​Zwischen Weihnachten und Neujahr hat der BVB für ein dickes Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt gesorgt: Die ​Dortmunder konnten den heftig umworbenen Erling Haaland verpflichten und mit einem langfristigen Vertrag ausstatten. Doch man sollte den Deal auch realistisch sehen und nicht als Märchen verkaufen.


Beim Werben um Haaland hat sich der BVB gegen internationale Schwergewichte wie ​Juventus Turin​Manchester United​FC Chelsea und auch ​RB Leipzig durchgesetzt. Wenn man sich in einem Transferpoker mit solch finanzkräftigen Klubs befindet, kann jeder Fußballfan erahnen, um welche (Gehalts-)Summen es bei dem Deal ging. Dass am Ende der BVB das Rennen um Haaland gemacht hat, ist umso bemerkenswerter - es zeigt, dass Schwarz-Gelb international (auch ohne große Titel in den letzten Jahren) zu einem Big Player herangereift ist.

Doch nun sollte man nicht den Fehler machen und denken, dass Haaland dem großen Geld entsagt hat, wie es beispielsweise beim Sportbuzzer zu lesen ist. Dort heißt es, Haaland habe mit seinem Wechsel nach Dortmund "Charakterstärke" gezeigt - mehr noch: "Der Haaland-Transfer zum BVB kann dem gesamten Fußball Hoffnung machen." Weil ein 19-Jähriger angeblich lieber Spielzeit wählt anstatt das dicke Geld. So ein Unsinn!


Haaland erhält beim BVB ein saftiges Gehalt und Handgeld


Man sollte sich lieber mal vor Augen führen, dass Haaland laut Bild-Informationen 8 (in Worten: acht!) Millionen Euro pro Jahr verdient. ​Dazu kommt ein fettes Handgeld zwischen 15 und 20 Millionen Euro, das Haaland allein für seine Vertragsunterschrift einstreicht. Bedeutet: Für seinen Viereinhalbjahresvertrag, den Haaland mit dem BVB abgeschlossen hat, erhält er mindestens 50 Millionen Euro! Als 19-Jähriger. Der bislang nur in der norwegischen und österreichischen Liga gekickt hat. Und das soll dem Fußball Hoffnung machen? Wohl kaum!

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Nicht falsch verstehen: Der Deal an und für sich ist für den BVB grandios. Haaland zählt zweifelsfrei zu den größten Talenten Europas und stellt den dringend benötigten, kraftvollen Neuner dar, nach dem sich vor allem die BVB-Fans sehnen. Insofern ein super Transfer für Schwarz-Gelb, ohne Frage.


Spielzeit wichtiger als Geld? Wohl kaum...


Doch man sollte nicht den Fehler machen und glauben, dass Haaland Chelsea, Juve und Co. abgesagt hat, weil die Fans auf der Südtribüne so laut sind. Oder weil die Bratwurst in Dortmund so gut schmeckt. Nein. Auch das viele, viele Geld (nochmal: 50 Millionen Euro für viereinhalb Jahre!) hat Haaland neben der aussichtsreichen Chance auf Einsatzzeit vom Wechsel nach Dortmund überzeugt. Das ist auch nicht verwerflich, schließlich verdient Haaland mit dem Fußballspielen seine Brötchen.


Nur sollte man das auch entsprechend einordnen und keine Märchen erzählen. Für Fußball-Romantiker wäre es natürlich eine schöne Sache, wenn Haaland lieber auf drei Millionen Euro verzichtet, um dafür seine Karriere anzukurbeln. Doch in Zeiten, in denen dreistellige Millionenbeträge als Ablösesumme normal geworden sind, ist für Romantik leider kein Platz mehr. Auch nicht bei Haaland und dem BVB.


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