Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2023 konnte der ​FC Bayern München Adrian Fein langfristig an den Verein binden. Bis zum Saisonende bleibt er noch an den ​Hamburger SV ausgeliehen, ehe er dann im Sommer zum deutschen Rekordmeister zurückkehrt. Kann er sich dort durchsetzen oder würde eine erneute Leihe mehr Sinn ergeben?


Adrian Fein ist beim HSV eingeschlagen wie es in den letzten Jahren nur wenige Transfers taten. Der 20-Jährige, der seit 2006 in der Jugend der Bayern spielte, wurde zu Saisonbeginn für ein Jahr an die Rothosen ausgeliehen, wo er sich seitdem einen Namen gemacht hat. Im zentralen Mittelfeld ist er für Trainer Dieter Hecking schon so gut wie unverzichtbar geworden, doch im Sommer steht die Rückkehr nach München an. 


Bayern ist von Feins Potenzial überzeugt


"Wir sind von seinem Potenzial überzeugt und haben ihn deshalb langfristig an den FC Bayern gebunden", erklärte FCB-Sportdirektor Hasan Salihamidzic anlässlich ​der gestrigen Vertragsverlängerung. Für den Verein wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn ein gebürtiger Münchener - der zudem schon einige Jahre in der eigenen Jugendabteilung verbracht hat - den großen Sprung auf die Profibühne schaffen würde, und im Optimalfall natürlich im Dienste des Klubs selbst. Allerdings muss man sich fragen, ob er bereits zur nächsten Saison dafür bereit ist und sich im qualitativ hochwertigen Kader durchsetzen kann, oder ob eine erneute Leihe sinnvoller wäre.


Zum jetzigen Zeitpunkt muss man festhalten, dass das zentrale (und) defensive Mittelfeld der Bayern sehr gut bestückt ist. Neben Joshua Kimmich, der mittlerweile fester Bestandteil des Mittelfelds zu sein scheint, verfügt man mit weiteren Spielern wie Javi Martínez, Thiago, Leon Goretzka, sowie Corentin Tolisso und auch Michael Cuisance über starke Spieler, die für Fein voraussichtlich noch eine Nummer zu groß sein werden - zumindest wenn es um regelmäßige Einsatzzeiten und somit um Spielpraxis geht. Denn das sollte in diesem Alter, gerade nach der Entwicklung der letzten Monate, im Fokus stehen. Im Sinne des Vereins und vor allem in Sinne des Spielers und dessen Entwicklung. 

Adrian Fein

Durch seine Leistungen durfte Fein mittlerweile auch in der U21-Nationalelf aufspielen



Natürlich könnten sich die Bayern über den Sommer vom einen oder anderen Spieler auf dieser Position trennen. Je nachdem, wer der neue Trainer sein wird, wird auch eine andere Spielphilosophie umgesetzt werden. Ob ein Martínez beispielsweise unter Erik ten Hag funktionieren würde, erscheint auf den ersten Blick fraglich. Auch wenn (in diesem hypothetischen Fall) Thiago nicht mehr als Sechser, sondern als etwas offensiverer Achter agieren könnte, gäbe es noch immer starke Konkurrenz. Vernünftige Spielpraxis, die der weiteren Entwicklung förderlich ist, wäre vermutlich noch nicht zu erwarten.

Erneute Leihe würde Sinn ergeben - HSV als mögliche Rück-Rückkehr


Was für alle Beteiligten sicherlich von Vorteil sein könnte, wäre der Aufstieg des HSV. Dieser dürfte zusammen mit Hecking darum bemüht sein, Fein erneut für ein Jahr auszuleihen. Er könnte im bereits gewohnten Umfeld weiterhin regelmäßig spielen und gleichzeitig Erfahrung in der ersten Liga sammeln - auch für die Vereinsverantwortlichen in München dürfte das ein akzeptables Szenario sein, von dem im Endeffekt jede Seite profitieren würde. Schon in dieser Hinrunde stand er von 18 möglichen Spielen in der zweiten Liga 17 Mal in der Startelf - gut und wichtig für Fein selbst, ebenso wichtig für Bayern. 


Sollten die Hamburger nicht aufsteigen, müsste eine erneute Leihe innerhalb der Bundesliga anvisiert werden. Das Niveau, dort zu bestehen, hat Fein bereits erreicht. Bei einem Verein, der sich in der unteren Tabellenhälfte befindet, könnte er zudem viele Einsatzminuten sammeln und sich auf die darauffolgende Saison vorbereiten. Mit 22 Jahren und einem Portfolio an Spielpraxis dürfte er keine schlechten Chancen haben, sich nach und nach im Kader des derzeit Tabellendritten festzuspielen. Dann hätte man auch endlich wieder einen echten "Local Player", wie man ihn seit Bastian Schweinsteiger oder Thomas Müller nicht mehr hatte.