Mit dem Einstieg in den eSports hat sich der ​FC Bayern über die letzten Monate an einige (Bundesliga-)Vereine angeschlossen, die sich bereits seit Längerem in diesem Bereich bewegen. Durch den ausgehandelten Vertrag mit Konami wird der Rekordmeister direkt zum Spitzenverdiener in der deutschen Szene.


Zahlreiche Fußball-Vereine mischen bereits seit Jahren in der digitalen Branche des beliebten Sports mit, konkurrieren in festen Ligen um Titel, Geld und Ruhm. Eigene Fanszenen haben sich längst gebildet, mit Zuschauerzahlen an den heimischen Bildschirmen, die immer neue Dimensionen erreichen. Nach langem Zögern nimmt nun auch Bayern München teil. 


Bayerns eSports-Plan liegt schon seit über einem Jahr in der Schublade


Wie die Sportbild berichtet, sei der (wenn auch etwas verspätete) Einstieg allerdings nicht erst jetzt, sondern bereits seit über einem Jahr geplant worden. Ex-Präsident Uli Hoeneß galt als einer der größten Kritiker des modernen eSports, doch auch er habe den Plänen sein Einverständnis erteilt - auch, weil es sich (zunächst?) auf den virtuellen Fußball begrenzt und keine anderen Online-Spiele miteinbezieht. 


Im Oktober habe Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge finale Verhandlungen mit Konami geführt, einem "weltweit agierendem japanischen Hersteller und Verleger von Computer- und Videospielen" (Wikipedia), der u. a. für die Fußball-Reihe "Pro Evolution Soccer" bekannt ist; der größte Konkurrent gegenüber den FIFA-Spielen von Publisher Electronic Arts. Durch den geschlossenen Vertrag steigen die Münchener mit 15 Millionen Euro innerhalb der nächsten drei Jahre direkt zum deutschen Spitzenverdiener des virtuellen Fußballs auf. Andere Vereine wie beispielsweise ​Borussia Mönchengladbach sollen dort nur kleine, sechsstellige Umsatz-Beträge vorweisen können. 

Uli Hoeness

Uli Hoeneß galt als großer Kritiker des eSports


Kritik gab es bereits zum Ende der Hinrunde hin von den eigenen Fans. Einige Bayern-Anhänger hielten ein Plakat mit der Aufschrift "'Mia san mia' heißt auch nicht jedem Scheiß wegen Kohle hinterherlaufen - kein 'eSport' beim FC Bayern" hoch. Dass diese Proteste nicht die gesamte Fanszene abbilden ist ebenso klar wie die Möglichkeit, dass sich diese Kritik mit sich einstellendem Erfolg - sowohl finanziell als auch perspektivisch - verkleinert. 


Mit dem Konami-Vertrag geht auch eine Niederlage der DFL einher. Die von ihnen durchgeführte "Virtual Bundesliga"-Saison geht von EA aus. Eine Teilnahme dort ist dementsprechend ausgeschlossen. So kann die DFL nun nicht auf die riesige Marke, die der deutsche Rekordmeister in sich trägt, zurückgreifen. In der "eFootball.ProLeague" wird man u. a. auf ​Manchester United, den AS Monaco und ​Schalke 04 treffen.