​Heute macht sich der ​SV Werder Bremen auf den Weg ins Trainingslager nach Mallorca. Den kalten und bisher enttäuschenden Winter will Trainer Florian Kohfeldt in den milden Temperaturen Spaniens hinter sich lassen. Um mit den kriselnden Bremern die Trendwende einzuleiten, arbeitet der Übungsleiter vor allem an den grundlegenden Schwerpunkten.


Am Ende steht für den SVW die schlechteste Hinrunde der eigenen Geschichte auf dem Papier. Mit einem derzeitigen Abstiegsplatz sind alle Erwartungen verfehlt worden, die vielen Rückschläge warfen den Verein weit zurück. Für Florian Kohfeldt war die erste Saisonhälfte zum Vergessen, was er kurz vor dem Abflug der Mannschaft in einem Interview unterstrich.


"Ich starte mit dem Gefühl dass sich alle bewusst sind dass es eine katastrophale Hinrunde war. Erst die Verletztenmisere, dann einige gute Spiele mit schlechten Ergebnissen und am Ende der komplette Einbruch der Leistung", so der Trainer in der Medienrunde. Kohfeldt zieht ein bitteres Resümee, betont aber die gleichzeitig die Brisanz der aktuellen Krisensituation.


Blick nach vorn mit kleinen Schritten


Auf Mallorca sollen sich die Profis nun auf die kommenden Herausforderungen einstellen und durch viele Einheiten wieder Selbstvertrauen und Kontrolle erarbeiten. Mit einigen Rückkehrern und weniger verletzten Spielern ist die Situation nun schon deutlich besser einzuordnen. "Es geht jetzt trotzdem darum, Schwerpunkte zu setzen. Wir sind im Abstiegskampf und jetzt geht es darum, wie wir den spielen. Wir haben jetzt eine gute Kadersituation, werden Rhythmus finden.“


Um den Kampf gegen den Abstieg konsequent annehmen zu können, muss Werder insbesondere die gravierenden Problem der Hinrunde ausmerzen. Dabei sticht nicht nur ein fehlendes Offensivgefüge oder die große Schwäche bei den Standards heraus. Es ist vor allem die generelle Defensivarbeit, die Kohfeldt einige Sorgen bereitete. Kein Team hat sich mehr Gegentoren gefangen als die Grün-Weißen (41), das soll sich dringend ändern.


"Wir werden ganz klar an der Defensive arbeiten. Wir müssen weniger Gegentore bekommen. Es wird viele Trainingseinheiten auf Basisniveau geben. Wir werden viel spielen, vor allem 11 vs 11", so der 37-Jährige. Die schwierige Personalsituation rund um fehlende Neuzugänge will Kohfeldt mit gezielter Arbeit umgehen. Alle Verteidiger, ob in Form oder nicht, sollen sich durch kleine Schritte in den Grundlagen wieder eine Konstanz erarbeiten und sich besser als Abwehrverbund finden.


Auf seine Mannschaft wird in den kommenden Tagen also einiges zukommen. Am 6. Januar steht für die Bremer ein Test gegen den AC Monza an, bei dem der Übungsleiter erste Verbesserung sehen möchte. Kurz vor dem Rückrundenstart geht es dann gegen ​Hannover 96, was einen fordernden Härtetest darstellen sollte. Jede gewonnen Erkenntnis ist dabei Gold Wert, in Werders Sinne sollten diese überwiegend positiv ausfallen.