​Kurz nach dem Transferhammer um Erling Haaland hat ​Borussia Dortmund den ​Verkauf von Julian Weigl perfekt gemacht. Der Abgang des Mittelfeldprofis ist keine allzu große Überraschung, stellt für den BVB aber Chancen und Risiken dar. Ob sich der Wechsel zu Benfica Lissabon wirklich auszahlen wird, bleibt fraglich.


Nach viereinhalb Jahren und 171 Einsätzen für Borussia Dortmund verabschiedet sich Julian Weigl vom BVB. Für 20 Millionen Euro verlässt der 24-Jährige die Borussia in Richtung Benfica , dort will er seine Ansprüche in den nächsten Jahren erfüllen. Für die Dortmunder bedeutet der Abgang vor allem, sich nach einem neuen Mittelfeldakteur umsehen zu müssen. 


Im Visier steht dabei Nationalspieler Emre Can, für den nach langem Werben endlich ​der nötige Platz geschaffen wäre. Weigl könnte sich als entscheidender Baustein in den Verhandlungen mit Can ergeben, denn der aktuelle Profi von ​Juventus Turin braucht dringend eine Einsatzgarantie. Diese könnte er beim BVB erhalten, denn dort ist die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld aktuell schockierend gering.


Weigl-Abgang ohne eigene Absicherung?


Klar ist, dass es Weigl selbst war, ​der den Abgang in diesem Winter forciert hatte. ​Die Schwarz-Gelben gingen auf den Wechselwunsch des Profis ein. Mit Axel Witsel und Thomas Delaney hat der BVB zwar noch zwei defensivstarke Mittelfeldakteure, doch das Duo fehlte zuletzt verletzungsbedingt - fraglich, ob sie im neuen Jahr sofort wieder zur Topform finden.


Mit dem abgewanderten Weigl klafft nun eine (kleine) Lücke, die so schnell nicht geschlossen werden kann. Immerhin absolvierte der 24-Jährige in dieser Saison 20 Pflichtspiele, zeigte nicht immer die auffälligsten Leistungen, war aber enorm konstant. Als Stammspieler hat er sich zuletzt etabliert und half dazu immer wieder in der Innenverteidigung aus. Dazu ist er erfahren und kennt sowohl den Verein als auch die Liga bestens - auf diese Qualitäten muss der BVB nun verzichten.

Axel Witsel

Witsel erhält voraussichtlich einen neuen Partner für das Mittelfeld



Den Dortmundern scheint klar zu sein, dass es dringend einen weiteren Neuzugang braucht, um den Verlust abzufedern. Die Rückkehr von Delaney zieht sich nach seinem Bänderriss noch eine längere Zeit hin, dazu wartet mit dem Pokal und der Champions League eine hohe Belastung auf den Kader. 


Frischer Wind und neues Potential?


Die Borussia muss also reagieren, in der aktuellen Besetzung würde die Rückrunde zu einer Zitterpartie werden.​ Doch Weigl brachte dem BVB immerhin 20 Millionen Euro ein, mit weiteren Zuschüssen lässt sich damit ohne Probleme ein neuer Kandidat verpflichten. Dieser müsste zwar sofort zünden, könnte allerdings auch eine Verbesserung zu Weigl darstellen.


Denn der zukünftige Benfica-Profi schien an seiner ​Leistungsgrenze zu spielen und füllte das erhoffte Potential nicht ganz aus. Zudem hatte Weigl immer wieder mit Tempodefiziten zu kämpfen. Ein jüngerer oder deutlich markanterer Spieler würde der Borussia gut tun und für frischen Wind sorgen. 


Der Verkauf des Profis lohnt sich also nur dann, wenn ein verheißungsvoller Nachfolger gefunden werden kann. Ansonsten riskiert der BVB eine Unterbesetzung, der mit Weigl einiges an Konstanz abhanden ging. Das Transferfenster ist allerdings noch einen Monat lang geöffnet, Dortmund muss das Beste aus der Situation machen.