Am Mittwochabend musste sich ​Schalke 04 dem Spielverlauf nach mit einem Punkt beim ​VfL Wolfsburg zufriedengeben. Dass man überhaupt einen Punkt retten konnte, lag auch an Startelf-Debütant Markus Schubert, dem das 0:0 zur Halbzeit zu verdanken war - genauso ging aber auch der 1:1-Ausgleich auf seine Kappe.


Eigentlich war es keine große Überraschung, dass sich Markus Schubert gegen Wolfsburg sowohl direkt beweisen musste, als auch seine Klasse unter Beweis stellen konnte. Immerhin ist er keine gewöhnliche Nummer zwei in dem Sinne, dass er zum eigentlichen Stammkeeper, Alexander Nübel, einen spürbaren, qualitativen Unterschied hat. Sonst hätte er ihn nicht schon bei der U21-Nationalmannschaft beerbt. 


Ungeordnete S04-Defensive bringt Schubert zum Glänzen - Fehlgriff beim Gegentor


Besonders in der ersten Halbzeit verlief die Partie so, wie sie einige erwartet haben. Durch die zahlreichen Ausfälle in der S04-Defensive musste erneut die Abwehr mit Personal umgestrickt werden, wie es schon am Sonntag gegen ​Eintracht Frankfurt der Fall war. Schnell merkte man, dass die sonst so sichere Zuordnung nicht stimmte. Die Wolfsburger hatten am und um den Sechzehner herum viel zu viele Freiheiten. Das Resultat: Schubert musste Schalke in die Halbzeit retten. Er zeigte eine sehr starke Leistung, hatte immer das passende Stellungsspiel und wusste wie er agieren musste, damit keine weitere Gefahr entsteht. 


Nübel, der eine Sperre von vier Spielen für sein überhartes Einsteigen gegen Mijat Gacinovic erhalten hatte, vermisste man spielerisch gesehen nicht. Viel mehr war man - trotz der Vielzahl an guten VfL-Chancen - beruhigt, auf der Torwart-Position so gut und doppelt besetzt zu sein. In der zweiten Hälfte (auch durch das 0:1 durch Ozan Kabak, drittes Saisontor) konnten die Gastgeber zwar nicht mehr allzu drückend und spielbestimmend bis vor das Tor der Königsblauen spielen, allerdings brachten sie immer wieder gefährliche Vorstöße zustande, die auch Schubert immer wieder vereitelte. 

Alexander Nuebel

S04-Keeper Alex Nübel war nach Wolfsburg mitgereist, um das Team zu unterstützen


In der 82. Minute musste S04 dann trotzdem den (im Endeffekt verdienten) Ausgleich hinnehmen. Nach einer Ecke wollte der bisher so sichere Schubert den Ball aus der Luft greifen, der allerdings rutschte ihm durch die Hände, vor die Füße von Kevin Mbabu. Zunächst gab es noch vereinzelten Protest der Schalker, Schubert sei durch das Einwirken eines Gegenspielers gestört worden. Schaut man sich die Szenen aus mehreren Winkeln an, kommt man zu dem Entschluss, dass es wohl einen Kontakt gab. Allerdings muss man sagen, dass dieser nicht ausreichte, um den Torwart maßgeblich zu behindern. Zudem wurden die Arme nicht getroffen. Schubert hat sich schlicht verschätzt, wodurch er den Ball nicht richtig zu fassen bekam. Ein ärgerlicher Torwartfehler, der aber passieren kann. 


Auch wenn es im Nachhinein, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Fehlgriff des 21-Jährigen war: Das schmälert die gezeigten Leistungen bei seinem Einstand nicht. Er war es schließlich, der es Schalke überhaupt erlaubt hatte, sich erst spät über einen Wolfsburg-Treffer zu ärgern - immerhin wären ein, zwei Gegentreffer schon in der ersten Hälfte fällig gewesen. Beim Statistik-Dienst SofaScore wurde er mit einer Bewertung von 8.1 zurecht zum zweitbesten Spieler des Spiels bewertet, geschlagen nur von Maximilian Arnold (8.3). So muss man aus S04-Sicht mit einem Punkt zufrieden sein.


Immerhin: Trotz Schuberts Fehlgriff kann man mit Fug und Recht behaupten, dass S04 sich auf der Torwartposition überhaupt keine Sorgen machen muss - und das trotz der weiter ungewissen Zukunft von Alexander Nübel.