Mit 14 Punkten aus 17 Spielen verabschiedete sich ​Werder Bremen als Tabellen-17. in die Winterpause. In diesen Tagen weilt die Mannschaft auf Mallorca, im Trainingslager geht es aber nicht so intensiv zu wie bei der Konkurrenz. Wenn gearbeitet wird, stehen vor allem taktische Dinge im Vordergrund.


Nur drei Siege bei neun Niederlagen und satten 41 Gegentoren - beim SV Werder lief in der zweiten Hälfte des abgelaufenen Kalenderjahres wenig zusammen. Der von zwischenzeitlich extrem vielen Verletzungen gebeutelte​ Kader tat sich in der ​Bundesliga ungemein schwer, nur eines der letzten 13 Bundesligaspiele wurde gewonnen.


Trainer Florian Kohfeldt versuchte mehrmals, den Bock mit zahlreichen Änderungen an der Formation umzustoßen. Das anfängliche 4-3-3 wurde gegen Spitzenmannschaften in ein 3-4-3 oder 3-5-2 abgeändert, ertragreich waren die Umstellungen nicht. Dennoch feilt Kohfeldt auf Mallorca an der taktischen Variabilität, um den Gegnern die Spielanalyse zu erschweren.

Sebastian Langkamp,Florian Kohfeldt

      Variabilität als Trumpf: Florian Kohfeldt (r.) gibt seinen Spielern Anweisungen, um das Positionsspiel zu verbessern



"Wir haben intensiv überlegt, ob wir uns in der Abwehr auf eine Grundordnung festlegen. Eine unserer Stärken ist aber, dass wir für den Gegner nicht ausrechenbar sind", erklärte der 37-Jährige laut ​Weser-Kurier. "Wir spielen gleichberechtigt Dreier- und Viererkette. Vom System her bleiben wir variabel." Beim Testspiel gegen die AC Monza etwa bildeten Sebastian Langkamp, Ömer Toprak und Niklas Moisander die Dreierkette, letzterer betont: "Wir werden beide Systeme brauchen."


Um die Defensive zu festigen, übte die Mannschaft in den vergangenen Tagen das Positionsspiel. Kohfeldt zeigte haargenau auf, wo wer zu stehen und wann wer rauszurücken hat, erklärte später: "Wenn ein Verteidiger rausrückt, muss er sich darauf verlassen können, dass die anderen beiden sich fallen lassen." Abgesehen davon lässt er es in diesen Tagen aber gemütlich angehen.


Werder trainiert "weniger intensiv als sonst"


"Rein körperlich, vom Training her, ist es diesmal vielleicht weniger intensiv als sonst", gab Davy Klaassen gegenüber dem ​kicker zu Protokoll. Auf Mallorca sollen die Spieler nicht nur trainieren, sondern auch den Kopf freibekommen und neues Selbstvertrauen für die Rückrunde tanken. "Jeder macht etwas Verschiedenes", berichtet der Niederländer. "Einige spielen vielleicht Play-Station, schauen Serien, haben Behandlung. Natürlich verbringen wir auch Zeit gemeinsam. Das ist sehr wichtig. Aber jeder weiß, was das Beste ist für seinen Kopf und Körper."


Vor der Abreise am Freitag sollen die Zügel noch einmal angezogen werden, dennoch überrascht das Schonprogramm. Zusammenhängen könnte das verhaltene Training mit einer Aussage von Frank Baumann. "Wir haben für uns analysiert, dass wir zu wenig Regeneration hatten", befand der Sportchef laut Weser-Kurier. "Es bringt nichts, jeden Tag vier Trainingseinheiten anzusetzen. Freie Tage sind auch dann wichtig, wenn es mal nicht so läuft." Spätestens zum Rückrundenauftakt gegen ​Fortuna Düsseldorf wird sich zeigen, wie hilfreich die Gestaltung des Trainings wirklich war.