Marc-Andre ter Stegen belegt Platz 12 in unserem Ranking der 20 besten Spieler des Jahres 2019.


Das Torhüterdasein ist ein undankbare Aufgabe, nicht wahr? Wenn du Glück hast, gibt es im Laufe eines Fußballspiels ein oder zwei Momente, in denen du dich auszeichnen kannst. Ausschlaggebende Momente, die auch jeder Stürmer hat. Nur hast du als Keeper das Problem, dass wenn du versagst, dein Team wahrscheinlich verlieren wird.


Als Torhüter des ​FC Barcelona prasselt noch mehr auf dich ein, vor allem wenn der Klub erst unlängst die Legende Victor Valdes verabschiedet hat und du oftmals aufgrund der großen Ballbesitzphasen der Katalanen mehr als Feldspieler, denn als reiner Torhüter gefragt bist.


In den letzten 18-24 Monaten konnte ​Marc-Andre ter Stegen seinen Platz unter den besten Torhütern der Welt zementieren und ist wohl der beste Allrounder überhaupt. Jan Oblak ist womöglich beim Verhindern von Torchancen noch besser (womöglich!) aber hat längst nicht die fußballerischen Fähigkeiten des Deutschen. Alisson und Ederson sind vermutlich bessere Passgeber, aber wenn es ums reine Torwarthandwerk geht, steckt ter Stegen beide in die Tasche.


2019 war für Barcelona kein herausragendes Jahr, aber MATS stach doch mehrmals deutlich heraus.


Barca-Kapitän gegen Huesca (13.04.2019)

Marc Andre Ter Stegen

Torhüter, die sich die Kapitänsbinde anlegen, sind im – man möge mir diese Phrase verzeihen – modernen Fußball eher eine Seltenheit. Die Trainer favorisieren es eher, dass ihre Spielführer auf dem Platz herumlaufen und so das Spielgeschehen mitbestimmen können. Darüber hinaus sind Torhüter einfach ...komisch.


Gerade bei einem Klub wie Barca, mit Führungsspielern wie Linoel Messi, Sergio Busquets und Gerard Pique ist es nicht einfach, sich einen Namen zu machen. Deshalb, war es schon ein echtes Zeichen der Anerkennung als ter Stegen bei dem Spiel gegen Hueca im April die Kapitänsbinde überstreifen durfte. Passenderweise endete die Partie zum Wohle aller Torhüter mit 0:0.


Zwei weiße Westen im Bernabeu innerhalb einer Woche

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Genauer gesagt zwei gegentorlose Spiele im Bernabeu innerhalb von nur 72 Stunden. Zunächst setzen sich die Katalanen am Mittwoch, den 27. Februar, in der Copa del Rey mit 3:0 durch und erreichten so das Finale (über welches wir lieber den Mantel des Schweigens legen). Bereits am Samstag ging es dann erneut nach Madrid und konnten die Blaugranas einen 1:0-Erfolg feiern.


Es wäre wohl vorschnell zu behaupten, dass der Sieg in der Liga bereits den Meistetitel unter Dach und Fach gebracht hatte – dies war wohl eher nach dem Sieg gegen Atletico Madrid im April der Fall – dennoch war der Sieg in der spanischen Festung mit Sicherheit ein großer Faktor.


Dieses Spiel gegen Dortmund

Marc Ter Stegen

Eine Highlightliste für Torhüter aufzustellen, erweist sich als schwieriger, als für Angreifer. Eine gute Leistung eines Torhüters zeichnet sich häufig dadurch aus, dass niemand darüber spricht. Schließlich geht es darum, Gefahr bereits im Keim zu ersticken und sich so clever zu positionieren, dass spektakuläre Paraden gar nicht erst nötig werden.


Da die Barca-Defensive aber gelegentlich ziemlich löchrig daherkommt, muss ter Stegen häufig dennoch viel Verantwortung übernehmen. So zum Beispiel beim Champions-League-Auftakt gegen ​Borussia Dortmund im Signal-Iduna-Park.


Der deutsche Schlussmann war dabei der einzige Grund, wieso das Team von Lucien Favre nicht mit einem Sieg in die umkämpfte Gruppe starten konnte. Zahlreiche Traumparaden. Weltklasse!


Vorlagenkönig?

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Wenn man schon an der Weltspitze angekommen ist, wieso sollte man dann das eigene Arsenal nicht noch weiter vergrößern? In der Saison 2018/19 hatte ter Stegen noch keine einzige Torvorlage beisteuern können, in den vergangenen zwei, drei Monaten legte der Keeper aber einen Zahn zu.


Eine erste Kostprobe gab es beim Spiel gegen Getafe Ende September, als ter Stegen mit einem enorm langen Huf Luis Suarze bediente, und dabei die komplette Hintermannschaft düpierte. Ter Stegen gab sich damit aber noch lange nicht zufrieden. Womöglich erinnerte er sich dabei daran, wie Ederson bei seiner Verpflichtung von Manchester City vor allem aufgrund eines Assists gefeiert worden war, bei dem der Keeper das Leder – wohl eher unbeabsichtigt – bis zum gegnerischen Sechzehner gepfeffert hatte. Ter Stegen gelang im Dezember beim 5:2-Sieg gegen Mallorca nun mit seiner Torvorlage für Antoine Griezmann ein ähnliches Kunststück.