Mittlerweile ist der Wechsel zum Saisonende auch offiziell: Alexander Nübel wird sich zur nächsten Saison dem ​FC Bayern anschließen. Dass er seinen S04-Vertrag nicht verlängern wird, war bereits vor Weihnachten klar. Mit dieser Entscheidung hat er sich schon vor dem Transfer ein schwieriges, halbes Jahr geschaffen.


Das, was sich seit Monaten schon angebahnt hat, ist nun auch ganz offiziell bekannt gegeben worden; der Entschluss Nübels, sich Bayern München anzuschließen, ist keineswegs überraschend. Dass er seinen auslaufenden Vertrag auf ​Schalke nicht verlängert, ist zwar sein gutes Recht, er erfüllt ihn nun einmal. Ebenso verständlich ist aber auch das Unverständnis für sein neues Ziel, was sich von so gut wie allen Seiten - und nicht nur durch die königsblaue Brille - zeigt. 


Nübel unterschreibt beim FC Bayern für fünf Jahre 


"Nübel kommt zum 1. Juli ablösefrei und für fünf Jahre nach München", heißt es in der Mitteilung des Rekordmeisters. Der 1. Juli ist allerdings noch sehr weit weg, vor allem in der wöchentlichen Welt des Fußballs. Und in eben dieser hat sich Nübel für ein kompliziertes Halbjahr entschieden: Für ihn könnten es sehr schwere Monate werden. 

Auf Schalke droht er die komplette Rückendeckung zu verlieren. Fans, die ihn über die letzten Wochen und Monate noch verteidigt haben, sind aufgrund der Entscheidung und auch wegen der Wortwahl, man habe sich "in den vergangenen Tagen" auf den Wechsel geeinigt, sauer. Auch im Team selbst droht er abzusteigen. Sollte Markus Schubert seinen Job auch in den ersten beiden Spielen der Rückrunde, wie bereits zum Ende der Hinrunde, so souverän erledigen, könnte Nübel sogar schon in dieser Saisonhälfte auf der Bank Platz nehmen müssen. Ein Szenario, das sich ihm auch in München bieten wird. 

Verlust des Kapitän-Amts und des Stammplatzes sind möglich 


Die Kapitänsbinde hat er bereits verloren. Omar Mascarell übernimmt an seiner Stelle, da die Vereinsführung Unruhen befürchtet, wenn Nübel weiter im Amt bleiben würde. Ob und wie sich das auf seine Spielzeit auswirken wird, muss sich noch zeigen.


So oder so wird er, sollte er weiterhin bzw. erneut spielen, Pfiffe erwarten können. Dass er den Verein im Endeffekt so lange hingehalten hat, obwohl er ​am Ende doch recht schnell eine Entscheidung mitsamt des nun schon bekannt gegeben Bayern-Hintergrunds treffen konnte, sorgt für einen zusätzlich bitteren Beigeschmack. So, wie sich der 23-Jährige bisher gezeigt hat, kann er da sicherlich gut darüberstehen, doch einfacher macht es die kommenden Monate auch nicht. 

Alexander Nuebel

Ob Nübel weiterhin mit der Kaipitäns-Binde auflaufen wird, erscheint derzeit fraglich



Nun droht schon die anstehende Rückrunde zum Tiefschlag für Nübel zu werden. Schalke gegenüber ist das Erfüllen des Vertrags zu akzeptieren, das ist (s)eine Entscheidung, die schmerzhaft sein kann, aber so ist das Geschäft. Auch Teil des Geschäfts ist es allerdings, dass sich die Knappen nun auch ihrerseits mögliche Schritte im Sinne Schuberts beibehalten. So könnte auf Nübel, neben den vermutlich nächsten Jahren, auch schon in den nächsten Monate eine eingeschränkte Spielpraxis, begleitet von weiteren, nicht unbedingt positiven Umständen, zukommen.