​Mit der Verpflichtung von ​Erling Haaland konnte ​Borussia Dortmund in diesem Winter für einen echten Paukenschlag sorgen. Dabei ließen sich die Borussen dem Vernehmen nach auf eine Ausstiegsklausel ein, deren Details nun immer mehr ans Tageslicht gefördert werden. ​Cheftrainer Lucien Favre zeigte sich indes bereits sehr angetan von seinem neuen Schützling und erwägt offenbar zugunsten des Mittelstürmers eine leichte Systemanpassung. 


Noch muss sich Haaland angesichts ​leichter Kniebeschwerden in Geduld üben, wird nach Aussagen von Sportdirektor Michael Zorc gegenüber der Sport BILD aber bereits im Verlauf dieser Woche ins Mannschaftstraining der Schwarz-Gelben einsteigen. Auch Lucien Favre bestätigte, dass man den 19-jährigen Norweger behutsam an die Mannschaft heranführen werde. Entgegen anderslautender Berichte soll Haaland schließlich in den vergangenen Monaten für seinen Ex-Klub RB Salzburg häufig nur unter Schmerzen gespielt haben.


Ausstiegsklausel greift erst ab 2022


Wirklich Sorgen machen müssen sich die Dortmunder ob der Leistungsfähigkeit ihres Neuzugang aber nicht. Dass sich der von gleich mehreren internationalen Topklubs gejagte Angreifer für den BVB entschieden und einen langfristigen Vertrag bis 2024 unterschrieben hat, kann daher mit Fug und Recht als Transfercoup bezeichnet werden. Mit Zähneknirschen hatten sich die Borussen dabei jedoch ​auf eine Ausstiegsklausel einlassen müssen.

FBL-ESP-STANDARD-DORTMUND-FRIENDLY

Wie die Sport BILD in Erfahrung gebracht haben will, kann diese Sonderregelung aber frühestens 2022 aktiviert werden. Vorerst dürfen alle die es mit dem BVB halten, also kräftig durchatmen. Ausschlaggebender Vorteil der Dortmunder im Wettbieten um Haaland war nach Ansicht von Zorc nicht etwa das stolze Gehalt von rund acht Millionen Euro jährlich - andere Klubs hätten weit mehr auf den Tisch gelegt - sondern vielmehr der exzellente Ruf des Bundesligisten als Ausbildungsverein: "Was die Arbeit mit jungen Spielern angeht, kann sich unsere Visitenkarte sehen lassen. Das wissen mittlerweile fast alle."


Zuletzt waren Gerüchte aufgekeimt, wonach BVB-Ausrüster PUMA in den Haaland-Deal involviert gewesen sein soll. Dabei war darüber spekuliert worden, dass Haaland seinen eigenen Kooperationspartner Nike durch einen Wechsel zu den Borussen zu einem für ihn lukrativeren Vertrag hätte nötigen können. BVB-Aufsichtsrat Bjorn Gulden, zugleich Puma-Vorstandsvorsitzender, dementierte diese Unterstellungen gegenüber der Sport BILD nun aber vehement und betonte, dass PUMA "weder mit dem Spieler noch mit seinem Berater in Kontakt" getreten sei.


Favre denkt wohl über Systemwechsel nach


In den vergangenen Monaten hatte sich BVB-Coach Lucien Favre lange gegen die Verpflichtung eines weiteren echten Mittelstürmers gewehrt. Mit Haaland bekommt der Schweizer nun dennoch einen 1,94-Meter-Hünen mit eingebauter Torgarantie vor die Nase gesetzt. Da der Youngster aber viel beweglicher ist, als es seine Statur auf den ersten Blick vermuten lässt, konnte auch Favre rasch von den Vorteilen des Transfers überzeugt werden: "Es ist ein guter Transfer für uns. Erling ist ein sehr interessanter Spieler, der sein Können mit 19 Jahren schon nachgewiesen hat. Trotzdem hat er noch eine Menge Entwicklungspotenzial. Das wollen wir aus ihm herausholen.“


Das Spielerprofil von Erling Haaland

​PositionMS​
​Alter​19
​Marktwert​45 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2024
Spiele für Salzburg​27
​Tore für Salzburg​29
​Scorerpunkte für Salzburg​7


(Marktwert laut transfermarkt.de)


Um das skandinavische Ausnahmetalent optimal in Szene zu setzen, dürfte Favre über eine leichte Anpassung an seiner taktischen Herangehensweise nachdenken. Seit Anfang Dezember waren die Dortmunder zumeist in einem 3-5-2-System aufgelaufen. Auch in der Rückrunde werden die Schwarz-Gelben aller Voraussicht nach weiterhin auf eine defensive Dreierkette und zwei sehr offensiv denkende Außenverteidiger setzen. Um Haaland in der Sturmspitze häufiger als Zielspieler erfolgreich anvisieren zu können, könnte es auf ein 3-4-2-1-System hinauslaufen.


Hinter Haaland könnten so mit Jadon Sancho und Marco Reus zwei weitere äußerst torgefährliche Offensivspieler für Torgefahr sorgen, ihren neuen Teamkollegen aber auch immer wieder in Szene setzen. Leidtragender dieser Anpassung wäre vor allem Thorgan Hazard, der eher über die Flügel kommt. Da der junge Belgier eigentlich eine gute Hinrunde gespielt hat, wird er im Trainingslager aber mit Sicherheit alles geben, um nicht aus der Startelf verbannt zu werden. In jedem Fall bieten sich Favre so auch viele Möglichkeiten, um offensiv nachzulegen und bei Bedarf rotieren zu können.