Alphonso Davies war einer der Senkrechtstarter der Bundesliga-Hinrunde. Beim FC Bayern München trumpft der Kanadier als Linksverteidiger auf, mittelfristig sieht er sich jedoch in einer offensiveren Rolle.


Bei den Vancouver Whitecaps war Davies für Tempo, Dribblings und Tore bekannt. Zwölf Stück erzielte er in 81 Profispielen für den kanadischen MLS-Klub, 14 bereitete er im selben Zeitraum vor. Mit der gegnerischen Verteidigung spielte Davies bisweilen Katz und Maus, setzte sich im Eins-gegen-eins in aller Regelmäßigkeit durch, wirkte schier unaufhaltsam.


Beim FC Bayern aber, das war von vornherein klar, musste sich der junge Kanadier hinten anstellen. Kingsley Coman, Serge Gnabry, Franck Ribéry und Arjen Robben waren mindestens eine Nummer zu groß für Davies, dem Sportdirektor Hasan Salihamidzic eine Ablösesumme über zehn Millionen Euro wert war. ​


Sein Potenzial war dennoch unverkennbar, und so griff der Trainerstab auf einen Kniff von Kanadas Nationaltrainer John Herdman zurück. Dieser versetzte Davies in die Viererkette, in seinen ersten beiden Länderspielen als Linksverteidiger bereitete er prompt vier Tore vor. Im März testete Ex-Trainer Niko Kovac Davies erstmals auf dieser Position, unter Hans-Dieter Flick hat er als Abwehrspieler enorme Sprünge gemacht. 


Mittelfristig will Davies wieder auf den Flügel


Tempo, Dribblings und nun auch eine enorme Robustheit in Zweikämpfen zeichnen Davies aus. Langfristig wird er schon jetzt als potenzieller Ersatz für David Alaba, der mittlerweile in der Innenverteidigung spielt ​und von Flick zum neuen Abwehrchef ernannt wurde, betrachtet. Davies selbst ist mit seiner neuen Rolle glücklich, hat jedoch einige Unterschiede zum Spiel auf dem Flügel erkannt und hofft darauf, in Zukunft wieder auf seiner ursprünglichen Position spielen zu dürfen.


"Es ist anders. Als ich aufgewachsen bin, dachte ich nur ans Angreifen, jetzt ist es das Verteidigen. Wenn ich jetzt nach vorne gehen will, muss mir bewusst sein, wer hinter mir ist. Wenn ich mit einem langen Ball überspielt werde, könnte ich in große Schwierigkeiten geraten", sagte Davies der Edmonton Sun (zitiert via bundesliga.com).  "Ich spiele die Spiele jetzt als Verteidiger, eines Tages stellen sie mich hoffentlich vorne auf. Aber ich bin glücklich, egal auf welcher Position der Trainer mich aufstellt."

Alphonso Davies,Jerome Boateng

Position hin oder her, mit seinem ersten Jahr in München ist der 19-Jährige mehr als zufrieden. 24 Pflichtspiele hat er bereits für den Rekordmeister absolviert, künftig ist noch mehr von ihm zu erwarten. Das, sagt Davies, liegt auch an den Mannschaftskollegen: "Man lernt eine Menge von diesen Spielern. Manche von ihnen haben die Weltmeisterschaft gewonnen, andere die ​Champions League. Ich versuche, so viele Informationen wie möglich aufzusaugen."