​Auch wenn der Wechsel von Sturmtalent Erling Haaland zu ​Borussia Dortmund schon ein paar Tage her ist, schlägt der Transfercoup noch hohe Wellen in den Medien. Das Portal The Athletic veröffentlichte nun weitere Details des Megadeals. So wurden unter anderem Dortmunds Überzeugungsstrategie beim Norweger und einige Inhalte des Spielervertrages bekannt. Besonders pikant ist die Ausstiegsklausel im Vertrag.


​20 Millionen Euro hat sich der BVB die Dienste des Stürmers kosten lassen, der bis zu diesem Winter noch bei RedBull Salzburg in Österreich gespielt hatte. Den meisten Fußballfans ist Haaland wohl erst seit der zurückliegenden Hinrunde ein Begriff, als er in der Champions League für Furore sorgte. Anders als man zunächst vermuten mag, hatte Dortmund allerdings schon länger seine Fühler nach Haaland ausgestreckt.


Haaland schon seit über drei Jahren auf dem BVB-Radar


Wie The Athletic (via Sportbuzzer) schreibt, ist der BVB schon seit 2016 an Haaland dran. Damals reisten Scouts der Borussia zu einem U17-Turnier nach Skandinavien, wo sie auf den damaligen Jugendspieler vom norwegischen Topklub Molde FK aufmerksam wurden. "Wir besuchten das Turnier nicht speziell, um Haaland zu beobachten, aber er wurde sehr schnell interessant für uns", so BVB-Chefscout Markus Pilawa im Bericht.


Haaland nahm von da an eine wichtige Rolle im Dortmunder Scouting ein. Pilawa: "Wir haben jedes einzelne Spiel von ihm gesehen, entweder persönlich oder auf Video." Nach seinem Debüt für die Molde-Profis 2017 habe es Überlegungen gegeben, den jungen Stürmer nach Deutschland zu holen. Dem kam allerdings Salzburg zuvor. Der BVB verlagerte sein Scouting von nun an also nach Österreich.


Die Beziehungen zu Haaland blieben eng, mehr als zwei Dutzend Male war ein BVB-Mitarbeiter in Salzburg live vor Ort, um den Spieler zu beobachten. Auch Matthias Sammer, seines Zeichens externer BVB-Berater, reiste nur für Haaland nach Österreich. Ein Deal schien weiter vorstellbar, jedoch erschwerte die plötzliche Leistungsexplosion die Verhandlungen mit dem Norweger.


BVB zeigte sich bemüht - Spieler halfen per WhatsApp mit


Plötzlich standen neben Dortmund auch internationale Topklubs wie ​Juventus Turin oder ​Manchester United bei Haaland auf der Matte. Gerade die Red Devils schienen Favorit auf die Verpflichtung des Juwels zu sein. Der BVB musste sich ganz schön strecken, um bei Haaland im Rennen zu bleiben. Dass sich der 19-Jährige schlussendlich für den deutschen Klub entschied, soll Lohn für die intensiven Bemühungen des BVB sein.


Die westfälische Führungsetage mit Aki Watzke und Michael Zorc soll Haaland in vielen Gesprächen vom Projekt Dortmund überzeugt haben, sowohl sportliche Aspekte als auch das Umfeld beim BVB wurden ausführlich geschildert. Alf-Inge Haaland, Vater des Stürmerstars, war am Ende besonders von der Professionalität der Dortmunder überzeugt. Auch die BVB-Profis, allen voran Thomas Delaney, sollen zudem per WhatsApp an Haaland herangetreten sein, um ihn zu einem Wechsel zu bewegen.


Zu dem Transfer kam es bekannterweise auch. Dass der Berater Haalands ausgerechnet Mino Raiola (Mandanten unter anderem: Zlatan Ibrahimovic, Paul Pogba und Matthijs de Ligt) hieß, vereinfachte die Verhandlungen nicht wirklich. Der Star-Berater ließ den BVB schwitzen, ​auch wenn Raiolas Provision beim Wechsel geringer ausfiel als erwartet


Haaland-Vertrag beim BVB bis 2024 - Ausstiegsklausel verankert


Letztendlich einigte man sich bei Haaland auf ein Jahresgehalt knapp unter zehn Millionen Euro. Zudem wurde eine Ausstiegsklausel im Vertrag verankert, die wahrscheinlich gegen Ende des bis 2024 laufenden Vertrages gezogen werden kann. Wie hoch die Klausel ist, ist (noch) nicht bekannt. Wahrscheinlich liegt sie jenseits von 60 Millionen Euro.

Mino Raiola,Carmine Raiola

Mino Raiola ist bekannt für seine harten Verhandlungen



Dass die Borussia letztendlich sogar zu solch einer Klausel griff, um den Spieler zu überzeugen, zeigt, wie ernst es dem Verein um Haaland war. Mit allen Mitteln wollte man das Juwel nach Dortmund holen, auch um die bisherigen Mühen (und Kosten) des Scoutings nicht verschwendet zu haben. Ausstiegsklauseln verwendete der BVB seit dem schmerzhaften Abgang von Mario Götze 2013 eigentlich nicht mehr, für Haaland scheint es den Dortmundern allerdings wert zu sein. Umso mehr freut man sich daher, dass die Ablösesumme vergleichsweise niedrig war. Dennoch, in Dortmund erwartet man viel von Haaland. Diesen Ansprüchen muss der Stürmer nun gerecht werden.