Viele ​Schalke-Fans staunten nicht schlecht, als sie die Startaufstellung für das Spiel gegen den ​VfL Wolfsburg sahen. Nicht nur der in der Kritik stehende Guido Burgstaller durfte von Beginn an spielen, auch der bislang abgeschlagene Fabian Reese gehörte zur ersten Elf von David Wagner - das wird jedoch nichts daran ändern, dass er beim S04 keine Zukunft hat.


Wie vor jedem Spiel diskutierten die S04-Anhänger vor der Partie gegen Wolfsburg über die mögliche Startelf, die David Wagner aufbieten würde. Man war sich eigentlich sicher, dass Benito Raman mit seinem derzeit sehr guten Lauf starten würde, viele hofften auf einen genesenen Ahmed Kutucu, manch einer hatte das Gefühl, Guido Burgstaller würde wieder zurückkehren. Dass schlussendlich Fabian Reese (als Burgstaller-Sturmpartner) auflaufen würde, damit hatte wohl wirklich niemand gerechnet. 


Startelf-Einsatz von Reese den Umständen geschuldet


Schnell machte sich natürlich Kritik breit, wieso der S04-Coach denn in der Offensive so aufstellen würde. Burgstaller, der seit mittlerweile 981 Liga-Minuten noch immer keinen Treffer erzielt hat. Reese, der bislang am weitesten von der Startelf entfernt war. Dass Raman und Rabbi Matondo eine Pause benötigten, während Ahmed Kutucu aufgrund seiner Fußprellung noch nicht einsatzbereit war (und Mark Uth noch immer verletzt), erklärte diese Umstände wenig später. 


Reese machte dabei keinen schlechten Job. Im 4-4-2 (mit Raute) wirkte er deutlich aktiver als Burgstaller, was zugegebenermaßen (erneut) nicht wirklich schwer war. Er zog einige Sprints, sorgte für ein gutes Pressing und brachte Tempo in ein paar Offensiv-Aktionen. Dass er insgesamt, und vor allem in der ersten Hälfte, weitestgehend unauffällig blieb, lag auch am Spielverlauf. Wolfsburg drückte Schalke über weite Phasen in die eigene Hälfte, sodass höchstens der ein oder andere Entlastungsangriff möglich war, bei dem nicht konsequent nachgerückt wurde, um den Gegner nicht einzuladen. In der 70. Minute wurde Reese dann durch Benito Raman ersetzt. 

Fabian Reese

Während der Vorbereitung noch mit dem einen oder anderen Einsatz - später chancenlos


Nun fragt man sich, ob Reese doch nicht so weit abgeschlagen ist, wie man zuvor dachte. Hat er unter Wagner doch Chancen auf mehr Einsatzzeiten? Aller Voraussicht nach: Nein. Zahlreiche, für den 22-Jährigen positive Entwicklungen haben ihn eher in die Startelf gespült, als das pure Vertrauen Wagners. Raman und Matondo mit ihrer Pause, Kutucu mit seiner Prellung, Uth mit seiner Adduktorenverletzung. Sie alle hätten, wären sie fit gewesen, den Vorzug vor Reese erhalten. Dass es zeitgleich vier Stürmer gibt, die nicht (in der Startaufstellung) auflaufen können, ist ebenso selten wie unwahrscheinlich. Dass es am Mittwoch doch vorkam, war der Glücksfall für den im Sommer von ​Greuther Fürth (anderthalb Jahre Leihe) zurückgekehrten Stürmer.


Ausgangslage unverändert: Für Spielpraxis muss Reese Schalke wohl verlassen


Durch diesen Einsatz wird sich seine persönliche Situation wohl nicht verändern. Er wird auf Schalke sicherlich nicht zu regelmäßigen Einsätzen kommen - Spiele wie diese, wo er als fast letzter Backup (nur Steven Skrzybski steht anscheinend hinter ihm) zum Zuge kommt, wird es ebenfalls kaum geben. In seinem noch sehr jungen Alter benötigt er aber vor allem eins: Spielpraxis. Da er diese in Königsblau nicht bekommen wird, sollte er wechseln. Dazu kommt, dass man sich womöglich im Winter einen weiteren Stürmer holen möchte, wodurch Reeses Chancen nicht unbedingt wachsen. Das werden auch David Wagner und Sportvorstand Jochen Schneider wissen.