​Quo vadis, Philippe Coutinho? ​Gegen Werder Bremen lieferte Bayerns Leih-Brasilianer eine Show ab: Beim 6:1-Erfolg steuerte der 27-Jährige drei Tore selbst bei und legte zwei weitere Treffer auf. Seine Zukunft ist dennoch ungewiss.


"Das hängt an mehreren Sachen. Was will Bayern, was entscheiden wir zusammen? Aber es ist jetzt nicht die Zeit. Wir müssen uns jetzt auf die Spiele konzentrieren", erklärte Coutinho nach seiner Gala gegenüber der Bild gewohnt bescheiden. Er sei glücklicher auf dem Platz als auf der Bank, respektiere aber die Entscheidungen des Trainers, so der Brasilianer weiter.


Coutinho ist ein demütiger Mensch - das beweist er beim ​FC Bayern, wo es für die Barça-Leihgabe nicht immer einfach ist. Der offensive Mittelfeldspieler ist auch unter Hansi Flick alles andere als gesetzt. Missmutige Töne sind vom 27-Jährigen aber nicht zu hören.


Coutinho-Verbleib beim FC Bayern hängt an mehreren Faktoren


Am Ende hängt seine Zukunft aber vor allem mit seinen Leistungen auf dem Platz zusammen. Spielt er so wie gegen Bremen, muss der FCB eine feste Verpflichtung ernsthaft in Erwägung ziehen. Doch Coutinho muss beweisen, dass er solche Leistungen regelmäßig zeigen kann - und das auch gegen absolute Top-Gegner. 


Denn, die Höhe der Kaufoption ist bekannt: 120 Millionen Euro sind mit dem ​FC Barcelona ausgehandelt. So viel müsste der FCB, Stand jetzt, bis Ende Mai auf den Tisch legen, um sich die Dienste von Coutinho langfristig zu sichern.


Ob das passieren wird, ist noch völlig offen. Klar scheint, beim FC Barcelona hat Coutinho keine Zukunft mehr. Nach seinem Wechsel von Liverpool nach Katalonien konnte der Brasilianer die hohen Erwartungen im Camp Nou nicht erfüllen. Auch in München läuft es - trotz der Gala gegen Bremen - noch nicht all zu rund.


Feste Verpflichtung ist eng mit Sané & Havertz verbunden


Wie gut Coutinho sein kann, zeigte er am Samstagnachmittag. ​Und auch seine Teamkollegen sind ob seiner Leistung ins Schwärmen geraten. "Wir brauchen so einen Spieler", meinte Robert Lewandowski etwa. Blickt man auf das 2:1 des Polen, wird klar, warum er sich für Coutinho ausspricht. Der Brasilianer kann ein Weltklasse-Regisseur sein, die Lupfer-Vorlage mit seinem schwächeren linken Fuß war schlicht brillant.


Ein fester Transfer hängt aber nicht allein von Coutinho ab. Gleich mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Der wichtigste: Kann der FC Bayern im Sommer Leroy Sané und Kai Havertz verpflichten? Gelingt es, das Wunschduo an die Säbener zu locken, würden nicht nur rund 200 Millionen Euro fällig, eine Verpflichtung von Coutinho würde dann nur wenig Sinn ergeben. Finanziell und personell.


Während der Sané-Transfer immer wahrscheinlicher wird, scheint die Zukunft von Havertz aber noch völlig offen zu sein. Entscheidet sich der Nationalspieler gegen die Bayern, würde Coutinho wieder in den Fokus rücken. Das Problem dabei: Während sich Havertz bei seiner Entscheidung alle Zeit der Welt lassen kann, hat der FCB bei Coutinho eine Frist bis Ende Mai.


FC Bayern will Coutinho-Ablöse drücken


Auf der einen Seite könnten dann andere Klubs dazwischen grätschen (was wiederum stark von Coutinhos Leistungen in den kommenden Monaten abhängt). Auf der anderen Seite, muss eine feste Verpflichtung auch nach Ablauf der Frist nicht ausgeschlossen werden.


Barça will Coutinho offensichtlich nicht zurück und hofft auf Angebote. Sollten diese nicht so lukrativ sein wie erhofft, könnte Bayern die Ablöse drücken. Wie die Bild berichtet, soll eine Entscheidung (wenig überraschend) erst im Frühjahr fallen. 120 Millionen Euro wird der FCB dann kaum zahlen. Sollte Coutinho aber für 80 bis 100 Millionen Euro zu haben sein, dürfte die Sache schon anders aussehen.


Prognose: Neben Sané wird der FC Bayern alles daran setzen, auch Kai Havertz nach München zu lotsen. Gelingt das nicht, bleibt Coutinho Plan B. Zeigt der Brasilianer ansprechende Leistungen und ist für 80 bis 100 Millionen Euro zu haben, schlägt der FCB zu (wenn Havertz nicht kommt).