich ein Faktor gewesen sein, warum sich die Bremer im Konkurrenzkampf um Agu gegen mehrere Bundesligisten sowie Klubs aus Belgien, Holland und England durchsetzen konnten.


Die finanzielle Hürde bei Felix Agu


​Einen Abgang Agus können die Osnabrücker nur schwer kompensieren. Dennoch wäre ihnen ein Winter-Transfer sicherlich lieber. Ein Verkauf des Jungspunds würde knapp 400.000 Euro Ablöse in die knappe Kasse des Zweitligisten spülen, während man den Halb-Nigerianer im Sommer zum Nulltarif ziehen lassen müsste.

​Für die Bremer wären das jedoch 400.000 wichtige Euro, die man ebenfalls in die Verpflichtung eines anderen Spielers für die Abstiegsprävention stecken könnte. Dazu käme das Gehalt des Spielers. Ein Verkauf von Felix Beijmo, der nach seiner Leihe aus Malmö zurückkehrt, soll weiteres Geld in die Kasse der Hanseaten spülen. Derzeit ist der Schwede vom Training freigestellt, um sich einen neuen Verein zu suchen. Der Marktwert des 21-jährigen Rechtsverteidigers liegt laut transfermarkt.de bei 1,2 Millionen Euro.

Sommer-Transfer die bessere Alternative
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Ob eine Verpflichtung Agus im Winter aus Bremer Sicht wirklich Sinn macht, ist fraglich. Wie schon beschrieben, müsste man knapp 400.000 Euro an die Niedersachen überweisen und zudem hätte man einen weiteren Spieler auf der Gehaltsliste. In Marco Friedl und Michael Lang hat Kohfeldt derzeit zwei weitere Akteure, die auf den Außen verteidigen und den verletzten Gebre Selassie ersetzen können. 


Agu im Sommer ablösefrei zu verpflichten und ihn dann langsam auf sein Amt vorzubereiten und erst einmal als Backup auflaufen zu lassen, ist für beide Parteien die wohl schlauere Variante und auch für das Portemonnaie des Bundesligisten die bessere Lösung.