In diesem Monat ging beim ​FC Bayern München eine Ära zu Ende. Uli Hoeneß trat als Präsident des Rekordmeisters ab und überließ der neuen Fraktion das Feld. Als einfaches Mitglied im Aufsichtsrat ist er trotzdem weiterhin an den Geschäften des FCB beteiligt. Allerdings warten nun andere Aufgaben und Verantwortungen auf den 67-Jährigen.


Uli Hoeneß ist nicht mehr das ganz große Gesicht des FC Bayern München. Nachdem der Ur-Bayer in diesem Jahr nicht noch einmal für die Wahl zum Präsidenten antrat, hat er im Verein einen klaren Schritt zurück gemacht. Seit Anfang der Woche fungiert Hoeneß nur noch als normales Mitglied im Aufsichtsrat, zog sich also innerhalb des Vereins deutlich zurück.


Trotzdem hat der 67-Jährige im auserwählten Kreis weiterhin eine hohe Stellung. Erst am Montag wurde er zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen leitet er damit einen Großteil der Geschicke beim Rekordmeister. Sein Aufgabenfeld ist nun allerdings ein anderes, wie die Bild berichtet.


Hoeneß' Wort hat großes Gewicht


Als jahrelanger Präsident, Manager und Mitglied macht sich allein die Präsenz von Hoeneß im Aufsichtsrat deutlich bemerkbar. Dabei ist er nicht unbedingt der Wortführer​ oder Taktgeber, aber bei jedem Thema wird seine Meinung gehört und geachtet. Er genießt hohen Respekt, allein wegen seiner Vergangenheit werden viele Diskussionen nicht öffentlich gemacht. Seinen strengen Ton hat er dagegen auch als einfaches Mitglied nicht verloren.

Uli Hoeness

Als Symbolfigur will sich Uli Hoeneß im Aufsichtsrat weiter einbringen


Sein Aufgabenspektrum ist ganz klar. Im Bezug auf die Mannschaft hat er bei nahezu jedem Transfer ein Mitspracherecht. Ab einer Ablösesumme von 25 Millionen Euro muss der Aufsichtsrat seine Zustimmung geben. Selbstverständlich fungiert der enge Kreis ebenfalls bei Personalfragen wie der Trainersuche als das Zünglein an der Waage. Hoeneß selber hat also weiterhin einen großen Einfluss, möchte seine Arbeit nun aber deutlich gemeinschaftlicher verrichten.


"Meine Stärke war immer, dass ich nie von mir dachte, alles besser zu wissen. Sondern dass ich an jeder Hand Leute hatte, die ich um Rat fragen konnte, die mich korrigiert haben, die mir was sagen durften. Und so eine Ratgeberfigur möchte ich jetzt für die anderen werden. Eines ist dabei klar: Ich werde kein Claqueur sein", so Hoeneß vor einiger Zeit im Magazin 51. Dazu musste er seine Gehaltsvorstellungen anpassen, 2016/17 gab es für den gesamten Aufsichtsrat beispielsweise eine Vergütung von 625.000 Euro.


Alltag außerhalb des Vereinslebens


Auch privat hat sich für den 67-Jährigen natürlich einiges geändert. Ein eigenes Büro hat er auf dem Vereinsgelände nun nicht mehr, dies trat er an Nachfolger ​Herbert Hainer ab. Schon allein deswegen gestaltet sich das Leben abseits der Öffentlichkeit für Hoeneß deutlich entspannter, theoretisch müsste er nur zu den jährlich vier Pflichtterminen des Aufsichtsrats anwesend sein. Natürlich investiert Hoeneß aber weiterhin mehr Zeit für den Verein, kann sich aber deutlich öfter zurückziehen. 


Seine Anwesenheit bei allen Heimspielen und einigen Auswärtsduellen wird die Gewohnheit bleiben. Auch wenn es Hoeneß nicht mehr müsste, lässt er sich diese Gelegenheit nicht nehmen. Als großer Repräsentant ist ihm sein öffentliches Auftreten auch in Zukunft wichtig. Ganz aus dem Rampenlicht ist er Münchner also nicht getreten, an eine kleine Umstellung muss auch er sich aber gewöhnen.