​Mit dem klaren 4:0-Erfolg gegen Leicester City hat der ​FC Liverpool den nächsten Schritt gemacht. Die Leistungen, die die Reds in der bisherigen Saison zeigten, sprechen Bände. Die erste Meisterschaft seit fast 30 Jahren scheint nur noch Formsache zu sein. ​England droht schon bald eine lähmende Dominanz, die ganz und gar im Zeichen der Liverpooler steht. 


Es gibt nur wenig, was beim FC Liverpool momentan nicht rund läuft. Bis auf den fehlenden Meistertitel und Terminstress rund um die Klub-WM (die man natürlich auch gewinnen konnte) war es ein perfektes Jahr für die Reds unter Trainer Jürgen Klopp. Die letzte Niederlage in der Liga ist fast ein Jahr her, seit 35 Spielen sind die Engländer in der Premier League ungeschlagen.


Mit dem eindrucksvollen, aber auch hart erarbeiteten Erfolg gegen Leicester konnte der ärgste Verfolg um nun 13 Punkte distanziert werden. Die Meisterschaft scheint quasi schon entschieden zu sein, doch Klopp will trotz 17 Siegen und nur einem Unentschieden nicht im Ansatz locker lassen.


Liverpools Philosophie: Immer höher hinaus


"Es ist noch nichts entschieden. Wir müssen gegen alle noch einmal spielen und wir werden unser Bestes geben", so der Kult-Trainer nach dem Spiel. Seine Aussagen dürften von vielen Fans als professionell und dennoch unnötig angesehen werden. Denn selbst bei einem bedeutenden Leistungseinbruch dürfte dem LFC die Meisterschaft wohl kaum noch zu nehmen sein.

Juergen Klopp

Klopp gibt sich noch immer vorsichtig



In gewisser Weise spricht dies aber für die Philosophie, die der gesamte Klub verfolgt. Seit Jahren ist die Devise klar, es soll mit jedem Erfolg noch einen weiteren geben und stets das Bestmögliche erreicht werden. Die Wundermarke von 97 Punkten aus der Vorsaison könnten die Reds mit der aktuellen Form sogar noch einmal übertreffen. Unbesiegt, nahezu ohne Punktverlust und immer noch hungrig hat sich Liverpool schon längst die englische Krone aufgesetzt.


Die Dominanz, die der Traditionsverein ausstrahlt, ist gewaltig. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Mannschaft durch die teils komplizierten Terminplanungen, den etlichen Pokalwettbewerben sowie der Klub-WM kaum eine solche Konstanz an den Tag legen dürfte. Doch der LFC schafft genau dies, hielt sich auch in der Champions League weitestgehend schadlos und steuert den nächsten großen Titeln entgegen. 


Hat Liverpool den besten Kader der Welt?


All dies ist nur durch jahrelange und ausgiebige Arbeit möglich gemacht wurden. Am Team wurde lange gefeilt - es gab etliche Rückschläge, die immer wieder verkraftet wurden. Nun sind die Reds an einem Punkt, an dem sie zur besten Mannschaft der Welt avancieren könnten. Allein der aktuelle Kader ist so stark besetzt, dass nur wenige Klubs überhaupt mithalten können.


Umso erstaunlicher ist demzufolge, welchen Erfolg Liverpool daneben mit der Jugendarbeit einfährt. Die Talente um Marko Grujić​ werden nach ganz Europa ausgeliehen oder reifen selbst in der Akademie heran. Durch die hohe Belastung erhalten die Youngster um Harvey Elliott viel Spielpraxis auf höchstem Niveau und können so den nahtlosen Übergang zu den Profis schaffen. 

Harvey Elliott

Mit nur 16 Jahren ist Harvey Elliott der Stern der nächsten Generation



Die Fußballfans dürften in den kommenden Jahren noch einiges vom FC Liverpool erwarten. Die aktuelle Dominanz ist nur ein Vorbote einer sehr glorreichen Zukunft. Die Reds belohnen sich für die harte Arbeit, hören aber trotzdem nicht auf, sich neue Ziele zu stecken. Nur mit dieser Einstellung sind solche Erfolge möglich. Grenzen scheinen der Mannschaft um Jürgen Klopp kaum gesetzt zu sein.