​Er kam, als der ​​FC Valencia gerade buchstäblich auseinander zu fliegen drohte. Albert Celades, seit September auf den Chef-Sessel in Mestalla, hat seitdem einfach nur seine Arbeit gemacht - und so nach und nach seine Kritiker verstummen lassen.


Ein Aufschrei ging durch die Mittelmeermetropole, als der damalige Trainer des FC Valencia, ​Marcelino, vom Klub-Boss Peter Lim geschasst wurde. Alle rund um den Klub schienen gegen diese Entscheidung zu sein. Kein leichter Einstieg für den Trainer-Novizen, der bis dato nur in den Jugendauswahlmannschaften Spaniens Erfahrungen als Coach sammeln konnte. Doch nach drei Monaten Amtszeit muss man konstatieren: Er hat bislang alles richtig gemacht.


Den Spielern stand er die Enttäuschung über Marcelinos Entlassung zu


Zunächst einmal ließ Celades den Spielern, die mit der Entlassung Marcelinos größtenteils nicht einverstanden waren, ihren Zorn und versuchte gar nicht erst, seinen Nachfolger in irgendeiner Weise zu kopieren. 


Mehr als das: In seinen ersten Wochen wurde er nicht müde, die gute Arbeit seines Vorgängers öffentlich und medienwirksam zu loben. Des Weiteren bewies er schon bald, nicht die befürchtete Marionette des singapurischen Klub-Chefs zu sein, sondern eigenmächtige Entscheidungen treffen zu können. Spielen sollten nunmehr nur noch die Spieler, die es sich über Trainingsleistungen verdient hatten. 


Kein Angst vor großen Namen


Celades begann Zöpfe abzuschneiden. Am deutlichsten wurde dies in der Personalie Gonçalo Guedes. Der Portugiese, immerhin der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte (kam 2018 für 45 Millionen Euro aus Paris), wurde wegen Formschwäche erstmal aus der ersten Elf verbannt. 


Taktische Flexibilität und neue Schwerpunkte


Des Weiteren zeigte sich Celades flexibel, was die taktische Grundordnung betrifft. Eigentlich ein Verfechter eines 4-3-3-Systems, merkte er schon bald, dass er dies mit dem vorhandenen Personal nicht würde praktizieren können. Also passte er sich den Gegebenheiten an. 


Erstes Ausrufezeichen war die Champions-League-Partie bei Chelsea, als aus einer Standardsituation das goldene Tor für die Spanier fiel. Genau diese Standards hatte Celades mit seiner Mannschaft in den Tagen zuvor einstudiert. 


Wenn dann die Früchte der Arbeit so eindrucksvoll eingefahren werden, steigt natürlich auch die Akzeptanz innerhalb der Mannschaft. Dem Sieg an der immer schwierigen Stamford Brigde folgte kurze Zeit später ein weiterer 1:0-Sieg im ebenfalls stets komplizierten Ambiente des San Mamés-Stadions zu Bilbao. 


Mit diesen beiden Auswärtssiegen festigte Celades das Vertrauen der Mannschaft in sich selbst  - und in ihren Trainer. Der gestrige 1:0-Erfolg bei Ajax Amsterdam bestätigte diese Entwicklung. 

Als Tabellenführer beschlossen die Spanier am Ende die sicherlich nicht leichte Champions-League-Gruppe H.


Binnen drei Monaten hat Celades es geschafft, den Frust und die Verzweiflung innerhalb des Klubs in Luft aufgehen und den Verein wieder optimistisch in die Zukunft schauen zu lassen. 

Viele hätten darauf im September nicht gewettet.