​Der ​HSV ist im Winter-Blues angekommen. Zwei Niederlagen in Folge, von den letzten fünf Partien überhaupt nur eine siegreich gestaltet - in Hamburg macht sich langsam aber stetig schon wieder die Nicht-Aufstiegs-Paranoia breit. Die Bosse sind im Winter fast schon gezwungen zu handeln. Nur dürfte das nicht allzu leicht werden.


Dass etwas in diesem Kader passieren muss, bezweifelt in Hamburg und beim HSV eigentlich niemand. Daran ändern auch die bezüglich von Transfer-Fragen zurückhaltenden Worte des Sportdirektors nichts. 


Boldt gibt sich naturgemäß bedeckt


"Ich kann noch nicht sagen, ob wir was machen oder nichts machen. Wir fokussieren uns jetzt auf die beiden schweren Auswärtsspiele bis Weihnachten. Ob sich dann etwas ergibt, wird man sehen", hatte ​Jonas Boldt am Wochenende gegenüber der Mopo zu Protokoll gegeben. 


Diese vorsichtige Wortwahl ist natürlich vor allem taktischen Zwängen geschuldet, denn es hängt nun einmal nicht nur vom HSV ab, ob er sich verstärkt. Der abgebende Verein muss "mitspielen" und natürlich der auserkorene Spieler. 


Gerüchte gibt es dennoch schon fleißig. Und sie betreffen logischerweise die Sorte Spieler, die, in Worten von Boldt, "nicht ganz so zum Zuge kommt" bei ihrem jeweiligen Klub. Wenn der potentielle Neuzugang dann auch noch eine HSV-Vergangenheit hat, wird aus dem Gerücht schnell schon mal ein "so gut wie". 


Vier Namen auf der virtuellen Liste


Doch Michael Gregoritsch, der momentan beim ​FC Augsburg einen schweren Stand hat, wird es wohl eher nicht werden. Der Mann dürfte andere Angebote auf dem Zettel haben. Werder Bremen war vor der Saison stark an seiner Verpflichtung interessiert und hätte wohl auch recht tief in die Tasche gegriffen. Doch der Deal scheiterte letztlich an zu hohen Forderungen der Fuggerstädter.


Ein weiterer Kandidat wäre Daniel Ginczek. Der hat zwar keine HSV-Vergangenheit, kennt sich in Hamburg aber bestens aus: In der Saison 2012/13 spielte der damalige BVB-Stürmer leihweise für den FC St.Pauli, für den er in 31 Spielen starke 18 Tore erzielen konnte. Doch bei ihm ist das Risiko der extremen Verletzungsanfälligkeit nicht von der Hand zu weisen. Seit der Saison 2016/17 akkumuliert der Stürmer 488 Tage (!) Fehlzeiten wegen unterschiedlichster Blessuren. (Quelle: transfermarkt.de).


Auch beim vierten ins Gespräch gebrachten Namen spielt eine Verletzung eine Rolle: Joel Pohjanpalo.

Joel Pohjanpalo

Kann Boldt ihn nach Hamburg locken? Bayer-Stürmer Joel Pohjanpalo


Der 25-jährige Finne in Diensten von ​Bayer Leverkusen zog sich im November einen Innenbandanriss im Knie zu, soll aber wohl bis zur Rückrunde wieder fit werden. 

Bezüglich dieser Personalie könnte der Umstand, dass der jetzige HSV-Sportdirektor noch bis vor einem Jahr bei Bayer in selber Funktion tätig war, durchaus hilfreich sein. Die Beziehungen zwischen beiden Klubs gelten als gut. 


Vier Namen aus der unmittelbaren Nachbarschaft also.  


Kommt einer aus dem Ausland?


Darüber hinaus gibt es natürlich in Europa derzeit eine ganze Reihe von Spielern, die in ihren jeweiligen Klubs nicht regelmäßig zum Einsatz kommen. Über allen schwebt der Sommer kommenden Jahres und die dann stattfindende Europameisterschaft. 


Dass überraschende Deals in solchen Spielzeiten vor einem großen Turnier durchaus möglich sind, hat der HSV (wenn auch auf einem weitaus höheren Level damals) selbst schon vorexerziert: In der Winterpause der Spielzeit 2010/11 krachte die Meldung des van Nistelrooy-Transfers wie eine Bombe in Hamburg (und im Rest der Republik) ein.