Der BVB hat mit vier Siegen in Folge zurück in die Spur gefunden. Am kommenden Dienstag wartet mit RB Leipzig in der Bundesliga ein direkter Konkurrent im Meisterschaftsrennen, der seit zehn Spielen ungeschlagen ist. 90min zeigt euch die schwarz-gelben Key-Points vor der Partie.


BVB-Dauerläufer: Wie viel Sprit ist noch im Tank?


​Die Umstellung auf eine Dreierkette und die neuen Impulse durch Dan-Axel Zagadou und Julian Brandt haben den BVB zurück in die Erfolgsspur gebracht. Lucien Favres System funktioniert momentan. Auf Rotation verzichtete der Schweizer zuletzt aber größtenteils: Das Sturmtrio Marco Reus, Jadon Sancho und Thorgan Hazard, sowie die formstarken Brandt, Achraf Hakimi und Zagadou sowie dessen Nebenmann Manuel Akanji standen in den vergangenen vier Pflichtspielen immer in der Startelf. Darunter fanden sich auch die kräftezehrenden Partien gegen Hertha BSC und Slavia Prag wieder, in denen der BVB jeweils lange Zeit in Unterzahl spielte. 


Vor dem Duell gegen die laufstarken Bullen aus Leipzig stellt sich daher die Frage, wie viel Sprit bei den Dauerläufern noch im Tank ist. Im Sturm könnte Favre rotieren, Brandt, Zagaodu und Hakimi sind momentan jedoch nicht aus der Startelf wegzudenken; zudem fallen mit Axel Witsel und Thomas Delaney weiterhin zwei Säulen im Mittelfeld aus.​


Kann der BVB auch Spitzenclub?


In den vergangenen Wochen durchlebte der BVB seine kleine, ganz persönliche Renaissance. Nach Partien gegen nominell schwächere Gegner steht nun mit RB Leipzig der erste Brocken der Dortmunder Erfolgswochen an. Zuletzt präsentierte sich der BVB wieder als ernstzunehmender Meisterschaftskandidat; das muss die Mannschaft von Lucien Favre nun aber auch gegen einen Spitzenclub unter Beweis stellen. 

Und im Hinblick darauf bereitet das neue System durchaus Sorgen. Ausgerichtet auf die Offensive - und ohne Dominator Axel Witsel in der Zentrale -, ist der BVB bei Konterangriffen und in der Spielmitte anfällig. Gegen Fortuna Düsseldorf und Mainz 05, die sich kaum nennenswerte Torgelegenheiten erspielten, funktionierte das Risikosystem glänzend. Vor allem gegen Slavia Prag zeigten sich jedoch die Schwachstelle, die besonders lauf- und konterstarke Mannschaften auszunutzen wissen. RB Leipzig wird für die Borussia daher zum Härtetest im doppelten Sinne.

Wo steht Marco Reus?


Auch Kapitän Marco Reus schien zuletzt aus seinem Winter- (respektive Sommerschlaf ) erwacht zu sein. Drei Tore und drei Vorlagen gelangen dem in dieser Saison formschwachen Reus in den vergangenen drei Spielen. In der vergangenen Spielzeit konnte er die Mannschaft tragen und gerade in wichtigen Spielen dominieren. Diesen x-Faktor braucht der BVB unbedingt auch gegen Leipzig (s. oben).

Am Wochenende darf der Kapitän daher nicht zurück in sein Formloch abtauchen, sondern muss sich tatsächlich noch einmal steigern. Mit seiner Präsenz auf dem grünen Rasen kann er der Mannschaft das nötige Selbstverständnis vorleben. 

Zwei offene Planstellen für Favre


Der BVB ist zwar momentan eingespielt, rennt allerdings auch auf dem Zahnfleisch. Gegen RB Leipzig gibt es zumindest zwei offene Planstellen, um die sich Cheftrainer Lucien Favre kümmern muss: Die vorgezogene Linksverteidigerposition und die Sturmspitze.

Die linke Seite gehörte zuletzt Raphael Guerreiro, der gegen Mainz jedoch eine Pause erhielt. An seiner Stelle durfte der bislang enttäuschende Sommer-Neuzugang Nico Schulz ran. Der deutsche Nationalspieler bot gegen die Rheinhessen eine ambivalente Leistung an, die zwischen defensiven Aussetzern und offensiven Glanzstücken schwankte. Schulz erzielte allerdings das 4:0, das als persönlicher Brustlöser fungieren könnte. Es scheint für den Moment ein offenes Rennen zwischen Guerreiro und Schulz zu sein.

Im Sturmzentrum gibt es eigentlich keinen Handlungsbedarf, da das Dreiergespann aus Reus, Sancho und Hazard zuletzt hervorragend harmonierte. Auf der Bank sitzt aber nunmal auch noch ein Paco Alcacer, der ebenfalls auf Spielzeit pocht. Seine Effizienz und Torgefahr hilft dem BVB immer weiter, gerade gegen Teams wie RB Leipzig, gegen die die Schwarz-Gelben womöglich keine Fülle an Torchancen kriegen. Zudem könnte Hazard nach kräftezehrenden Wochen eine Verschnaufpause erhalten.