Fußballgala im Signal-Iduna-Park. Wo Topspiel drauf stand, war am 16. Bundesliga-Spieltag Knaller-Partie drin. Am Ende trennen sich der ​BVB und ​RB Leipzig trotz 2:0- und 3:2-Fühung der Schwarz-Gelben 3:3-Unentschieden.


Tore:

1:0 - 23. Minute, Weigl

2:0 - 35. Minute, Brandt

2:1 - 48. Minute, Werner

2:2 - 53. Minute, Werner

3:2 - 56. Minute, Sancho


​Dritter gegen Erster: Das Duell zwischen dem BVB und RB Leipzig war nicht nur das absolute Topspiel am 16. Bundesliga-Spieltag, sondern hatte auch richtungsweisenden Charakter im Kampf um die Meisterschaft.


BVB-Coach Lucien Favre vertraute weitestgehend seiner Sieger-Elf von Mainz. Nur Guerreiro kam für Schulz zurück in die Anfangsformation. Auf der anderen Seite wechselte RB-Trainer Julian Nagelsmann auf drei Positionen: Mukiele, Forsberg und Poulsen rückten für Ilsanker, Nkunku und Schick in die Startelf.


Der BVB dominiert im eigenen Stadion


Die erste gute Chance hatten die Hausherren: In der zweiten Minute hatte Mats Hummels die Führung nach einem Eckball auf dem Kopf, setzte die Kugel aber über die Latte.

Die Leipziger agierten zu Beginn taktisch etwas verändert: Forsberg spielte mit Poulsen und Werner auf einer Linie in einer Art 4-3-3 - Nagelsmann wollte so die BVB-Dreierkette unter Druck setzen.


Die Borussia löste sich aber relativ schnell vom Leipziger Druck und übernahm in den ersten 20 Minuten das Kommando. 3:0 Torschüsse, 56 Prozent Ballbesitz und 64 Prozent gewonnene Zweikämpfe sprachen eine eindeutige Sprache. In der 23. Minute war es dann auch soweit - Julian Weigl brachte die Hausherren in Führung

Ausgerechnet Weigl könnte man sagen: ​Um den BVB-Mittelfeldmann ranken sich erneut Wechselgerüchte. Sancho hatte vor dem Treffer die Führung bereits auf dem Fuß, schloss aber zu unplatziert ab. Weigl machte es unter gütiger Mithilfe von RB-Schlussmann Gulacsi besser. Aus spitzem Winkel zog er direkt im Anschluss von der Strafraumkante ins kurze Eck ab - der Ball sprang über den unglücklichen Gulacsi zum 1:0 in die Maschen.

Julian Weigl

Und Dortmund machte danach gegen verunsichert wirkende Leipziger so weiter. In der 35. Minute erhöhte Julian Brandt in überragender Manier auf 2:0. Sancho findet Brandt im Sechzehner, der dreht sich mit dem Ball blitzschnell um die eigene Achse und um Upamecano. Der trockene Abschluss war dann nur noch Formsache. Der BVB hatte alles im Griff!

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Spektakuläre zweite 45 Minuten - Sancho kontern Werner-Doppelschlag


Mit der hochverdienten 2:0-Führung ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel stellte RB den Spielverlauf von Durchgang eins aber prompt auf den Kopf. Nach einem weiten Schlag von Gulacsi kam Bürki aus seinem Strafraum und wollte den Ball per Kopf zur Seite klären. Die Rettungsaktion geriet aber zu kurz, Werner hieß der Nutznießer, der den Ball nur noch ins verwaiste Tor schieben musste. Plötzlich stand es nach 48 Minuten nur noch 2:1.


Nur drei Minuten später hätte Leipzig beinahe die ganz kalte Dusche über Schwarz-Gelb ausgeschüttet. Im strömenden Regen machte Halstenberg zwar das Tor, stand aber knapp im Abseits.


Es war jetzt ein ganz anderes Spiel: RB schien mit 45-minütiger Verspätung "aufgewacht" zu sein. Nach 53 Minuten war es dann tatsächlich so weit: dieses Mal leistete sich Julian Brandt einen Blackout. Vom Mittelfeld wollte er den Ball zu Bürki zurückspielen, übersah Werner, der dazwischen ging und keine Probleme hatte Bürki zu umkurven - 2:2! Die Uhren waren wieder auf Null gestellt.


Doch wer dachte, der BVB würde nun einbrechen, wurde eines Besseren belehrt: Reus auf Sancho, 3:2 in der 56. Minute. Ein irrwitziger Start in Hälfte zwei!

Und die war noch nicht vorbei. Leipzig kam erneut zurück und machte in Person des eingewechselten Schick in der 78. Minute das 3:3. Bei einem langen Ball von Upamecano stand Guerreiro falsch, Bürki konnte gegen Mukiele zwar noch abwehren, Schick stand beim Abpraller aber goldrichtig.


Die Partie bot auch in den letzten Minuten jede Menge Spannung. Jederzeit - so hatte man das Gefühl - hätte eines der beiden Teams den entscheidenden Treffer erzielen können. Am Ende blieben die ganz großen Chancen aber auf beiden Seiten aus. Schulz hatte zu Beginn der Nachspielzeit noch die aussichtsreichste Gelegenheit.


Es blieb beim 3:3, das für den BVB ärgerlicher sein dürfte als für die Leipziger. Ein Leckerbissen für die Zuschauer war es aber auf jeden Fall!