Dieses Gerücht lässt aufhorchen: Laut einer Meldung des britischen Boulevardblatts The Sun bemüht sich ​Hertha BSC um Victor Wanyama von Tottenham Hotspur. Der defensive Mittelfeldspieler ist bei den Nord-Londonern außen vor, günstig dürfte er für bisherige Berliner-Verhältnisse aber nicht werden. Setzt die Hertha im Winter das erste Ausrufezeichen?


Schon in der jüngeren Vergangenheit suchten die Verantwortlichen in Großbritannien nach neuem Spielermaterial. Marko Grujic wurde in diesem Sommer zum zweiten Mal in Folge vom ​FC Liverpool ausgeliehen, Davairo Jilrosun kam 2018 aus der U23 von ​Manchester City, Daishawn Redan vom ​FC Chelsea, Dedryck Boyata von Celtic Glasgow und Dodi Lukebakio vom FC Watford. 


Mit Victor Wanyama könnte womöglich Neuzugang Nummer sechs folgen. Der 28-Jährige wurde seit Oktober nur noch ein einziges Mal für den Kader nominiert und erhielt bei der 1:3-Niederlage gegen ​Bayern München einen Kurzeinsatz über neun Minuten. Wegen einer Knieverletzung sammelte Wanyama schon in der abgelaufenen Saison nur 13 Einsätze in der ​Premier League, diese Zahl dürfte er in der aktuellen Spielzeit nicht erreichen. 


Gerücht um Wanyama: Erste Taten nach Geldregen?


Wie The Sun berichtet, sollen sich Hertha BSC und Ex-Klub Celtic Glasgow um den Kenianer bemühen. Die Berliner wollen in der Defensive noch einmal nachlegen, wie Sport Bild in Erfahrung gebracht haben will, dürfe Geschäftsführer Michael Preetz über 20 Millionen Euro für einen einzelnen Spieler ausgeben. Das viele Geld, das Investor Lars Windhorst dem Klub in die Kassen gespült hat, soll vorrangig in neues Spielermaterial investiert werden. Schon im September erklärte Preetz im Spiegel, dass der Angriff auf die Europapokalplätze verschärft werden solle.

Victor Wanyama

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Davon ist die Hertha weit entfernt, der Rückstand auf Platz sieben beträgt zehn Punkte. Dennoch wird in puncto Transfers offenbar groß gedacht, wie das jüngste Gerücht um Wanyama zeigt. Die Sun gilt allgemein als äußerst unseriöse Quelle, aber es zeigt auf, wie ernst es die Verantwortlichen tatsächlich meinen. Allein im Sommer erwirtschaftete die Hertha trotz des Rekordtransfers von Valentino Lazaro ein Transferminus von über elf Millionen Euro (transfermarkt.de). Da das Transferbudget nicht mehr nur durch Spielerverkäufe aufgefüllt wird, könnte das bisherige Minus noch gravierender ausfallen. 


Ungeachtet dessen, wie viel an dem Gerücht um Wanyama tatsächlich dran ist, würde es kaum überraschen, wenn die Hertha im zweistelligen Millionenbereich investieren würde. Ob große Transfers dabei helfen, den Klub vor dem erneuten Abstieg zu bewahren, wird sich allerdings erst zeigen müssen. Denn neue und teure Spieler bedeuten nicht automatisch, dass dadurch alles besser wird. Es zeigt lediglich, wie ambitioniert die Berliner planen.