Es war DIE Szene des 15. Spieltags: In der 66. Minute kam Schalke-Keeper Alexander Nübel aus seinem Tor heraus, um den sich nähernden Ball zu klären, traf dabei jedoch den Frankfurter Spieler Mijat Gacinovic brutal auf Brusthöhe. Ein Ausrutscher? Oder darf sowas einfach nicht passieren? 


Klar, es gibt nicht umsonst das Sprichwort: "Jeder Sport ist Mord." Beim Reiten kann das Pferd den Reiter abwerfen, beim Skateboarden hat sich so ziemlich jeder Skater schon einmal verletzt und im Fußball ist die Gefahr groß, dass man sich eventuell ein ziemlich übles Foul einfängt. So hat es an diesem Spieltag besonders Mijat Gacinovic aus den Frankfurter Reihen erwischt. Wie wir ​zuvor berichteten, hatte Gacinovic jedoch Glück im Unglück, trug "nur" eine schwere Rippenprellung davon. 

Nübel wollte in dieser Situation offensichtlich zum Ball, wollte die Situation bereinigen. Dennoch stellt sich die Frage: Muss man wirklich so hart eingreifen? Will man die Karriere eines Spielers so drastisch auf die Probe stellen? Bei Gacinovic hätte das Foul mit etwas weniger Glück eventuell ein ganz anderes Ende nehmen können. Glücklicherweise hat es das aber nicht. Der Serbe musste trotzdem raus, ging dabei sogar ohne fremde Hilfe vom Feld. Mit blutigem Mund und zerrissenem Trikot.

Mijat Gacinovic

Dennoch bleibt der bittere Gedanke: Was wäre, wenn...? Zwei Gegenspieler kämpfen für ihre Mannschaft, geben alles für ihren Verein, wollen am Ende des Tages nur Eines: Drei Punkte aus dem Spiel mitnehmen. Fußball ist ein Sport, der viel über ausgetragene Zweikämpfe läuft. Das eine oder andere Foul lässt sich nicht vermeiden. Aber muss man wirklich die Gesundheit eines anderen Spielers missbilligend in Kauf nehmen? 


Es ist unstrittig darüber zu diskutieren, was die Antwort auf die Frage ist. Man muss auch nicht darüber diskutieren, ob es Nübels Absicht war, Gacinovic auf diese Art und Weise zu stoppen. Es war klar erkennbar, dass die Intention zum Ball zu kommen da war. Man konnte ebenfalls sehen, dass es dem 23-jährigen Torwart wirklich leid tat. 


Nübel entschuldigte sich, lange Sperre droht dennoch


Direkt am Sonntagabend noch rief Nübel bei Gacinovic an, erkundigte sich bei ihm, ob alles gut sei. Der ​Frankfurter Akteur erläuterte ihm seinen Gesundheitszustand, Nübel entschuldigte sich erneut. Diese Entschuldigung nahm Gacinovic an. Ende gut, alles gut? Eher nicht. Das Sportgericht wird am Dienstag die Strafe bekanntgeben, wie lange der Torwart gesperrt bleiben wird. Und da Nübel bereits zu Beginn des Jahres mit einer glatt Roten Karte vom Platz geflogen war, wird er wahrscheinlich als Wiederholungstäter eingestuft werden. Dies wird dann eine durchaus längere Sperre für den Schalker zur Folge haben. 

Alexander Nübel

Man kann nur hoffen, dass Mijat Gacinovic schnell wieder spielbereit wird und Alexander Nübel seine Lektion aus dem Aussetzer gelernt hat. Fußball ist ein sehr schneller, körperbetonter Sport, manchmal hat man nicht mehr als eine Sekunde Zeit zum Überlegen und zum Reagieren. Es muss manchmal schnell gehen. Trotzdem sollte man sich immer vor Augen halten, dass die Gesundheit ein einmaliges Gut ist und man diese bei keinem Menschen riskieren sollte. Die Gesundheit ist schneller dahin, als manch einer glauben mag. Und das sollte einem viel mehr Wert sein als drei Punkte.