​Borussia Dortmund kann endgültig Dreierkette. Im Auswärtsspiel bei ​Mainz 05 feierte Schwarz-Gelb den dritten Bundesligasieg in Folge, blieb erneut ohne Gegentor und war defensiv zeitweise so beschäftigungslos, dass Dan-Axel Zagadou sogar einen Lauf über das halbe Spielfeld wagte. Nach dem Spiel waren alle Beteiligten wieder einmal voll des Lobes. 


Zagadou profitiert am meisten von der Umstellung auf 3-4-3. In der Abwehrreihe ist er neben Mats Hummels und Manuel Akanji gesetzt, im Verbund lässt das Trio nichts anbrennen. Der FSV Mainz feuerte über 90 Minuten insgesamt neun Schüsse in die Richtung des Tores von Roman Bürki, brenzlig wurde es für den Schlussmann aber nie. Am Ende stand ein verdienter 4:0-Auswärtserfolg, der Selbstvertrauen für das Topspiel gegen RB Leipzig (Dienstag, 20:30 Uhr) gibt.


Favres "Intuition"


"​Die Systemumstellung hat uns gutgetan", resümierte Julian Weigl, der Axel Witsel auch in den letzten beiden Spielen des Jahres vertreten wird (zitiert via ​kicker). "Bisher funktioniert das System sehr gut, mit dem drittem Verteidiger hat das uns Sicherheit gegeben." Laut Trainer Lucien Favre sei der Wechsel von 4-2-3-1 auf 3-4-3 "eine Intuition" gewesen, ein Bauchgefühl eben - mit der richtigen Wirkung. "Wir pressen gut, sind kompakter. Wir sind besser geworden bei der Balleroberung. Wir sind sehr flexibel", lobte er nach der Partie.

70-Meter-Sprint zum Assist


Zagadou sorgte indes nicht nur für Staunen, weil er zum wiederholten Male von Beginn an spielen durfte und seine Aufgaben zuverlässig erledigte, sondern weil er das 2:0 in eindrucksvoller Manier vorbereitete. Der 20-Jährige legte einen Sprint über 70 Meter hin und hatte das Auge für den mitgelaufenen Jadon Sancho, der Robin Zentner mit seinem Abschluss keine Chance ließ.


"Wichtig war, dass wir nach der Pause nachlegen - dann mit dem überragenden Antritt von 'Zaga'", staunte Kapitän Marco Reus. Zagadou sei bereits in den Trainingseinheiten mit derartigen Aktionen aufgefallen, "aber so weit vorne", so der Kapitän, "haben wir ihn nicht erwartet." Auch Favre lobte: "Er hat gut gespielt, ist sehr sicher am Ball und kann das Spiel gut gelesen."

Nach dem Spiel wurde Zagadou von den mitgereisten Gästefans gefeiert - kein Wunder, schließlich zählt er derzeit zu den besten Feldspielern auf dem Platz. "Wenn er jetzt auch noch solche Läufe macht wie beim 2:0", versichert Weigl, "brauchen wir uns keine Sorgen um ihn zu machen." Auch gegen Leipzig ist er gefordert, dann warten wuchtige Offensivspieler wie Marcel Sabitzer, Patrik Schick oder Yussuf Poulsen. Im ersten Härtetest dieser Saison musste sich Zagadou mit Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach messen - und hat eindrucksvoll bestanden. Die Leipziger sind entsprechend gewarnt. 

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