An der Leine wird man froh sein, dass sich das Jahr dem Ende entgegen neigt. Auf die faule Haut wollen sich die Bosse in ​Hannover über die Feiertage aber nicht legen. 96-Geschäftsführer Martin Kind, Sportdirektor Jan Schlaudraff und Cheftrainer Kenan Kocak haben sich an Heilig Abend getroffen, um eine ausführliche Analyse der schwierigen Lage zu vollziehen.


Nach dem ​Bundesliga-Abstieg im Sommer wollte Hannover eigentlich ein gehöriges Wörtchen mitreden, wenn es um die Vergabe der Aufstiegsplätze geht. Mit Mirko Slomka kam ein alter Bekannter, der an seine früheren Erfolge anknüpfen sollte. Die Realität sah aber anders aus:


Slomka ist schon wieder Geschichte auf der 96-Trainerbank. Die Roten rangieren nach 18 Spielen auf einem desillusionierenden 13 Tabellenplatz. Zehn Zähler ist Rang drei bereits entfernt, die Rückkehr ins Oberhaus bleibt in der Rückserie ein Traum.


Mit Kenan Kocak ist mittlerweile ein neuer Trainer am Ruder an der Leine. Zusammen mit Kind und Schlaudraff wurde an Weihnachten beschlossen, dass man die Mannschaft im Winter aufrüsten möchte. Das teilte der Klub medienwirksam via Twitter mit.


Transfers im Winter geplant - mit Blick auf die Zukunft


"Es besteht die grundsätzliche Bereitschaft, in der Winterpause Spieler zu verpflichten. Alibientscheidungen wird es dabei nicht geben. Der Transfermarkt wird intensiv beobachtet, alle eventuellen Entscheidungen werden mit dem Fokus getroffen, dass sie die Qualität der Mannschaft auch über den Sommer hinaus steigern", heißt es im Statement.


"Mit Realismus und Vernunft" wolle man die Rückrunde angehen, erklärte Klubboss Kind. Dabei werde man aber auch versuchen "alle Chancen, die sich uns bieten" zu nutzen. Dass der Rückstand auf Platz drei "nur" zehn Punkte beträgt, liegt aber mehr an der Schwäche der Konkurrenz. Nach 21 Zählern aus 18 Partien sollte der Blick in Hannover eher nach unten gehen, schließlich liegt "Leidensgenosse" 1. FC Nürnberg auf dem 16. Platz nur zwei Punkte zurück.


Mögliche Neuzugänge im Winter müssen also sofort weiterhelfen - sollen, wie vom Klub beschrieben, das Team aber auch über die Saison hinaus besser machen. Es klingt durch, dass man in Hannover in der nächsten Saison einen erneuten Anlauf auf die Tabellenspitze wagen möchte. Dafür muss aber zunächst das Horrorszenario Abstieg vermieden werden.


Kein Trainingslager im Süden - Hannover bleibt daheim


Um sich optimal auf das zweite Halbjahr vorbereiten zu können, will Trainer Kocak auf ein Trainingslager verzichten. In Hannover würde man gute Trainingsmöglichkeiten vorfinden (was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war), zudem hätte Kocak so zwei Trainingstage mehr zur Verfügung. Bei einer Reise in den Süden, würden zwei Tage für An- und Abfahrt gebraucht werden.